Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Panorama Bademeister aus Düsseldorfer Rheinbad: “Man droht, mich zu töten”
Nachrichten Panorama Bademeister aus Düsseldorfer Rheinbad: “Man droht, mich zu töten”
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:47 23.08.2019
Schwimmmeister Wladimir Chetverik (l) erzählt beim "Werte Dialog" aus seinem Alltag. Quelle: Roland Weihrauch/dpa
Düsseldorf

Der vom Integrationsministerium angebotene „Werte-Dialog“ nach den vorzeitigen Räumungen im Düsseldorfer Rheinbad ist von den Bürgern kaum angenommen worden. Zu der Veranstaltung in der weit vom Stadtzentrum entfernten Düsseldorfer Arena neben dem Freibad fanden sich am Donnerstagabend nur rund 50 Bürger ein.

Das Rheinbad war in den vergangenen Wochen mehrfach nach Störungen vorzeitig geschlossen worden. Über das Ausmaß der bundesweit beachteten Vorfälle, die Beteiligung jugendlicher Migranten und die Notwendigkeit der rigorosen Maßnahmen wird seitdem gestritten.

NRW-Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) und Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) mahnten Dialog, gegenseitigen Respekt und Toleranz an. „Ich kann tolerieren, wenn sich jemand einen Tick anders benimmt im Freibad als ich“, sagte Geisel.

"Es wird mit Vergewaltigung der Mutter gedroht"

Der Oberbürgermeister kritisierte erneut, dass das Bad Ende Juli voreilig geschlossen worden sei. Die Bilder der Überwachungskameras, die unverständlicherweise von der Bädergesellschaft gelöscht worden seien, könnten das nicht erklären. „Gefährlich wurde es erst, nachdem das Bad geschlossen wurde. Da gab es anarchische Szenen.“

Der Bademeister des Rheinbads, Wladimir Chetverik, berichtete von Verrohungen aus seinem Arbeitsalltag: „Man erlebt oft Beleidigungen. Es wird mit der Vergewaltigung der Mutter gedroht.“ Er habe auch schon hören müssen: „Ich töte Dich“ oder „Ich zünde Dich an.“ Er sei auch schon körperlich angegriffen worden. Bedrohlich seien die großen Gruppen im Rheinbad, die schwer zu kontrollieren seien.

Lesen Sie auch:

Polizeieinsatz wegen selbsternannter Aufpasser im Düsseldorfer Rheinbad

Düsseldorfer Rheinbad jetzt mit Videoüberwachung

Ausweispflicht soll im Rheinbad für Ruhe sorgen

Im polnischen Tatra-Gebirge sind fünf Menschen getötet und mehr als 30 verletzt worden. Auch eine Gruppe mit Kindern soll betroffen gewesen sein.

22.08.2019

Zwei junge Männer stehen wegen des Mordes an der schwangeren Maria K. vor Gericht. Weil die Mutter der Getöten in Tränen ausbrach, musste der Prozess unterbrochen werden. Dann kam es auch noch zu Drohungen.

22.08.2019

Gefangene einer JVA in Brandenburg haben heimlich einen Twitter-Account geöffnet, von dem aus sie das Gefängnisessen fotografieren. Das hat nun für Wirbel gesorgt - denn Handys sind im Knast verboten.

22.08.2019