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Medien & TV Online-Bewertungen: Yelp muss Schadensersatz an Fitness-Studios zahlen
Nachrichten Medien & TV Online-Bewertungen: Yelp muss Schadensersatz an Fitness-Studios zahlen
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16:57 13.11.2018
Das Oberlandesgericht hat sein Urteil im Rechtsstreit zwischen drei Fitnessstudios und dem Online-Bewertungsportal Yelp um Unterlassungsansprüche wegen schlechter Bewertungen gesprochen.
Das Oberlandesgericht hat sein Urteil im Rechtsstreit zwischen drei Fitnessstudios und dem Online-Bewertungsportal Yelp um Unterlassungsansprüche wegen schlechter Bewertungen gesprochen. Quelle: Justin Lane/EPA/dpa
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München

Das Online-Portal Yelp soll wegen zu schlechter Bewertungen Schadenersatz an drei Fitness-Studios aus dem Münchner Umland zahlen. Das Oberlandesgericht (OLG) München entschied am Dienstag zugunsten der Betreiberin. Sie soll nun knapp 800 Euro pro Studio bekommen – plus Zinsen. Außerdem soll Yelp die Prozesskosten übernehmen und künftig in Deutschland alle Bewertungen in die Gesamtwertung einschließen – nicht nur diejenigen, die als „empfohlen“ deklariert werden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, weil eine Revision zugelassen wurde.

Die Betreiberin der Fitness-Studios, die ehemalige Weltmeisterin im Bodybuilding Renate Holland, hatte auf Unterlassung geklagt. Der Grund: Weil bei Yelp nur Wertungen eingingen, die von einer Empfehlungssoftware nach verschiedenen Kriterien ausgewählt und mit dem Prädikat „empfohlen“ versehen wurden, fiel die Gesamtbewertung schlechter aus. Die Fitness-Studios waren dadurch insgesamt mit zwei oder drei von fünf möglichen Sternen bewertet.

Yelp-Empfehlungen werden von einer Software erstellt

„Die schaden kleinen Unternehmen“, sagte Holland. „Wer geht denn da noch hin, wenn man schlechte Bewertungen hat?“ Die 66-Jährige sieht sich als Vorkämpferin. „Das lasse ich nicht auf mir sitzen“, sagte sie. „Dass wir gewonnen haben, freut mich gerade für diese kleinen Firmen. Das ist wie David gegen Goliath.“

Auf Yelp haben Nutzer die Möglichkeit, Geschäfte aller Art zu bewerten – von einem Stern („Boah, das geht ja mal gar nicht“) bis zu fünf Sternen („Wow! Besser geht’s nicht“). Welche Bewertungen dem Besucher der Website angezeigt werden und wie hoch die Gesamtbewertung ausfälle, hängt im Wesentlichen davon ab, welche Bewertungen als „empfohlen“ angezeigt werden. Die Empfehlungen werden von einer Software nach verschiedenen Kriterien erstellt.

Wer bei Yelp wenig aktiv ist, landet unter „nicht empfohlen“

Dabei wird unter anderem berücksichtigt, wie viele Bewertungen ein Nutzer bisher abgegeben hat: Wer er neu oder wenig aktiv ist, landen seine Beiträge oft unter den „nicht empfohlenen“. Einen heftigen Streit um das Thema gab es bereits vor einigen Jahren, weil die Yelp-Software nach der Übernahme des deutschen Konkurrenten Qype viele der neu dazugekommenen Bewertungen verwarf. Damals hielt das Vorgehen von Yelp aber gegen Klagen stand.

Von dpa/RND