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Panorama Bremsanlage abgeschraubt: Sabotage am Roncalli-Zirkuszug
Nachrichten Panorama Bremsanlage abgeschraubt: Sabotage am Roncalli-Zirkuszug
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11:37 13.12.2018
Der 700 Meter lange Roncalli-Sonderzug mit 80 teils historischen Wagen musste in Fulda eine Zwangspause einlegen. Quelle: Tim Schaarschmidt
Fulda

Am Morgen danach ist Markus Strobl vom Zirkus Roncalli immer noch entsetzt: „Wer tut sowas nur?“ Kurz vor Mitternacht bekam Strobl eine WhatsApp-Nachricht des Logistikchefs: Bundespolizei legt Zug still. „Da war ich erst noch davon ausgegangen, dass technisch irgendetwas kaputt ist“, sagt Strobl gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Was war passiert? Der 700 Meter lange Sonderzug mit rund 80 historischen Roncalli-Zirkus-Wagen – der älteste stammt aus dem Jahr 1880 – war unterwegs von Österreich nach Osnabrück. Dort sollte ab kommenden Freitag (21. Dezember) der fünfte Weihnachtszirkus beginnen – erstmals unter der Regie von Adrian Paul, dem Sohn des Roncalli-Gründers Bernhard.

Vor der Weiterfahrt des Zuges habe der Lokführer nach einem Halt in Fulda einen routinemäßigen Bremstest gemacht. „Dabei stellte er fest, dass der Bremsdruck nicht richtig aufgebaut werden konnte.“ Bei einem Sicherheitsrundgang fand dann der Lokführer auch den Grund hierfür: „An zwei Bahnloren wurden die Bremsanlagen komplett und professionell entfernt.“ Die Bundespolizei legte daraufhin den Wagen still und begann mit der Untersuchung.

„Wer tut so etwas?“

Strobl kann sicht nicht erklären, wer ein Interesse daran haben könnte. Umwelt- oder Tierschützer? Eher nicht, sagt Strobl. „Wir sind ein tierfreier Zirkus und lösen das mit Tierhologrammen und –puppen.“ Außerdem, so Strobl, sei Roncalli nahezu plastikfrei, biete veganes und vegetarisches Essen an. Nutze, wo es geht, den Zug als ökofreundliches Transportmittel. „Das hätte natürlich auch Personen gefährden können!“ Die Bremsen seien an den Loren 3 und 4 entfernt worden: „Mir wurde erklärt, dass das genau die neuralgischen Punkte eines Zuges sind, wenn er in eine Kurve fährt.“ Der Sonderzug hätte so leicht entgleisen können. Und so nicht nur die komplette Ausrüstung des Zirkus gefährdet.

Auch im Internet stößt der Fall auf Unverständnis.

Weihnachtszirkus ist nicht gefährdet

Da sich der Sonderzug nicht unmittelbar seine Reise fortsetzen konnte, verzögere sich der Aufbau des Weihnachtszirkus in Osnabrück. „Das ist natürlich gerade für die Probe von Adrian Paul ärgerlich“, sagt Strobl. Zudem musste der Zirkus bei Baufirmen Geräte mieten, die sich auf dem Sonderzug befanden. Andererseits: „Wir sind erschrocken, aber froh, dass nichts mehr passiert ist.“

Von RND/gum

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