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Panorama Das würde Udo Walz an Martin Schulz ändern
Nachrichten Panorama Das würde Udo Walz an Martin Schulz ändern
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23:11 27.01.2017
SPD-Politiker Martin Schulz, Promi-Friseur Udo Walz. Quelle: dpa
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Hannover

Wenn die Form den Inhalt besiegt, läuft etwas gründlich falsch in der Politik. Andererseits ist es auch kein Geheimnis, dass der Erfolg eines Politikers nicht unwesentlich davon abhängt, wie er „rüberkommt“, nicht zuletzt optisch. Das musste etwa Rudolf Scharping 1994 schmerzhaft erfahren, als der bartlose Helmut Kohl mit dem Slogan „Politik ohne Bart“ gegen ihn antrat – und gewann.

Neue Brille, neues Leben? Viele Politiker haben während ihrer Karriere bereits einen Stilwandel vollzogen, zum Beispiel nach einem Rücktritt. Wir zeigen Beispiele von Frank-Walter Steinmeier, über Angela Merkel bis Christian Wulff.

Vor diesem Slogan braucht der frisch gekürte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz wohl kaum Angst zu haben, schließlich wird seine Gegnerin Angela Merkel sein. Aber das heißt noch lange nicht, dass Schulz rein äußerlich schon das Zeug zum Kanzler hätte. Meint jedenfalls der Berliner Starfriseur Udo Walz, und wenn sich einer mit Kanzlerköpfen auskennt, dann er.

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Walz empfiehlt Schulz eine andere Brille

Nicht nur Helmut Kohl und Gerhard Schröder ließen sich bereits von ihm frisieren, auch Angela Merkel vertraute sich ihm an. Unter Walz’ kundigen Händen wurde aus der biederen Prinz-Eisenherz-Frisur der aufstrebenden CDU-Politikerin Deutschlands bekanntester Pagenschnitt: „Die habe ich so verändert, da waren alle sprachlos“, sagt der Meister ohne falsche Bescheidenheit. Noch heute schaut die Bundeskanzlerin, so oft sie Zeit hat, auf einen Haarschnitt im Salon des 72-jährigen Schwaben vorbei: Waschen, Schneiden, Föhnen für knapp 65 Euro.

Bei Martin Schulz sieht Walz in Sachen Haartracht eher wenig Verbesserungspotenzial. „Die soll bleiben, wie sie ist“, lautet das fachkundige Urteil über die Fast-gar-nicht-Frisur des Rheinländers. Aber diese Brille! Der 61-jährige Sozialdemokrat setzt derzeit auf ein dezentes Modell mit schmalem Rand und dunkelgrauen Bügeln. So praktisch und bodenständig wie der Rheinländer selbst – und ziemlich nichtssagend.

Für den Berliner Politbetrieb sei das Modell „Standard“ viel zu unscheinbar und uninteressant, sagt Walz. Was er dem designierten Kanzlerkandidaten auf die Nase setzen würde? „Eine braune Hornbrille, ein etwas größeres Gestell mit runden Gläsern, auffällig, markant und stylish – das kommt beim Wähler an.“

Eine ordentliche Prise Hipster, so die Botschaft, schadet also nicht im Wahlkampf. Wie Angela Merkel diesem Anspruch gerecht werden soll, wird die große Überraschung dieses Herbstes werden.

Von RND/Linda Tonn

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