Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Panorama MS Bremen: Eisbär greift Crewmitglied an
Nachrichten Panorama MS Bremen: Eisbär greift Crewmitglied an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:11 28.07.2018
Die „MS Bremen“ ist derzeit vor Norwegen unterwegs. Auf Spitzbergen machte ein Passagier Bekanntschaft mit einen Eisbären. Quelle: obs/Hapag-Lloyd Kreuzfahrten
Anzeige
Oslo

Ein Eisbär hat vor Norwegens Nordküste ein deutsches Crew-Mitglied der "MS Bremen" attackiert und den Eisbärenwächter am Kopf verletzt, teilte der Veranstalter Hapag-Lloyd Cruises mit. Der Mann sei am Sonnabend mit anderen Wächtern - aber ohne Touristen - an Land gegangen.

Laut Ole Jakob Malmo von der Polizei in Svalbard sei der Mann nach der Eisbären-Attacke von der Insel Sjuoyane in einem Hubschrauber nach Longyearbyen ins Krankenhaus ausgeflogen worden, der größten Siedlung auf Spitzbergen

Anzeige

Nach Eisbär-Attacke: Mann außer Lebensgefahr

Der Zustand des Mannes sei stabil. Er sei ansprechbar und außer Lebensgefahr, ergänzte Negar Etminan von Hapag-Lloyd Cruises. Andere Wächter hätten den Eisbären „aus Gründen der Notwehr“ erschossen. „Weitere Crewmitglieder und Passagiere sind vom Vorfall nicht betroffen.“

Die jeweils vier bis fünf Eisbärenwächter an Bord der Schiffe von Hapag-Lloyd Cruises sollen dafür sorgen, dass Passagiere gefahrlos an Land gehen könnten, sagte Unternehmenssprecherin Etminan. Sie seien speziell ausgebildet und bewaffnet.

Der Vorfall vom Sonnabend sei geschehen, als die Wächter eine Landstation zur Absicherung eines Landgangs einrichten wollten. Die Passagiere würden Eisbären aber nicht von Land sondern von Bord des Schiffes beobachten.

Erschossener Bär soll obduziert werden

Der Polizeibeamte Malmo sagte, der Vorfall im nördlichsten Teil des Svalbard-Archipels werde untersucht. Der erschossene Bär solle in Longyearbyen obduziert werden.

Die Inselgruppe Spitzbergen besteht aus sieben Inseln. Die Behörden der Region warnen regelmäßig vor der Gefahr, die von Eisbären ausgeht.

Im Jahr 2015 verletzte ein Polarbär einen Tschechen, der dort eine totale Sonnenfinsternis beobachten wollte. Die letzte tödliche Attacke eines Eisbären geschah 2011, als ein britischer Student ums Leben kam.

Reise zu Eisbären kostet 5810 Euro

Die „MS Bremen“ wird vom deutschen Kreuzfahrtveranstalter Hapag-Lloyd Cruises betrieben, der auch Expeditionen in die Arktis anbietet. Hapag-Lloyd Cruises wirbt für die Reisen nach Longyearbyen mit dem Versprechen, die Passagiere könnten dort „Arktis pur“ erleben. „Wo Eisbären die Wildnis regieren“, heißt es auf der Webseite, „bestimmt die Natur den Verlauf ereignisreicher Tage“.

Eine zehntägige Reise mit der „MS Bremen“, die 160 Passagiere mitnehmen kann, kostet mindestens 5810 Euro.

Von dpa