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Medien Netflix blockiert Comedy-Sendung in Saudi-Arabien: Jetzt äußert sich Hasan Minhaj
Nachrichten Medien Netflix blockiert Comedy-Sendung in Saudi-Arabien: Jetzt äußert sich Hasan Minhaj
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09:10 03.01.2019
Hasan Minhaj hat sich auf Twitter zu der Blockade von Netflix geäußert. Quelle: AP
Riad

Der US-Streaming-Dienst Netflix hat nach einer Beschwerde aus Saudi-Arabien die Sendung „„Patriot Act mit Hasan Minhaj“ aus seinem Angebot in dem Königreich entfernt. Dies berichtete die „Financial Times“ am Dienstag. Konkret gehe es um eine Episode der Comedy-Reihe, in der sich der Comedian Hasan Minhaj über die Ermordung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi und das militärische Engagement Saudi-Arabiens im Jemen äußert.

„Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, unsere Beziehungen zu Saudi-Arabien zu überdenken. Und ich meine das als Muslim und als Amerikaner“, habe der US-Komiker Minhaj darin unter anderem gesagt. Er könne es nicht fassen, dass nicht-Muslime erst einen Mord an einem Washington-Post-Journalisten bräuchten, um Kronprinz Salman eben nicht mehr als Reformer zu sehen, sagt er zu einem anderen Zeitpunkt in der Sendung. „Jede muslimische Person dachte sich aber: ’Ach, was ihr nicht sagt. Er ist der Kronprinz von Saudi-Arabien“.

Video soll gegen Gesetz gegen Cyberkriminalität

Netflix bestätigte der „Financial Times“ den Schritt. Zwar unterstütze der Dienst die künstlerische Freiheit auf der ganzen Welt. Er müsse sich aber an lokale Gesetze halten. Saudische Behörden hätten die Löschung des Videos verlangt, da dieses gegen ein Gesetz gegen Cyberkriminalität verstoße, hieß es. Auch in Saudi-Arabien sei es aber weiterhin über den Youtube-Kanal des Senders zu erreichen.

Während es aus der Medienwelt viel Kritik an Netflix zu hören ist, meldet sich nun auch der Comedian Hasan Minhaj selbst zu Wort. „Der beste Weg, um Leute davon abzuhalten, eine Sendung zu sehen ist eindeutig, sie zu verbieten, damit online populär zu machen und dann aber weiterhin bei Youtube stehen zu lassen“, schreibt der Moderator.

Gleichzeitig nutzt er die Aufmerksamkeit, um auf die humanitäre Krise im Jemen aufmerksam zu machen und ruft zum Spenden auf.

„Nicht künstlerisch, nicht politisch, nicht humoristisch“

Netflix ist derweil von Menschenrechtlern kritisiert worden. „Netflix’ Behauptung, die künstlerische Freiheit zu unterstützen, bedeutet nichts, wenn es (Netflix) sich den Forderungen von Regierungsbeamten beugt“, schrieb die Leiterin der Nahost- und Afrika-Abteilung von Human Rights Watch, Sarah Leah Whitson, auf Twitter. Saudi-Arabien selbst glaube nicht an Freiheiten für seine Bürger, „nicht künstlerisch, nicht politisch, nicht humoristisch“, schrieb sie.

Die Führung Saudi-Arabiens war in den vergangenen Monaten wegen des Mordes an dem regierungskritischen Journalisten Jamal Khashoggi international in die Kritik geraten. Der Kolumnist der „Washington Post“ wurde Anfang Oktober im saudischen Konsulat in Istanbul von aus Saudi-Arabien angereisten Tätern getötet. Eine Reihe von Indizien rückte Thronfolger Mohammed bin Salman, den Sohn des Königs, in die Nähe der Tat.

Hasan Minhaj wurde 1985 als Sohn indischer Einwanderer in Kalifornien geboren. In den USA hat er zunächst Politikwissenschaften studiert, bis er sich der Comedy zuwandte. Auf Netflix debütierte er 2017 mit der Show „Homecoming King“, im selben Jahr war er Redner beim „White House Correspondents’ Dinner“ in Washington“.

Von RND / goe/ dpa

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