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Panorama Glückliche Gesichter II
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19:54 07.04.2017
Fehlen nur noch Craftbeer und veganer Burger: Der männliche Hipster ist heute ohne Bart und Bartaccessoires kaum noch vorstellbar. Quelle: Fotolia
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Hannover


Das mit dem Bart ist heute wieder so. Der Bartwuchs changiert zwischen Fusselbürste, Veloursteppich und 140er-Schmirgelpapier. Der Fussellook unterscheidet noch den Vollfussel, auch Vollfusel genannt, die kontrollierte Rotwildvariante “Ed Sheeran“ und das Teilfusselmodell “Südliche Nordsee“ mit sieben Inseln in Kreisbogenform. Der Schmirgellook heißt bei Männern Aufreißer, bei Frauen aus anderen Gründen auch. Der Veloursteppich kommt als Gewerkschafterbart oder Klodeckelbart vor oder als Schnuckiputzikomminsschlafzimmerbart.

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Die Hochsteppe im Gesicht

Der sogenannte Dreitagebart ist weder drei Tage alt noch drei Tage frisch, noch drei Tage haltbar, er heißt nur einfach so, weil es gut klingt. Menschen mit Hang zu Inselwuchs haben nach drei Tagen eine Art Hochsteppe im Gesicht. Da hilft entweder der Glaube an ein Happy End oder der neue Rasierer, den die fusselfreien Spieler des FC Bayern jetzt dauernd im Fernsehen anpreisen.

Damit der Dreitagebart auch nach drei Monaten noch ein Dreitagebart bleibt, muss seine Unfertigkeit natürlich gepflegt werden. Dazu gibt es im ausgewachsenen Fachhandel natürlich eine stattliche Produktpalette, die unter anderem Weichmacher enthält. Keine Weichmacher im Sinne, wie wir sie kennen, also Butylcyclohexylphthalat oder Methyloxyethylphthalat oder natürlich Heptylnonylundecylphthalat – nein, es gibt Dreitagebartweichmacher.

Da langt der Mann natürlich gern zu, damit die Frau nicht mosert, Preis ist dann auch egal. Dumm nur, dass die Beauty-Industrie, Abteilung Homme, nicht auch noch den Viertage-, den Fünftage- oder Siebeninselbart erfunden hat. Kann man auch alles weich machen. Muss man halt auf drei Tage kürzen. Oder sich einfach in den Gegenwind stellen.

Von Uwe Janssen

07.04.2017
07.04.2017