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Panorama Ein Jahr zum Rotwerden: Das sind die Trends 2019
Nachrichten Panorama Ein Jahr zum Rotwerden: Das sind die Trends 2019
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11:00 05.01.2019
Lebensbejahend mit goldenem Unterton: Die australische Schauspielerin Emily Browning trägt bei der Premiere des Films „Legend“ ein Kleid im Pantone-Farbton des Jahres – Koralle. Quelle: Facundo Arrizabalaga/EPA/dpa
Hannover

Was im neuen Jahr – vielleicht – angesagt sein könnte, beschäftigt bereits seit Monaten Scouts und Analysten. Das Zeug zum Trend haben zumindest Bars, die sich wie Luxusrestaurants gerieren, martialische Mode und Bienen. Einige Trends des Jahres 2019 im Überblick:

Wie es leuchtet

Für das US-Unternehmen Pantone ist Korallenrot die Farbe des neuen Jahres. In den Meeren schimmern die Korallen oft nur noch gräulich-weiß – abgestorben. Doch im Jahr 2019 soll die Koralle zumindest modisch wieder leuchten. Das Unternehmen wählt jedes Jahr eine Farbe aus und setzt einen Trend. Pantone Living Coral oder auch einfach nur 16-1546 heißt die Farbe im Fachjargon.

Gemeint ist damit laut Pantone „ein anregendes und lebensbejahendes Orange mit goldenem Unterton“. Pantone ist für internationale Farbsysteme bekannt. Auch andere Unternehmen küren Trendfarben. PPG Paints wählte ein dunkles Grün namens „Night Watch“ für 2019, das auch an Nuancen der Weltmeere erinnert.

Trinken auf hohem Niveau: Die „Velvet Bar“ in Berlin-Neukölln will ein Pendant zur Sterneküche sein. Quelle: Paul Zinken/dpa

Na dann – Prost

An der schon im Oktober vom Fachmagazin „Mixology“ gekürten „Bar des Jahres Deutschland“, der Velvet-Bar in Berlin-Neukölln, lässt sich ein Trend zum höheren Trinken ablesen. Geschäftsführer Robert Havemann sagte anlässlich der Auszeichnung: „Wir wollten eine Bar auf Sterne-Niveau – ein Pendant zur Restaurantszene.“

So werden nicht nur einfach Gin Tonic und andere Drinks angeboten, sondern es kommen per Zentrifuge gemixte Cocktails ins Glas und bevorzugt Essenzen aus gerade saisonalen Gewächsen. Apropos Sterneküche: Statt wie bislang schon im Herbst des Vorjahres, kommt der Sterne vergebende rote Restaurantführer „Guide Michelin“ für Deutschland 2019 erst Ende Februar heraus.

Gut gerüstet

Die Modezeitschrift „Vogue“ fragte schon vergangenen Sommer, ob im Frühjahr 2019 Normcore (Normalo-Look) von Warcore (einem Kriegs-Look) abgelöst wird. Labels wie Alyx, Heron Preston, Off-White, Givenchy, Louis Vuitton und Vetements spielen jedenfalls damit. Auch bei den einflussreichen Designern Raf Simons (Calvin Klein) und Demna Gvasalia (Balenciaga) spiegelt sich so was wider. Es geht um Kreationen, die an Sturmmasken, kugelsichere Westen oder Harnesse (Ledergeschirr am Oberkörper) denken lassen.

Der Military-Look gilt auch als (verspielte) Reaktion der Modemacher auf die instabile Welt und Abschottungserscheinungen. Ganz neu ist das alles natürlich nicht: Cargohosen waren schon mal in den 90ern angesagt. In den 80ern und 60ern trugen viele Parka und Camouflage. In den 50ern rebellierten Jugendliche mit Bomberjacken.

Urlaub in Deutschland liegt im Trend – nicht zuletzt wegen Kulturereignissen wie dem Bauhaus-Jubiläum oder der Elbphilharmonie in Hamburg. Quelle: Christian Charisius/dpa

Zu Hause ist es am schönsten

Der Reiseführer „Lonely Planet“ setzte Deutschland bei seinen zehn Topländern des Jahres auf den zweiten Platz, hinter Sri Lanka. „Deutschland verzaubert und überrascht – auch die, die hier leben“, heißt es in dem Buch „Lonely Planets Best in Travel 2019“. Als Grund, warum Deutschland ausgerechnet 2019 bereist werden soll, wird vor allem der 100. Jahrestag der Gründung der Kunst- und Designschule Bauhaus genannt.

Neue Museen in den drei Bauhaus-Städten Weimar, Dessau und Berlin und viele begleitende Events im ganzen Land machten Deutschland attraktiv, heißt es. Weitere Deutschland-Tipps: München mit Bier und Weißwurst, der romantische Mittelrhein, die Elbphilharmonie in Hamburg und Berlins Nachtleben.

Es gibt Reis

Die Deutschen haben wohl bald noch mehr Schüsseln im Schrank. „Schalen und Schälchen sind Trend“, sagt Nicolette Naumann, Vizechefin der Frankfurter Messe Ambiente. „Was am Abend noch eine asiatisch anmutende Reisschale war, dient am Morgen darauf als Schüssel für das Müsli oder am Nachmittag zum Genießen von Rohkost.“

Als Trendtier kann sie sich die Biene vorstellen. „Das Bewusstsein für die schwarz-gelben Tiere und andere Insekten hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen.“ Das Bienensterben und der allgemeine Trend zur Natur seien die Gründe dafür.

Wie Stadtbewohner ihr Bedürfnis nach Naturerfahrung ausleben: Urban Gardening wird immer beliebter. Quelle: Andreas Arnold/dpa

Erntedank

Ob der Bienenstock im Garten, Basteln wie in den Siebzigerjahren oder das Einlegen von Gemüse: Diese Hobbys bleiben weiter aktuell. Sie werden uns laut Nicolette Naumann auch noch eine Weile begleiten.

„Im Kommen ist seit einigen Jahren auch das Urban Gardening. Bisher war es eher ein Nischenthema, aber der heimische Anbau von Naschgemüse auf dem Balkon, Kräutern in Treppenaufgängen, Obst auf Balkonen oder kleinen Dachterrassen im städtischen Raum werden immer beliebter.“ Dieser Trend spiegele das tiefe Bedürfnis nach Naturerfahrung der weiter wachsenden Stadtbevölkerung wider.

Rahmenlos

„Erstaunlicherweise“ sind rahmenlose Brillen wieder im Kommen, sagt Christine Höckmann vom Fachmagazin „Eyebizz“. Die Nickelbrille sei auf keinen Fall weg. „Rund wird immer wieder neu interpretiert.“ Sehr große runde und markante Fassungen seien hip. Außerdem gerne auf der Nase: Doppelstege und Pilotenmodelle.

Was die Branchenexpertin vermisst: Brillen auf den Laufstegen oder bei Journalistinnen im Fernsehen. Die Brille habe als Mode-Accessoire noch aufzuholen. Gelungen findet sie das Modell von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer.

Von Caroline Bock und Gregor Tholl

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