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Panorama Klotz am Bein: Ugly Sneaker im Trend
Nachrichten Panorama Klotz am Bein: Ugly Sneaker im Trend
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14:00 02.06.2019
Dickes Ding: Der Balenciaga Triple S ist Vorbild für den aktuellen Sneaker-Trend. Quelle: Balenciaga
Hannover

Sie machen weder einen schlanken Fuß, noch bietet ihr Name einen besonderen Kaufanreiz. Und doch sind Ugly – hässliche – Sneaker derzeit einer der angesagtesten Trends in deutschen Fußgängerzonen.

Die klobigen Schuhe mit der zumeist innen liegenden Plateausohle haben es von den Pariser Laufstegen in den Alltag geschafft. Dabei sorgt kaum ein Modetrend für größeren Diskussionsstoff und geteilte Meinungen. Schließlich lautet das Motto bei der Auswahl des richtigen Ugly Sneaker: Je hässlicher, desto angesagter ist das hippe Schwergewicht.

Den Anfang machte das französischen Label Balenciaga mit seinem Modell Triple S. Als der kunterbunte Treter Ende September 2017 für rund 700 Euro das Licht der Welt erblickte, kannte der Hype kein Halten mehr. Seitdem wird kopiert, was das Zeug hält.

Je trashiger das Design, desto besser

Kaum eine Mode- oder Sportmarke, die nicht den klobigen Hybrid aus Lauf- und Wanderschuh im Programm hat. Es gibt sie von Adidas und Nike sowie bei Net-a-Porter oder Deichmann. Und sogar der etwas angestaubte Sporthersteller Bogner hat sich dem Trend mittlerweile gebeugt und ein Modell in seine Kollektion aufgenommen.

Geschmacklich ist für jeden, der sich für die dicken Dinger entscheidet, etwas dabei. Es gibt Ugly Sneaker in Neonfarben oder in Uni. Mit Animalprint oder im Metallic-Look. Dabei gilt: Je trashiger das Design, desto besser verkauft sich der Schuh.

Das weiß man auch beim Onlinehändler Zalando, der mittlerweile sogar einen kleinen Ratgeber aufgelegt hat, wie man die Dinger am besten kombiniert. Schließlich gelten die Neunzigerjahre, auch bekannt als das Jahrzehnt der modischen Verirrungen, als Inspirationsquelle für den Ugly Sneaker.

Klobige Sohle trifft auf Neonfarben: Der Adidas Originals Falcon. Quelle: adidas

Aber warum sollte man überhaupt einen Schuh tragen, der allgemein als hässlich gilt? Vielleicht weil die gewöhnungsbedürftige dicke Sohle so gut wie jedes Bein optisch schlanker aussehen lässt und seinem Träger zusätzlich auch noch ein paar Zentimeter an Körpergröße schenkt.

Vielleicht ist der Ugly Sneaker aber auch nur das Tragbarste, was der sogenannte Dad-Style derzeit hergibt – vor allem für die modebewusste weibliche Kundschaft, die die Turnschuhe gern mit klassischen Kostümen, leichten Sommerkleidern oder hautengen Leggins kombiniert.

Allerdings ist der Dad-Style, der unter anderem für den Ugly Sneaker verantwortlich ist, keine Neuerfindung der Modeindustrie, sondern schlicht die Weiterentwicklung des Normcore-Looks, der der Durchschnittlichkeit ein modisches Denkmal setzte.

Erinnerung an „Papas Turnschuhe von damals“

Urheber des Normcore war eine New Yorker Trendagentur, die in einem „Freiheits-Report“ im renommierten Magazin „New Yorker“ dafür warb, sich dem Diktat der Modeindustrie endlich zu entziehen. Die Normcore-Anhänger zogen sich hüfthohe Mum-Jeans und No-Label-T-Shirts an und erklärten den Nichtstil zum nächsten großen Trend.

Der Dad-Style will ähnlich unperfekt sein, die Outfits wirken wie zufällig zusammengewürfelt und kombinieren typische Mittelstandsklamotten miteinander. Eben so, wie „Dein Dad“ sich in den Neunzigerjahren angezogen hätte. Der Ugly Sneaker, so schreiben es die Modeexperten von Zalando, passt bestens zum aktuellen Dad-Style, erinnert er doch „fatal an Papas Turnschuhe von damals“.

Das Ursprungsmodell sei der New Balance 990 gewesen, „mit dem die Herren der Altersklasse Ü50 vor mehr als 30 Jahren sportlich durchgestartet sind“. Ein schlichter Turnschuh in den Farben Grau und Blau, der allerdings kein bisschen ugly aussah.

Von Nora Lysk

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