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Panorama Das Gnu in uns allen
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19:56 04.11.2016
Von Uwe Janssen
Das Gnu gehört nicht nur zu den Antilopen, sondern auch zu den generell unterschätzten und eher unglamourösen Tierrassen. Dabei könnten vor allem Sportveranstalter viel vom Gnu und seinen Fressfeinden und -freunden lernen. Quelle: Krishnappa
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Damit man genau gucken kann, wann, wo und wohin die Gnus wandern, ob Zebras oder andere Antilopen dabei sind, gibt es nun eine App namens Herdtracker. Das ist praktisch – für Löwen mit WLAN eine Art Foodora, für Naturfreunde eine Art Public Gnuing.

Und wenn die Gnus dann den Mara-Fluss überqueren, warten schon die Krokodile – auch sehr praktisch: einfach Maul auf, fertig. Da kann es dir als Krokodil passieren, dass du einfach nur gähnst, und plötzlich hast du ’n Gnu verschluckt.

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Hauptrolle als Hauptmahlzeit

Auch die Geier, das fliegende Entsorgungspersonal, finden die Gnuwanderungen sehr spannend und folgen den Herden geduldig wie der Besenwagen dem Marathonfeld, bis einer aus dem Hauptfeld abreißen lässt und eine neue Hauptrolle als Hauptmahlzeit bekommt. Die Freeganer-Bewegung hat bei den Geiern viel abgeschaut, obwohl das niemand zugeben würde. Geduld ist ganz wichtig. Hungrige Geier haben keine anderen Termine. Die warten.

Das wissen auch die Gnus. Was ihren Part in der Nahrungskette betrifft, heißt es bei den Gnus: Die Letzten werden die Ersten sein. Gnus sind, abgesehen von ihrem Namen, der im Deutschen fast eine Frechheit ist, sehr interessante Tiere. Nicht nur für Löwen und Verfolgervögel.

Gnus sind Kuhantilopen. Die klobigste Antilopenart. Curvy Models, wie man bei RTL II sagen würde. Gnus haben auch Fressfreunde. Zebras zum Beispiel dienen ihnen als eine Art Rasenmäher, Paviane als Alarmanlage. Von Tieren lernen heißt siegen lernen.

Reihenweise neue Bestzeiten

Vielleicht sollten Marathonveranstalter ernsthaft überlegen, einige dieser Ideen zu übernehmen. Ein ansehnlicher Trupp aasgeiler Geier über dem Läuferfeld würde reihenweise neue persönliche Bestzeiten generieren und Ausfallquoten drastisch senken. Seitenstechen wäre plötzlich überhaupt kein Argument mehr.

Kreischende Paviane würden sich um die Straßensperrungen kümmern. Wie Paviane Vergehen ahnden, weiß jeder, der einmal mit dem eigenen Auto in einen Wildtierpark gefahren ist. Gnus sind da lockerer. Wenn man sie nicht fressen will. Und sie einfach wandern lässt. Einfach auf Herdtracker gucken. Oder auf Foodora.  

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