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Panorama Glückliche Gesichter III
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19:55 14.04.2017
Es gibt Bad Hair Days, und es gibt die Bad Skin Years, auch Pubertät genannt. Und da meint mancher, dass nur Ganzgesichtsverhüllung helfen kann. Quelle: Fotolia
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Hannover

Manchmal muss Sprache ehrlich sein. Natürlich ist es von eleganter Dramatik, in der Herrenrunde zu erzählen, dass man gerade mit Primäreffloreszenz infolge von Hyperkeratose des Follikelkanals zu tun hat. Einfacher ist es von Hornverpfropfung zu reden. Noch einfacher: von Mitessern. Am einfachsten: Man nimmt die Maske ab. Dann sieht man es. Das, was der Volksmund ganz plakativ Pickelfresse nennt, obwohl das dermatologisch nicht gehupft wie gepustelt ist.

Mitesser klingt so, wie das Wort einst entstanden ist: nach Schmarotzer, Fremdernährer. Parasit. Der vor dem Spiegel verzweifelnde Pubertant hat deshalb mehr Clerasil als Wodka im Schrank stehen. Er hält Reinlichkeit für Peinlichkeit, kauft deshalb unter nicht minder peinlichem Vorwand Wattebäusche in der Drogerie, obwohl er für die Flurbereinigung in seinem Kratergesicht lieber einen Topfschwamm nehmen würde.

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Krise in der T-Zone

In zwei Stunden ist Disco, und er sieht aus wie Lanzarote. Das ist ein Notstand vom Range einer gerissenen Hose. Wer das Gefühl nicht gehabt hat, hat das Ende der Pubertät nicht verdient. Was also tun? Termine beim Hautarzt gibt’s in acht Monaten, Ernährungsumstellung würde in zwei Stunden vermutlich keinen Erfolg bringen, vor allem, wenn man von Pommes auf Chicken-Wings umstellt. Kurzfristig hilft also nur die Maske.

Mittelfristig kann es helfen, sich ein wenig näher mit seiner T-Zone auseinanderzusetzen. Die T-Zone ist im Gesicht und umschreibt den Bereich Stirn, Nase, Kinn, den Gesichtsbereich also, der am meisten Wetter abbekommt und deshalb mehr Talgdrüsen hat.

Discodermatologie

Man könnte also auch von Fettzone sprechen, aber wer hat so was schon gern im Gesicht. Dann lieber T-Zone, das klingt nach Science-Fiction und nach Computerspiel und sieht in der Grafik aus wie der Bereich des Fußballfeldes, in dem sich Thomas Müller während eines Bayernspiels aufhält.

Discodermatologische Faustregel: Wer die T-Zone sauber hält, kann tanzen gehen. Die anderen sollten sich im Halbdunkel aufhalten. Oder im Ganzdunkel. Oder zu Hause bleiben. Oder im Bistro das Pärchenmenü bestellen. Für Mitesser.

Von Uwe Janssen

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