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Panorama AfD-Politiker nutzt Wacken-Besuch für Wahlwerbung
Nachrichten Panorama AfD-Politiker nutzt Wacken-Besuch für Wahlwerbung
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12:17 05.08.2017
Für diesen Facebook-Post erntet ein AfD-Politiker einen Shitstorm.  Quelle: Daniel Schneider/Facebook
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Wacken

 „Bei #CDU, #SPD, #Linke und #Grünen kann man nur noch mit dem Kopf schütteln! Ich wünsche allen #Metalheads und #Headbangers ein sorgenfreies #WOA.“, schrieb AfD-Mann Daniel Schneider am Donnerstag auf Facebook.

Der Politiker aus Sachsen-Anhalt nutzte seinen Besuch beim Metal-Festival Wacken für ein politisches Statement. Im Bild steht er mit Strohhut vor den Toren des Festivalgeländes. Die patriotische Collage wird von einer Deutschland-Flagge im Hintergrund und dem Slogan „Bock auf Rock im Parlament? Headbangers AfD wählen“ gekrönt.

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Mit Wacken die AfD-Werbetrommel rühren? Das kam bei den Facebook-Nutzern nicht an. Sie reagierten mit wütenden Kommentaren. „Finger weg von Wacken“, schriebt ein User. „Bock auf Rock hab ich immer. Bock auf die AfD hab ich nie“, schrieb ein weiterer. Schnell verbreitete sich der Hashtag #Rechtsrocktnicht.

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Fans fordern Stellungnahme der Veranstalter

Andere Metal-Fans versuchen, den AfD-Mann aufzuklären: „Die Metalszene ist riesengross, international, weltoffen und für einen Metalhead spielt es keine Rolle, wo ein Mensch herkommt, ob er irgend einen Gott anbetet, oder welche sexuelle Orientierung er hat“, schreibt ein User. Eine andere Nutzerin ergänzt: „AfD ist mit ihrem Weltbild Lichtjahre entfernt von dem was den Metal ausmacht.“

Viele Fans verlinkten daraufhin auf die offizielle Facebook-Seite vom Wacken-Festival und appellierten an den Veranstalter Stellung zu nehmen. „@Wacken Open Air ... ich geh mal schwer davon aus, dass ihr das nicht unterstützt....“, schrieb ein User. Die Veranstalter des Metal-Festivals reagierten ebenfalls mit einem Kommentar: "Das ist nicht okay für uns", machten sie klar. "Aber wenn wir nun dagegen vorgehen, bekommt der eine noch größere Bühne. Komplett ignorieren wäre die beste Option gewesen eigentlich, keine Aufmerksamkeit schenken und in der Bedeutungslosigkeit versumpfen lassen", lautete die Strategie.

Von RND/abr/are

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