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Medien & TV Neu auf Netflix: Serien im September 2018
Nachrichten Medien & TV Neu auf Netflix: Serien im September 2018
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16:56 20.09.2018
Was ist im September neu auf Netflix? Wir haben da mal ein paar Sachen aufgelistet. Quelle: picture alliance / AA
Hannover

Was bringt unser liebster Wachhalter, Netflix, im September Neues? Neben Filmen, Dokus und Produktionen natürlich eine frische Ladung Serien. Diese Neuerscheinungen haben wir in diesem September-Serienguide gesichtet, seziert und feinsäuberlich aufgeschichtet.

skurril und spannend

Maniac, Staffel 1, ab 21. September

Es sind die Wunderpillen: Schlucke sie und all deine Probleme werden gelöst sein. „Auja!“, denken sich Emma Stone als Annie Landsberg und der Jonah Hill als Owen Milgrim. Annie will ihre gestörte Beziehung zu Mutter und Schwester loswerden, Owen will am liebsten ein anderer sein – nicht der Sohn einer New Yorker Industriellenfamilie. Das Versprechen der bunten Pillen: Der Geist ist schwach, er lässt sich manipulieren. Man kann sich die Welt einfach schön denken. Klar, das geht in die Hose, sonst bräuchte man die Serie nicht, die auf einer norwegischen Produktion von 2014 basiert. Die ganze Hirnwellen-Magie-Kacke ist natürlich schnell ordentlich am Dampfen und wie es sich für ein Experiment gehört, läuft die ganze, schöne Wissenschaft den Bach herunter. Die Wirklichkeit löst sich auf wie die Pillen in den Mündern der Probanden. „Maniac“ produziert farbenfrohe Bilder: Annie und Jonah reisen durch verschiedene Realitäten, durch Jahrhunderte und können nicht voneinander lassen. Die Wissenschaft ist ein Wundertopf mit Wänden voller Knopfleisten, die es alle zu drücken gilt – so wie der Play-Button für diese Serie.

Langkritik: „Maniac – eine Serie mit Psychose“

wild und waghalsig

Marvel’s Iron Fist, Staffel 2, ab 7. September

Oh, da glüht es. Der Superheld „Iron Fist“ meldet sich mit seiner leuchten Prügelfaust zurück. Der ständig verlorene Jung-Milliardär, das arme Waisenkind Danny Rand (Finn Jones) schlägt sich auch in der zweiten Staffel der Marvel-Serie lieber mit miesen Typen auf den Straßen New Yorks herum, als sich irgendwie um seine Firma zu kümmern. Warum? Hat wahrscheinlich irgendwas mit den toten Eltern zu tun – Superhelden-Kram eben. Dafür ist er ja stark: Ein Schlag von der glühenden Faust und die Gegner liegen am Boden. Klar, er muss auch noch ein fernöstliches, spirituelles und geheimes Wolken-Kloster und vor allem seine Tradition vor Tod und Zerstörung retten. Das hatte in der ersten Staffel nur bedingt geklappt. Und jetzt hat Marvel auch noch die Spielregeln geändert: Ein anderer Typ hat plötzlich auch so eine glühende Faust. Die ist aber rot und nicht gelb wie bei Danny. Kein Problem, der Kampf von Powerfaust Danny wurde ja auch langsam ein bisschen einseitig. Endlich schlagen die Bösen zurück. Wer Lust hat, sich den nächsten psychisch gequälten Superhelden, der alle Probleme mit Gewalt lösen will, reinzuziehen, ist hier genau richtig.

lieblich und lustig

Atypical, Staffel 2, ab 7. September

Sam Gardner (Keir Gilchrist) ist 18 Jahre alt, und hat geplant, sich zu verlieben. Die Liebe mit 18 ist schon verwirrend genug, doch wird das nicht einfacher, wenn man das Asberger-Syndrom hat wie Sam. Trotzdem: Das Verlieben an sich hat in der ersten Staffel schon ganz gut geklappt. Der Herzschmerz war da schon schwieriger. Eigentlich hilft ihm seine zynische Schwester Casey (Brigette Lundy-Paine) bei solchen Dingen. Doch in der zweiten Staffel geht die auf eine andere Schule. Eigentlich bereitet seine Mutter ihn auch immer für den Alltag vor. Doch die hat jetzt andere Sorgen – Eheprobleme. Die festen Regeln, um die Sam sein Leben baut, brechen weg. „Atypical“ ist eine leise Serie. Die Macher lieben ihre Charaktere, sie gehen behutsam mit ihnen um und wollen nur das Beste für ihre Figuren. Herzerwärmend anzuschauen.

albern und angeekelt

American Vandal, Staffel 2, ab 13. September

„American Vandal“ ist pubertäres Witzemachen in der größtmöglichen Konsequenz – und das verdient Respekt. In der ersten Staffel der Mockumentary, also einer fiktiven Dokumentation, hat ein Schüler alle Autos auf dem Schulparkplatz mit Penis-Bildern vollgesprüht. Was machen die Erwachsenen, wenn ein Teenie Pimmel malt? Sie machen sich Sorgen und fragen Elternabend um Elternabend, warum die Moral unter den Jugendlichen so verfallen ist. Sie setzen Verfahren an, um den schrecklichen Vorfall eifrig aufzuklären, während die Zöglinge mit den Augen rollen.

