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Medien & TV „Roseanne“-Macher verteidigen Tod der Hauptfigur
Nachrichten Medien & TV „Roseanne“-Macher verteidigen Tod der Hauptfigur
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17:34 18.10.2018
Zu düster und überflüssig: Roseanne Barr findet das Ende ihrer TV-Kultfigur Roseanne Conner nicht in Ordnung. Quelle: Foto: dpa
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Los Angeles

Nach dem Tod der Figur Roseanne in der neuen TV-Sitcom „The Conners“ haben sich die Macher der Serie gegen Kritik verteidigt. Sie hatten Schauspielerin Roseanne Barr im Nachfolger der abgesetzten Comedyserie „Roseanne“ nicht weiterleben lassen. Hintergrund war ein rassistischer Tweet Barrs über eine afroamerikanische Beraterin des früheren Präsidenten Barack Obama gewesen. In der ersten Folge von „The Conners“ stirbt Roseanne nun einer Überdosis schmerzlindernder Opiate.

Das Ende der Figur Roseanne sollte „relevant“ sein

Die Autoren der Folge hätten sich einen „respektvollen Abschied“ für Roseanne gewünscht, schrieb Bruce Helford im „Hollywood Reporter“, der die Pilotfolge mit geschrieben hatte. Das Ende der Figur sollte „relevant“ sein und „Diskussionen über das Gemeinwohl der amerikanischen Arbeiterklasse anstoßen, deren wahre Probleme im Fernsehen häufig ignoriert werden“.

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Die Zahl der Todesfälle durch Opiate-Überdosen steigt in den USA seit Jahren. Der Gesundheitsbehörde CDC starben daran im Jahr 2016 mehr als 42 000 Menschen und damit mehr als durch Verkehrsunfälle.

Barrs Meldung auf Twitter: „Ich bin nicht tot, Bitches!“

Die 65-jährige Barr hielt diesen Dreh für überflüssig. Die Wendung „verlieh einer ansonsten fröhlichen Familien-Show eine unnötig düstere und morbide Dimension“, teilte Barr mit. Mit Absetzung der Show hätten die Macher die Chance verfehlt, den Amerikanern ein Vorbild für „Buße und Vergebung“ zu sein. Auf Twitter meldete sie sich mit der Botschaft: „Ich bin nicht tot, Bitches!“

In der Wiederauflage der Serie „Roseanne“ hatte Barr eine zur Trump-Anhängerin gewandelte Roseanne Conner gespielt, die sich wie in den früheren Staffeln der einstigen Erfolgsserie (1988 bis 1997) mit ihren Familienmitgliedern stritt. Die Schauspielerin, die auch privat Unterstützerin des amtierenden US-Präsidenten ist, hatte sich allerdings einiges zuviel von dessen Methoden abgeschaut und beleidigende Tweets in die Welt gesetzt.

Barr hatte ihren rassistischen Tweet als „Fehler“ bezeichnet

Barr hatte ihren stark kritisierten Tweet anschließend als „Fehler“ bezeichnet. In der neuen Serie „The Conners“ sind bis auf Barr alle bekannten Charaktere wieder dabei, darunter John Goodman und Laurie Metcalf.

Von Johann Schmitt-Tegge