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Panorama Etwas Schönes für außenrum
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19:56 21.10.2016
Von Uwe Janssen
Verpackungen helfen bei Stauraumnot und werten lieblose Geschenke auf, und sind daher sehr in Mode. Alte Mode zum Beispiel lässt sich prima in Verpackungen verstauen, ebenso wie alte Schachteln. Quelle: Hersteller
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Es kommt auf die Verpackung an. Immer mehr. Verpackung ist zur Hauptsache geworden. Äußerlicher Inhalt. Schauen wir in den Supermarkt: Früher gab es da Kartons, in denen Waren geliefert worden waren. Die konnten Kunden dann benutzen, um eigene Waren, im Zweifel genau die gleichen, nach Hause zu transportieren.

Dann kam die kleine Geschäftsidee: Plastiktüten mit gelegentlich sogar rissfesten Henkeln – und Supermarktwerbung drauf. Dann kam die große Geschäftsidee: Plastiktüten müssen Geld kosten. Manchmal mehr als der Einkauf.

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Dann kam im Supermarkt das schlechte Gewissen – und die Papptüte. Und nun sind wir fast wieder bei den Kartons, noch etwas weich, aber der finale Schritt zum geschlossenen Kreislauf kommt schon noch.

Entdecke die Stauräume

Bis dahin verpacken wir Verpackungen in Verpackungen, um sie Weihnachten zu verschenken. Manche Verpackungen müssen wir vor dem Verpackungenverpacken sogar noch zusammenbauen. Habol zum Beispiel. Habol klingt wie etwas gegen Husten, ist aber eine Kiste, die von Henrik Preutz designt wurde und für den immobilen Gebrauch in stauraumarmen Wohnungen gedacht ist.

Mit vier Handgriffen ist Habol zusammengebaut, wenn man Henrik Preutz glauben darf oder Henrik Preutz ist. Für die meisten anderen sind es fünf bis zwölf Handgriffe, für einige vierzig Handgriffe und zwei Kaffee zwischendurch, für den Rest dreistellige Handgriffe, zehn Fußtritte und zwei Schnaps.

Einmal packt er's noch

Wer nach zu vielen Schnaps von handlichen Hand- zu Übergriffen übergeht, kann am Ende immerhin seine Ehe verpacken. Nur nicht in Habol. Und muss dann vor Gericht auspacken, bevor er selbst mit wenigen Handgriffen für ein paar Jahre verstaut wird.

Teuer sind Verpackungen auch. Deshalb werden Umzugskartons über Generationen weitergereicht. Die Grifflöcher sind längst ausgerissen, die Pappkiste hat jegliche Festigkeit verloren – aber: Umzugskartons gehen immer noch ein allervorletztes Mal. Zur Not mit leichten Klamotten drin. Um den Kleiderschrank zu füllen. Oder irgendwas von Henrik Preutz.

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