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Medien & TV Nur echt mit dem Testbild – Michael Mittermeier erhält seine erste eigene Show „Mittermeier“
Nachrichten Medien & TV Nur echt mit dem Testbild – Michael Mittermeier erhält seine erste eigene Show „Mittermeier“
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16:05 03.07.2019
Freut sich aufs lineare Fernsehen: Comedian Michael Mittermeier in seiner neuen Show „Mittermeier!“. Quelle: Foto: Gerald von Foris/BR

Es hat 33 Jahre gedauert, bis Sie mit „Mittermeier!“ Ihre erste eigene TV-Sendung bekommen haben. Warum so lange?

Ich bin Live-Stand-Upper. Das ist meine Berufung. Ich habe nie eine Serie gemacht, sondern immer nur Specials. Darauf hatte ich Bock. Ich mache immer nur das, worauf ich Bock habe. Die Idee zu der Sendung hatte ich schon vor ein paar Jahren, weil ich einfach Lust hatte, mal wieder neue Wege zu gehen.

Und Ihre Sendung läuft klassisch in der ARD.

Ich finde es total schön, jetzt im linearen Fernsehen zu sein. Wir haben im Hintergrund ja das Testbild hängen und neulich sind ein paar junge Leute zu mir gekommen und haben gesagt: „Hey, das sieht ja cool aus.“ Die kennen das gar nicht mehr.“

Die Generation Netflix kennt ja weder das Testbild noch Sendeschluss, weil Inhalte rund um die Uhr verfügbar sind.

Ich habe denen erklärt, dass das Testbild damals in der Nacht unser Netflix war. Das war quasi eine Mysteryserie und ich habe damals alle Staffeln gesehen.

1996 hatten Sie als TV-Junkie und Ihrem Programm „Zapped“ den großen Durchbruch. Jetzt haben Sie wieder eine Nummer über Serien gemacht.

Der TV-Junkie blitzt bei mir wieder durch. Jetzt mache ich aber keine „Raumschiff Enterprise“-Nummer mehr, sondern rede über die Avengers. Ich gucke mir den Film „Endgame“ im Kino an und gehe dann auf die Bühne und spreche drüber.

... oder in Ihrer neuen Show.

Es sind ja erst mal nur vier Folgen, aber ich mache gerne weiter. Das Ganze ist jetzt qualitativ sehr hochwertig geworden. Es ist zwar keine klassische Latenight-Show, aber es hat natürlich Züge davon.

Worum geht es bei „Mittermeier!“?

Unsere erste Folge hat das Oberthema Sicherheit. Da haben viele erst mal gefragt: Was soll denn lustig daran sein? Die Kunst ist es, es bei so einem Wort zu schaffen, dass bei jedem Zuschauer ein Film im Kopf startet. Zwischen Fahrradhelm, Terror und Versicherung ist alles möglich. Jeder spricht zum Beispiel über innere Sicherheit, aber keiner über Darmspiegelung. Stand-Up-Comedy soll in erster Linie unterhalten. Wenn es das nicht tut, musst du als Comedian nach Hause gehen und kannst die Zeitung lesen, aber uns nicht auf den Sack gehen.

Wie entsteht so eine Nummer?

Ich lese eine Schlagzeile wie: „In Berlin haben 1800 Polizisten 56 Gewehre.“ Jetzt kommt die Rechnung 0,311 Gewehre pro Polizist. Das ist nicht wirklich besonders viel. Macht halt eine Razzia bei Abou-Chaker! Da findet ihr dann 560 Gewehre und zwar nur auf der Damentoilette.

Bei Ihnem hat man den Eindruck, dass Sie in Ihren Nummern wieder viel gelassener sind. Täuscht der Eindruck?

Ich gehe wie jeder andere Mensch auch durch verschiedene Phasen. Es gab eine Zeit, in der ich für mich gespürt habe, dass ich meine Haltung zeigen möchte. Als ich damals mein „Paranoid“-Programm gemacht habe, hatten mir davor alle abgeraten: „Du kannst nicht in eine Halle gehen und über Politik und Folter sprechen. Aber ich habe geantwortet: Wenn ich das nicht kann, bin ich kein guter Stand-Up-Comedian. Ich habe eine Haltung und sage ganz klar, wo ich stehe. Aber ich muss diese Haltung nicht die ganze Zeit herausposaunen, sonst wird es langweilig.

Haben Ihre Fans diese Entwicklung mitgemacht?

Ich glaube, diese Haltung haben viele verstanden. Das heißt für mich aber auch, die Leute nicht andauernd mit der eigenen Wut zu penetrieren. Ein guter Comedian muss auch in der langweiligsten Zeit überzeugen können. Wenn wir Weltfrieden haben, das Klima ist gerettet und jeder hat einen Job, dann muss ein guter Comedian auf die Bühne gehen können und 90 Minuten lang die Menschen zum Lachen bringen. Ein guter Comedian braucht keine schlechten Politiker, um ein gutes Programm zu machen.

Was zeichnet einen guten Comedian aus?

Eigentlich nur die Frage: Hat mich das gekickt, was er macht oder nicht. Dabei ist die Technik egal. Ich gehe ja auch nicht auf ein Musikkonzert von den Rolling Stones und sage: „Ja, die haben den Takt gut eingehalten.“ Da würde ein Keith Richards nämlich sagen: „Ich habe in meinem ganzen Leben noch keinen Takt gehalten!“ Und Charlie Watts daneben würde fragen: „Was ist Takt?“ (lacht)

Von Thomas Kielhorn/RND

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