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Panorama Aktivistin „Eule“ aus dem Hambacher Forst verurteilt
Nachrichten Panorama Aktivistin „Eule“ aus dem Hambacher Forst verurteilt
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06:45 19.02.2019
Aktivisten protestierten im vergangenen Jahr im Hambacher Forst – kurz „Hambi“ genannt – gegen die Abholzung des Waldes. Quelle: Foto: Oliver Berg/dpa
Kerpen

Als das Urteil fällt, geht ein Raunen durch den Gerichtssaal. Dutzende Aktivisten aus der linken Szene lassen ihrem Unmut freien Lauf, nachdem das Amtsgericht im nordrhein-westfälischen Kerpen die Aktivistin „Eule“ am Montag zu neun Monaten Jugendstrafe ohne Bewährung verurteilt.

Die Angeklagte, die von der Polizei seit ihrer Verhaftung als „UP8“ (unbekannte Person 8) geführt wird, war am 26. September 2018 die letzte Aktivistin, die bei der Räumung des Hambacher Forsts von der Polizei vom Baum geholt wurde. Die Aktivisten protestierten gegen die Abholzung für den Braunkohleabbau. Bis heute ist die Identität der Angeklagten ungeklärt, die Frau verweigert jede Aussage – und blieb bis zur Verhandlung vier Monate lang in Untersuchungshaft.

„Eule“ zeigt sich unkooperativ – schon im Hambacher Forst

Auch zuvor zeigte sich „Eule“, wie sie in der Szene genannt wird, unkooperativ. Als zwei SEK-Beamte sie aus der Hängematte im Hambacher Forst befördern wollen, wehrt sie sich, berichten die Einsatzkräfte am Montag vor Gericht. So zeigen es auch Videoaufnahmen.

Auch am Boden blieb sie aggressiv, verfehlte mit ihren Stiefeln nur knapp das Gesicht einer Polizistin. So steht es in der Anklage, die Staatsanwältin Julia Göbbels am ersten Verhandlungstag vor 14 Tagen vorgetragen hatte. Und so berichten es im Prozess fünf Polizisten. Der Verteidiger von „Eule“, der Kölner Rechtsanwalt Christian Mertens, stellt die Situation vor Gericht so dar: Sie habe sich in einer Hängematte und nicht in einem Baumhaus befunden, die Beamten hätten nur die Baumhäuser rechtmäßig räumen dürfen. Zudem sei hinter dem Tritt keine Absicht nachweisbar.

„Hambi“-Aktivistin wegen Widerstandes gegen Polizeibeamte und Körperverletzung verurteilt

Wegen Widerstandes gegen Polizeibeamte, versuchter gefährlicher Körperverletzung und einfacher Körperverletzung wurde die jungen Frau verurteilt, die nach ärztlichen Untersuchungen auf mindestens 18, aber höchstens 21 Jahre geschätzt wird. Auch eine Jugendgerichtshelferin hält sie aufgrund eines Gesprächs in der Haftanstalt für 18, vielleicht 19 Jahre. Es sei „jugendtypisches Verhalten“ bei ihr festzustellen, keine erwachsene Haltung. „Der Hambacher Forst scheint für sie ein großes Abenteuer gewesen zu sein“, sagt die Jugendgerichtshelferin. Ein Abenteuer mit strafrechtlichen Konsequenzen. „Eule“, die in dreckiger Jogginghose und halbrasiertem Schädel mit Kapuzenjacke erschien, grinst nach der Urteilsverkündung.

Von Julia Rathcke/RND

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