In Staffel 2 treiben die Macher den Witz von Staffel 1 weiter: Eine Person, die sich „Turd Burglar“ nennt, terrorisiert eine High School mit sprühenden Durchfall-Attacken, indem sie das Essen in der Mensa kontaminiert. Fäkalhumor ist die Steigerung des gemeinen Pimmelwitzes. Voller Ernst muss der neue Fall aufgeklärt werden: Was ist das Motiv? Vielleicht ist der Witz einfach, dass Kacke lustig ist, mutmaßt einer. Vielleicht ist das auch die Motivation für die Serie. Wer sich „American Vandal“ anschauen will, sollte ekel-mäßig nicht allzu empfindlich sein, schließlich gibt es Durchfall-Anfälle acht Folgen lang zu sehen.

kühn und kriminell

Ingobernable, Staffel 2, ab 14. September

Die ehemalige First Lady von Mexiko, Emilia Urquiza (Kate Del Castillo), ist untergetaucht. Zuerst hat sie den Glauben an die Rechtschaffenheit ihres Mannes, dem Präsidenten, verloren. Dann hat sie ihren Mann verloren – er wurde umgebracht. Und sie war die Hauptverdächtige. In Staffel 2 mutiert Emilia, immer mit perfekt verworrenen Locken unterwegs, zur Anführerin der Revolution gegen Korruption und Vetternwirtschaft im Land. Da zücken alle brav ihre Waffen, wie es sich für einen Agenten-/Revoluzzer-/Macht-Thriller gehört. Regierungstruppen und Revolutionäre verfolgen sich gegenseitig, Emilia schaut mal ängstlich und mal mutig über ihre Schulter, wie das halt so ist im Untergrund. Dann will sie auch noch den Kampf mit den Drogen aufnehmen. Wenn das mal nicht die Frisur versaut.

wild und waghalsig

The Rise of the Phoenixes, Staffel 1, ab 14. September

Ehre, Mut, Tugend. Achja, die Welt ist so einfach, wenn man weiß, dass man gut und gerecht ist. In „The Rise of the Phoenixes“ strebt der ehrenhafte und nervig ehrgeizige Prinz Ning Yi danach, im korrupten Königreich seine Feinde auszuschalten. Plötzlich kommt ein Mädel daher, das ist schön und klug und alles, was echte Märchenprinzessinnen so brauchen. Sie verkleidet sich nur erst einmal Mulan-mäßig als Mann und ist deswegen für den Prinzen schwer zu erkennen. Einfach ist die Liebe ja nicht, selbst das Traumpaar hintergeht sich. Das gibt einen Haufen ernste Blicke und literweise Tränen, Blut und Schweiß. Die Serie wurde für das chinesische Fernsehen produziert und ist dort schon einen Monat früher zu sehen. Das Konzept mit Liebe, Macht, Verrat und Königreich ist nicht unbedingt neu. Trotzdem: Spannung und Martial-Arts-Kampfszenen als Massenware liefert die Serie.

Außerdem läuft noch ...

Norm MacDonald has a Show, ab 14. September

Der kanadische Komiker Norm MacDonald hat bei Netflix seine eigene Show. Da er Schauspieler und Drehbuchautor ist, hat er einige berühmte Freunde. Die bringt er gleich in seine Show mit zum Quatschen.

Made in Mexico, Staffel 1, ab 28. September

Netflix zeigt die erste Reality-Show aus Mexiko mit „Made in Mexico“ auf seiner Plattform: Die reichen Familien und Darlings der High Society Mexikos suhlen sich in Geld und Exklusivität.

BoJack Horseman, Staffel 5, ab 14. September

Ein depressives, abgehalftertes Zeichentrick-Pferd schummelt sich zynisch durchs Leben – und das schon in der fünften Staffel.

Diese Originals und Neuerscheinungen zeigt Netflix im September 2018. Neben den Serien zeigt Netflix auch neue Filme und Dokumentationen sowie Produktionen für Kinder, die hier nicht aufgelistet sind.

Von Geraldine Oetken / RND

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