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Medien & TV Palina Rojinski moderiert „Yo! MTV Raps“: „Meine Gegenwart ist Hip-Hop“
Nachrichten Medien & TV Palina Rojinski moderiert „Yo! MTV Raps“: „Meine Gegenwart ist Hip-Hop“
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14:49 13.03.2019
Eine Runde Hip-Hop, bitte sehr: Palina Rojinski und MC Bogy, alias Moritz Christopher Udem. Quelle: Foto: David Biene/MTV
Berlin

Rotes Frauenhaar faszinierte die Menschen seit je , wohl weil man es relativ selten zu sehen bekam – nur ein bis zwei Prozent der Weltbevölkerung haben naturrotes Haar. Im abergläubischen Mittelalter stand es für das Höllenfeuer, gerieten seine Trägerinnen in Verdacht, Hexen zu sein. Ein Klischee, das von der Popkultur bis heute erfolgreich benutzt wird: In den Dreißiger- und Vierzigerjahren galt Hollywoodstar Rita Hayworth als Inbegriff der Femme Fatale. Und äußerst wirkungsvoll spielt die Niederländerin Carice van Houten derzeit in der Serie „Game of Thrones“ die „rote Frau“ Melisandre. Jetzt bittet eine weitere Frau mit Feuerhaar um die Aufmerksamkeit des Publikums: Palina Rojinski.

Zwei Jahre war Rojinski der Sidekick von Joko und Klaas

Seit die Berlinerin aus Russland vor zehn Jahren kleinere Nebenrollen in „Lenßen & Partner“ gegen größere bei Joko und Klaas tauschte, zählt sie zum kunterbunten Entertainment-Ensemble der Marke Pro7, eines Senders, der wie kein zweiter von Palina Rojinskis professioneller Kinderstube geprägt wurde – MTV. Hier war sie zwei Jahre lang ein Sidekick von Joachim „Joko“ Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf, als dieses Comedyduo noch kein Label war. Und dort ist sie 2011 abgesprungen, als der Musiksender die „Musik“ im Programm stark zurückfuhr. Bei MTV erklimmt Rojinski nun die nächste Stufe, um den Status des dekorativen Sidekicks hinter sich zu lassen.

Ab Sonnabend moderiert sie das Comeback von „Yo! MTV Raps“. Und während sich die Generation Z fragen wird, wofür die drei Großbuchstaben MTV noch mal genau stehen, wird die Generation Golf feuchte Augen kriegen, wenn sie von ihrer großen Zeit schwärmt – von Videoclips und Unplugged-Konzerten, von Ray Cokes und „Unter Ulmen“, von „Beavis and Butt-Head“, „Jackass“ und eben jenem Sprechgesang Rap, der mithilfe von MTV Mainstream wurde.

1991 verschwand „Yo! MTV Raps“ wieder von den Bildschirmen

Ab 1988 hatte das legendäre 60-minütige Hip-Hop-Magazin „Yo! MTV Raps“ nicht nur Fernseh-, sondern Stilgeschichte geschrieben. Als die kleine Palina vier Jahre nach ihrem Umzug aus Leningrad – wie St. Petersburg Anfang 1991 noch hieß – in Berlin zur Grundschule ging und allenfalls Eurodance hörte, verschwand „Yo! MTV Raps“ jedoch schon wieder im Meer billiger Real-Life-Formate. Was die erwachsene Rojinski ein Vierteljahrhundert später trotz ihrer Tanzausbildung da mit der Legende zu tun hat? Eigentlich nichts! Und alles…

„Meine Jugend war Hip-Hop, meine Gegenwart ist Hip-Hop“, erklärt Rojinsky die Kernqualifikation für leidenschaftliches Musikfernsehen, „mit Hip-Hop verbinde ich ein Lebensgefühl, das sich schon damals in der Sendung wiederfand und jetzt hoffentlich wiederfinden wird“. Während die Welt größtenteils vergessen hat, dass MTV noch existiert, will die neue alte Mitarbeiterin dem wiederbelebten Format zumindest im deutschen Kabelfernsehen ein Gefühl von Relevanz verleihen. Und das könnte nicht nur ihrer Lieblingsmusik zugute kommen, sondern mehr noch ihr selbst.

Palina Rojinski sieht jede ihrer Bühnen als größtmögliche

Bislang hielt sich das auffällige Model nämlich im Schatten großer Namen auf – vom „Tatort“ (Weimar) bis „Zirkus Halligalli“. An dieser Stelle mischt sich zwar Rojinskis Managerin mit Verweis auf das Pro7-Format „Big Surprise“ ein, das ihre Klientin 2005 allein moderiert habe. Die aber räumt ein, „halt Teamplayer“ zu sein. An der Seite des Rap-Fossils MC Bogy spielt sie dennoch die Hauptrolle. Erste Teaser zeigen den moderierenden Fan dabei, wie sie mit großer Hingabe durch Deutschlands Rapszene läuft, Liveauftritte anmoderiert, Videos präsentiert, Stars interviewt. Palinas Privatpool – ein wenig schrill und kompetent verpackt. Ob Nische oder Arena, digital oder analog, öffentlich-rechtlich oder privat: Palina Rojinski sieht jede ihrer Bühnen als größtmögliche.

Die Netz-Show „Podkinski“ ist ihr da ebenso wichtig wie eine Reportagereise durchs russische WM-Land, die steigende Zahl ihrer Filmrollen oder eben „Yo! MTV Raps“ – eine Art „Instagram-Story, bloß fürs Fernsehen“, wie sie das aufgemotzte Denkmal des Discman-Zeitalters nennt. Und für die Moderatorin, das ist zu spüren, eine Herzensangelegenheit.

Von Jan Freitag / RND

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