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Medien & TV Sinkt Helene Fischers Stern?
Nachrichten Medien & TV Sinkt Helene Fischers Stern?
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22:00 01.06.2017
Auf allen Kanälen: Helene Fischer. Quelle: dpa
München

Helene Fischer auf allen Kanälen: Seit die Schlagerqueen der Nation ihr neues Album am Start hat und dafür die Webetrommel rührt, ist man vor der Sängerin und ihrer Musik nirgendwo mehr sicher – selbst wenn man ihren Hits mit Textzeilen wie „Durch meine Venen fließt der Bass / Hämmert gegen meine Sehnen“ vielleicht nichts abgewinnen kann. Auch die auf gute Einschaltquoten schielende ARD macht willig mit: Am 8. Juni schaufelt das Erste zur besten Sendezeit fast zwei Stunden für die 32-jährige Sängerin frei und zeigt unter dem Titel „Helene Fischer – Ihre neuen Songs“ einen Konzertmitschnitt aus München.

Das Konzert fand am 24. Mai im Kesselhaus vor etwa 800 Zuschauern statt, was für Superstar Helene Fischer ein eher kleiner, intimer Rahmen ist, und gilt als offizielles „CD-Releasekonzert“. Die Veranstaltung war nach wenigen Minuten ausverkauft, und die zahlreichen Fans der blonden Sängerin sind sicherlich begeistert, dass sie nun im TV den Auftritt sehen können, mit dem die Künstlerin die Veröffentlichung ihrer neuen Platte „Helene Fischer“ feiert. Die Frage, ob man ihr im gebührenfinanzierten Fernsehen eine solche Werbeplattform bieten muss, steht aber natürlich dennoch im Raum.

War das DFB-Pokalfinale ein Wendepunkt?

Überhaupt scheint die Zeit, als rund um den Erfolg von Helene Fischer nur eitel Sonnenschein herrschte, vorbei zu sein. Die Phase, als ihr Bauchfrei-Auftritt bei der Feier der Fußball-WM am Brandenburger Tor einmütig bejubelt wurde und höchstens ein paar musikalische Snobs die Nase über die schlichte Musik und die glatten Choreographien rümpften. Der Skandal um Fischers gnadenlos ausgepfiffene Halbzeitshow beim Finale des DFB-Pokals Ende Mai markiert möglicherweise einen Wendepunkt.

„Verscherzt sie es sich durch ihre Überpräsenz mit den Fans?“, fragten dieser Tage schon mehrere Medien besorgt. Seit es darum geht, das neue Album zu verkaufen, ist die Entertainerin aus dem russischen Krasnojarsk manchem zu präsent. Im Fernsehen, besonders bei den öffentlich-rechtlichen Sendern, ist sie ein gern gesehener Gast. Im Ersten, wo Helene Fischer voriges Jahr sogar in Til Schweigers „Tatort“ mitwirken durfte, trat sie im Begleitprogramm zum Eurovision Song Contest auf, und in der NDR-Talkshow von Barbara Schöneberger plauderte sie erst neulich aus dem Nähkästchen. Fischer gastierte bei Carmen Nebel im ZDF und im Finale von „Germany’s Next Topmodel“. Und in Thomas Gottschalks gefloppter RTL-Show „Mensch, Gottschalk“ kämpfte sie im Gespräch über die Pokalpleite mit den Tränen – was natürlich prompt die nächste Schlagzeile generierte.

Tränen bei Thomas Gottschalk

Die Ausstrahlung des Münchner Konzerts am 8 Juni im Ersten soll ein Höhepunkt von Helene Fischers Tingeltour durchs deutsche Fernsehen sein. Der vielkritisierte TV-Marathon könnte die Sängerin durchaus einige Sympathiepunkte gekostet haben. Insgesamt scheint das Kalkül aber doch aufgegangen zu sein – zumindest pekuniär: Der Vorverkauf für ihre im September startende Hallen-Tournee durch deutsche Städte läuft so gut, dass viele Konzerte ausverkauft sind.

Und Fischers neues Album katapultierte sich sofort an die Spitze der Charts, legte die erfolgreichste Startwoche seit Herbert Grönemeyers „Mensch“ vor 15 Jahren hin. In der zweiten Woche wurde sie allerdings von der Band „Rammstein“ auf Platz zwei verdrängt.

Von Cornelia Wystrichowski/RND

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