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Panorama Fahrer verbrennt in Auto: 60 Gaffer klettern auf Lärmschutzwall, um besser filmen zu können
Nachrichten Panorama Fahrer verbrennt in Auto: 60 Gaffer klettern auf Lärmschutzwall, um besser filmen zu können
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16:43 05.03.2019
Das Wrack eines Autos steht auf der Autobahn 3 bei Iggensbach hinter einem Sattelzug. Zahlreiche Gaffer filmten das Geschehen. Quelle: Walter Wisberger/dpa
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Iggensbach

Platzverweise gegen 60 Gaffer musste die Polizei am Sonntag nach einem tödlichen Unfall auf der A3 in Bayern erteilen. Die Schaulustigen stiegen sogar auf einen Lärmschutzwall, um besser fotografieren und filmen zu können, berichtet der Bayerische Rundfunk.

Bei dem Unfall auf der A3 bei Iggensbach (Landkreis Deggendorf) war ein Auto wohl ungebremst auf den Auflieger eines Sattelzugs aufgefahren, woraufhin beide Fahrzeuge Feuer fingen, wie die Polizei mitteilte. Der Fahrer oder die Fahrerin sei „bis zur Unkenntlichkeit verbrannt“ und tot aus dem Auto geborgen worden. Deshalb konnte auch die Identität des Opfers zunächst nicht festgestellt werden.

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Autofahrer kletterten auf Lärmschutzwall und filmten

Wegen des Unfalls musste die Autobahn komplett gesperrt und der Verkehr auf einen Parkplatz abgeleitet werden. Was dann passierte, sorgt für scharfe Kritik von Seiten der Polizei: Der Deggendorfer Polizeihauptkommissar Hermann Zöttl sagte dem Bayerischen Rundfunk, zahlreiche Gaffer hätten sich an dem tödlichen Unfall „ergötzt“. 50 bis 60 Autofahrer seien auf einen Lärmschutzwall geklettert und hätten von dort aus das Unfallgeschehen fotografiert und gefilmt.

Die Polizei habe wegen der Gaffer extra eine weitere Streife zur Unterstützung holen müssen. Zöttl sagte dem Bayerischen Rundfunk. „Wir bauen extra einen Sichtschutz auf für die andere Fahrbahn und viele nutzen das aus. Als ob es nichts Schöneres gibt.“ Gegen die Personen wurden Platzverweise ausgesprochen.

Von RND/seb/dpa