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Panorama „Mit blauem Auge davon gekommen“: Feuerwehr richtet scharfe Kritik an Berliner Club-Betreiber
Nachrichten Panorama „Mit blauem Auge davon gekommen“: Feuerwehr richtet scharfe Kritik an Berliner Club-Betreiber
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13:18 16.06.2019
Feuerwehrleute stehen vor dem „Club der Visionäre“ Quelle: Paul Zinken/dpa
Berlin

Für Partygänger in Berlin gibt es vorerst eine Adresse weniger: Der bekannte „Club der Visionäre“ bleibt nach einem Brand am Samstag vorerst geschlossen. Das Feuer war am Morgen in dem Club am Flutgraben im Stadtteil Kreuzberg ausgebrochen. Während die Feuerwehr mitteilte, der Club sei vollständig ausgebrannt, betonten die Betreiber, der Haupt-Gästebereich sei nicht betroffen. Man hoffe, den Club nach Abstimmung mit den Behörden bald wieder öffnen zu können.

Wie das Feuer ausbrechen konnte, war zunächst nicht bekannt. Zunächst sei ein 400 Quadratmeter großer Holzverschlag in Brand geraten, teilte die Feuerwehr mit. Sie rückte mit 70 Kräften aus und verhinderte, dass der Brand auf eine benachbarte Tankstelle übergriff.

Nach ersten Erkenntnissen der Feuerwehr wurden drei Menschen leicht verletzt. Sie mussten wegen Augenreizungen und Reizhusten behandelt werden, wie ein Sprecher sagte. Der „Club der Visionäre“ erklärte hingegen, weder Gäste noch Mitarbeiter seien verletzt worden.

Scharfe Kritik der Feuerwehr

„Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“, sagte ein Feuerwehrsprecher. Nur noch etwa zwei Dutzend Menschen seien auf dem Areal gewesen, als die Helfer eintrafen. „Es ist ein großes Glück, dass das Feuer nicht in der Nacht ausgebrochen ist, als da Vollbetrieb war.“

Der „Club der Visionäre“ ist über Berlin hinaus bekannt. Im Ausgehviertel an der Grenze von Kreuzberg zu Treptow erstreckt er sich über Holzterrassen auf mehreren Ebenen an einem grün umwucherten Kanal nahe der Spree, dem Flutgraben. Auch Touristen tanzten auf den Holzplanken zu Elektro, House und Techno. Bekannte DJs legten auf - zuletzt waren für Freitagabend Künstler aus Tokio angekündigt.

Gebrannt habe nur ein kleiner Teil des Freiluftbereichs, erklärten die Clubbetreiber. Die Terrassen auf dem Flutgraben und das Mauerwerk seien nicht betroffen. Bis zur Neueröffnung gehe es mit Programm des Clubs ab Sonntag auf dem Schiff „Hoppetosse“ weiter, das am nahen Spreeufer vor Anker liegt.

Die Feuerwehr bemängelte den baulichen Zustand. In einfach zusammengezimmerten Bretterhütten auf dem Gelände gebe es „teilweise abenteuerliche Strominstallationen“, kritisierte der Sprecher. Auch ein paar Dutzend Propangasflaschen hätten herumgestanden, teilweise seien sie während des Brandes explodiert. Die Feuerwehr habe die Bauaufsicht gebeten, sich die Clubs und Restaurants rund um den Flutgraben genauer anzusehen.

„Alle erforderlichen und verlangten Brandschutzmaßnahmen waren getroffen worden“, hieß es von Seiten der Betreiber. Der Brandschutz sei abgenommen, die Mitarbeiter geschult. Das Feuer sei außerhalb des Clubs ausgebrochen und habe dann auf ihn übergegriffen.

„Der Club der Visionäre gehört einfach zur Berliner Clublandschaft - genauso wie Bretterbauten und das Unfertige“, teilte der Berliner Grünen-Abgeordnete Georg Kössler mit. Er hoffe auf einen Neuaufbau mit verbessertem Brand- und Lärmschutz.

In sozialen Medien beklagten Nutzer das vorläufige Aus für den Club. „Mein zweites zu Hause“, schrieb eine Nutzerin. „Ein Stück Heimat geht verloren“, notierte ein anderer. Anderswo hieß es: „Bei dir sind wir abgestürzt und du warst Inspiration für uns.“ Es gibt auch einen Spendenaufruf für einen Wiederaufbau.

Von RND/dpa

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