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Panorama Gemeinde kaufte versehentlich eine Lkw-Ladung Klopapier – zwölf Jahre später ist die letzte Rolle aufgebraucht
Nachrichten Panorama Gemeinde kaufte versehentlich eine Lkw-Ladung Klopapier – zwölf Jahre später ist die letzte Rolle aufgebraucht
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11:07 12.03.2019
„Überall war Klopapier“, sagt Fuchstals Bürgermeister Erwin Karg. Eine zweite Lkw-Ladung voll Toilettenpapier konnte gerade noch vermieden werden. Quelle: Stefan Sauer/dpa
Hannover

Erwin Karg kann kein Klopapier mehr sehen. „Es war überall“, sagt der Bürgermeister der Gemeinde Fuchstal im oberbayrischen Landkreis Landsberg am Lech, „auf dem Dachboden, in den Heizungsräumen, in jedem Zwischenraum. Immer wenn man eine Tür aufgemacht hat, war da Klopapier.“

Zwölf Jahre lang ging das so. Und das nur, weil einem Gemeindemitarbeiter im Jahr 2006 ein folgenschwerer Fehler unterlaufen war. Als der Angestellte der Verwaltung neues Toilettenpapier bestellte, achtete er nicht auf die eingestellte Größe der Verpackungseinheit.

Ein Sattelschlepper voll mit Klopapier

Und so stand wenige Tage später ein Sattelschlepper voll mit Klopapier auf dem Fuchstaler Bauhof. „Der Bauhofsleiter rief mich panisch an, dass noch eine zweite Ladung unterwegs sei“, erzählt Bürgermeister Karg. Die konnte zum Glück gerade noch abbestellt werden. Doch eine Lkw-Ladung blieb – und so waren in den Folgetagen mehrere Mitarbeiter damit beschäftigt, das Klopapier auf alle Gemeindegebäude aufzuteilen.

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Seitdem hatte Fuchstal mehr als genügend Klopapier. Zwölf Jahre lang arbeiteten Mitarbeiter und Gäste daran, den Vorrat aufzubrauchen – Rolle für Rolle, Blatt für Blatt. Im Oktober vergangenen Jahres wurde erstmals neues Papier nachbestellt. In diesen Tagen werden in einigen Gebäuden die letzten Rollen aufgebraucht. Zuerst hatte die Passauer Neue Presse darüber berichtet.

Der zwölf-Jahres-Vorrat war grau, einlagig – und miserabel

Erwin Karg ist darüber mehr als froh. Weil endlich wieder Platz für Anderes als Klopapier in den Kammern der Gemeindegebäude ist – und weil das Papier selbst zwölf Jahre lang miserabel war. „Der Gemeinde ging es wirtschaftlich damals nicht so gut“, sagt Karg. „Deswegen war das bestellte Papier leider das Günstigste – grau und einlagig. Das hat sich angefühlt wie Schleifpapier.“

Die meisten Mitarbeiter hatten das schnell satt. Sie begannen, eigenes Klopapier mit zur Arbeit zu bringen. Und so hielt der Gemeindevorrat noch ein wenig länger. „Es gibt ja Berichte darüber, dass in einigen Betrieben Toilettenpapier geklaut wird“, sagt Karg. „Bei uns war es anders herum.“

Endlich gibt es neues Toilettenpapier

Das neu bestellte Papier ist nun übrigens weiß und doppellagig – purer Luxus also. Zeit wurde es: „Das alte Papier hat mit der Zeit gelitten“, erzählt Karg. „Die ersten Blätter jeder Rolle waren fast gar nicht mehr benutzbar.“ Und so kann Fuchstal endlich aufatmen, muss sich künftig aber wieder um sein Toilettenpapier kümmern. „Der neue Vorrat hält ja nicht mehr so lange. Das kennen wir gar nicht mehr“, sagt Karg.

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Von Ansgar Nehls/RND

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