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Panorama Landkreis machte offenbar Fehler bei Kontrolle der Skandal-Firma Wilke
Nachrichten Panorama Landkreis machte offenbar Fehler bei Kontrolle der Skandal-Firma Wilke
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12:22 16.10.2019
Das Wilke-Werk in Twistetal. Quelle: Uwe Zucchi/dpa
Wiesbaden

Der für die Lebensmittelüberwachung beim Wursthersteller Wilke zuständige Landkreis Waldeck-Frankenberg soll das Land Hessen in einem Fall nur unzureichend über Mängel in dem Betrieb informiert haben. Das berichtete am Mittwoch Hessens Verbraucherschutzministerin Priska Hinz (Grüne).

Sie sprach von Unstimmigkeiten bei einer Kontrolle am 5. September. "Die Aufklärungsarbeit steht jetzt im Fokus. Wir haben den Landkreis aufgefordert, bis 25. Oktober ausführlich über noch offene Fragen zu berichten", sagte die Ministerin am Mittwoch vor dem Umweltausschuss in Wiesbaden.

Keine gemeinsame Kontrolle

Eigentlich sollten an der Kontrolle neben dem Kreis das Regierungspräsidium Kassel und das Landeslabor Hessen teilnehmen. Doch nach derzeitiger Aktenlage sei die Kontrolle vom Landkreis vor dem verabredeten Zeitpunkt und vor dem Eintreffen der Vertreter des Regierungspräsidiums und des Landeslabors durchgeführt worden. Stattdessen habe es nur eine gemeinsame Besprechung an diesem Tag gegeben.

"Über die bei der Kontrolle vorgefundenen Mängel berichtete der Landkreis dem Regierungspräsidium in der Besprechung nach bisherigem Kenntnisstand unzureichend", erklärte dazu das Umweltministerium.

Foodwatch: Behörden haben zu spät reagiert

In der Wurst des Herstellers Wilke in Twistetal-Berndorf waren wiederholt Listerienkeime nachgewiesen worden. Drei Todesfälle und Dutzende Krankheitsfälle werden mit Wilke-Produkten in Verbindung gebracht. Listerien können für Menschen mit geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sein. Behörden hatten den Betrieb vor zwei Wochen geschlossen. Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen den Geschäftsführer.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch wirft den Behörden vor, zu spät reagiert zu haben. Deshalb wird über den Zeitpunkt gestritten, ab wann sie über die Zustände bei Wilke im Bild waren. Foodwatch schreibt in einem Bericht, dass Land Hessen sei bereits am 12. August über einen konkreten Verdacht gegen Wilke informiert worden.

Landkreis will Bericht liefern

Das Verbraucherschutzministerium erklärte, erst am 16. September sei klar geworden, das es einen "direkten Zusammenhang" zwischen den Listerioseausbrüchen und der Firma Wilke gibt.

Der Landrat des Kreises Waldeck-Frankenberg, Reinhard Kubat (SPD), erklärte, man arbeite mit Hochdruck an einem Bericht zum Fall Wilke. Nach den bisherigen Feststellungen hätten die zuständigen Mitarbeiter der Kreisverwaltung "in einer sehr komplexen, komplizierten und durch die juristischen Rahmenbedingungen nicht einfachen Lage nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt und einen guten Job gemacht".

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