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Panorama Behörde will „Schwer-in-Ordnung-Ausweis“ ausstellen
Nachrichten Panorama Behörde will „Schwer-in-Ordnung-Ausweis“ ausstellen
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16:10 15.11.2017
Die 14-jährige Hannah Ylva bewegte mit ihrer Idee. Quelle: twitter.com/@Marvin_Ronsdorf (Screenshot)
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Hamburg

Die 14-jährige Hannah hatte vor knapp einem Monat die Herzen der Internetgemeinde bewegt. Das Mädchen mit Down-Syndrom fand den Namen „Schwerbehindertenausweis“ unpassend und benannte das Dokument kurzer Hand in „Schwerinordnungsausweis“ um. Dazu schrieb sie ein Gedicht, das im Magazin „Kids Aktuell“ abgedruckt wurde. Über Twitter verbreitete sich ihre Idee und wurde zum Internet-Hit. Hier die Geschichte zum Nachlesen. Ihre Idee wurde nun zur Inspiration für einen Jungen, der auch einen solchen Ausweis haben will.

Sozialsenatorin will Wunsch erfüllen

Er habe einen entsprechenden Antrag beim Hamburger Versorgungsamt gestellt, berichtete Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Dienstagabend bei NDR 90,3 in der Sendung „Treffpunkt Hamburg“ zum Thema Inklusion. Sie wolle dem Antrag des Jungen stattgeben, sagte Leonhard dem Radiosender. „Das zeigt deutlich: Menschen mit Behinderung empfinden sich als ganz normale Menschen, als Teil dieser Gesellschaft, und sie haben keine Lust von Dritten immer als eine bestimmte Gruppe klassifiziert zu werden.“

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Der offizielle Schwerbehindertenausweis wird nach Angaben der Behörde aber weiterhin benötigt. Dennoch wolle die Verwaltung unbürokratisch auf die „herzerweichende Geschichte“ reagieren, sagte ein Sprecher.

Familie freut sich über Reaktionen

Hannahs Mutter zeigte sich am Mittwoch sehr überrascht, dass auf Regierungsebene zu Hannahs Idee Stellung bezogen wurde. „Sie hat toll etwas auf den Weg gebracht“, freute sie sich für ihre Tochter. Auch den Vorstoß der Senatorin bezeichnete sie als „coole Idee“.

Die Familie war von den Reaktionen in Medien und sozialen Netzwerken „völlig überrumpelt“, wie ihre Mutter dem „Pinneberger Tageblatt“ sagte. „Für die Sache ist es aber etwas Gutes.“ Teilnahme und Inklusion seien wichtig. Nach den Worten der Mutter war das Mädchen angesichts der Reaktionen zunächst „total verunsichert“ bevor sich ihre Freude durchsetzte.

Von dpa/RND