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Panorama Kim Wall soll vor Mord misshandelt worden sein
Nachrichten Panorama Kim Wall soll vor Mord misshandelt worden sein
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16:48 23.01.2018
Peter Madsen soll Kim Wall vor dem Mord gefoltert haben. Quelle: AP
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Kopenhagen

Sie wurde gefesselt, geschlagen und mit Werkzeugen malträtiert: Der Tod von Journalistin Kim Wall muss unvorstellbar grausam gewesen sein. Darauf deutet die Anklageschrift hin, die die Staatsanwaltschaft nun veröffentlicht hat. Demnach hat der tatverdächtige dänische Erfinder Peter Madsen die Schwedin vor dem Mord auf seinem U-Boot misshandelt und gefoltert. In der vergangenen Woche hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, der Mord sei geplant und vorbereitet gewesen.

Laut Anklageschrift nahm Madsen deshalb unterschiedliches Werkzeug mit an Bord des U-Bootes, darunter eine Säge, Messer und spitze Schraubenzieher. Er habe die 30 Jahre alte Journalistin an Kopf, Armen und Beinen gefesselt, sie geschlagen, auf sie eingestochen und sie dann getötet, schreiben die Ermittler.

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Die Investigativjournalistin war am 10. August 2017 für eine Recherche mit Madsen an Bord der „Nautilus“ gegangen. Später fand man ihre zerstückelte Leiche im Meer.

Der Erfinder selbst bestreitet einen Mord und gibt an, Walls Tod an Bord des U-Bootes sei ein Unfall gewesen. Die Staatsanwaltschaft verlangt lebenslange Haft oder Sicherungsverwahrung für Madsen, den sie als gefährlich einstuft. Der Prozess beginnt am 8. März in Kopenhagen.

Die Familie von Kim Wall hat einen Fond ins Leben gerufen. Quelle: AP

Unterdessen will die Familie Walls mit einem Stipendium an die Arbeit der jungen Frau erinnern. „Wir wollen, dass Kim als die großartige Journalistin in Erinnerung bleibt, die sie war, nicht als ein Opfer“, erklärten ihre Eltern Ingrid und Joachim Wall am Dienstag. „Wir können Kim nie zurückbekommen, aber wir können dafür sorgen, dass ihr Geist weiterlebt und andere junge Journalistinnen inspiriert, in die Welt hinauszugehen und wichtige Geschichten zu erzählen, die es nur selten auf die Titelseiten schaffen“, erklärten sie in einer Mitteilung.

Die Familie hat einen Fonds ins Leben gerufen und will an eine junge weibliche Journalistin ein Stipendium über 5000 US-Dollar (umgerechnet etwa 4082 Euro) vergeben.

Von RND/iro/dpa

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