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Panorama Fregatte war auf Radar sichtbar
Nachrichten Panorama Fregatte war auf Radar sichtbar
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09:47 12.11.2018
Von Frank Behling
Die Sicherung der Fregatte "Helge Ingstad" geht weiter. Das Schiff wurde am Wochenende mit Stahltrossen an Land befestigt.  Quelle: Jakob Østheim / Norwegische Marine
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Bergen

Wenige Tage nach der schweren Kollision im Hjeltefjiord  nahe der norwegischen Stadt Bergen kommen immer mehr Details an die Öffentlichkeit. Demnach war die aus einem Nato-Manöver kommende Fregatte „Helge Ingstad“ auf dem Radar sehr gut zu sehen. Die norwegische Zeitung VG veröffentlichte einen Videomitschnitt des Radarbildes mit Funkverkehr.

Fregatte wurde vor dem Tanker gewarnt

Am Donnerstag war kurz nach 4 Uhr morgens die norwegische Fregatte „Helge Ingstad“ und der in Malta registrierte griechische Tanker „Sola TS“ im Hjeltefjord nahe des Ölterminals Sture kollidiert. Die Fregatte wurde dabei durch den für die Eisfahrt verstärkten Tankerbug an der Steuerbordseite so schwer beschädigt, dass sie durch ein Notmanöver auf Grund gesetzt werden musste.

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Die Bergung des rund 5000 Tonnen schweren Schiffes wird sich möglicherweise Monate hinziehen, da dafür erst umfangreiche Vorbereitungen getroffen werden müssen. Am Montag wird es dazu ein Treffen von Bergungsunternehmen mit norwegischen Behörden und der Marine geben.

Fregatte war im Radar zu erkennen

Ursache der Havarie waren vermutlich Abstimmungsprobleme und eine Verkettung von unglücklichen Umständen und ein Missverständnis bei der Kommunikation. Die Kollision ereignete sich im nördlichen Zufahrtsbereich zum Hafen Bergen. Dabei war die Fregatte lange vor der Kollision deutlich im Radar zu erkennen. Es gab auch Funkkontakt zwischen den beiden Schiffen und der Verkehrsüberwachung.

Die mit 17 Knoten in den Fjord einlaufende Fregatte ist dabei dem nur etwa sieben Knoten schnellen Tanker zu nah gekommen.

Bergung von Munition und Treibstoff haben Priorität

Der mit rund 100.000 Tonnen Öl beladene Tanker hatte kurz vor der Kollision beim Ölterminal Sture abgelegt und war auf dem Weg zur offenen See. Er hatte sich beim Ablegen in das Fahrwasser eingeordnet. Ein Ausweichmanöver nach Steuerbord war für den Tanker nicht möglich, da sich dort noch drei andere Schiffe mit Kurs auf den Fjordausgang befanden.

An der schwer beschädigten Fregatte sind die Sicherungsmaßnahmen am Wochenende erfolgt. Spezialisten der Reederei Boa Management und Ingenieure der deutsch-norwegischen Klassifikationsgesellschaft DNVGL haben zusammen mit Angehörigen der Marine die Erkundung der Fregatte fortgesetzt.

Schiff liegt auf Felsen

Das 134 Meter lange Schiff liegt inzwischen mit fast 60 Grad Schlagseite auf einem Felsen. Zwischen Ankern am Ufer und Haltepunkten am Schiff wurden Stahltrossen gespannt, die ein Abrutschen des Schiffes in tieferes Wasser des Fjords verhindern sollen.

Die Bergungsarbeiten werden sich zunächst auf das Abpumpen des restlichen Treibstoffs und das Abbergen der Munition aus dem Schiff. Da die „Helge Ingstad“ Teil des ständigen Nato-Einsatzverbandes 1 war, hatte sie eine volle Ausrüstung mit Flugkörpern, Torpedos und Artilleriemunition an Bord.