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Panorama Madsen-Anwältin wirft Polizei falsche Darstellung vor
Nachrichten Panorama Madsen-Anwältin wirft Polizei falsche Darstellung vor
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17:13 01.11.2017
Der Ingenieur und sein U-Boot: Das Bild zeigt Peter Madsen an Bord der Nautilus. Quelle: imago
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Kopenhagen

Die Anwältin des mordverdächtigen dänischen Erfinders Peter Madsen hat der Polizei vorgeworfen, seine Aussage zum Todesfall in seinem selbstgebauten U-Boot falsch wiedergegeben zu haben. Madsen habe beim Verhör nicht gesagt, wie die schwedische Journalistin Kim Wall gestorben sei, sagte die Verteidigerin dem Fernsehsender TV2. „Mein Klient weiß nicht, wie sie starb.“

Die Kopenhagener Polizei hatte am Montag mitgeteilt, Madsen habe „erklärt, dass Kim Wall infolge einer Kohlenmonoxidvergiftung im U-Boot starb, als er selbst an Deck des Bootes war“. Seiner Anwältin zufolge gab der Erfinder jedoch lediglich an, dass er sich im Turm des U-Bootes befand und die 30-jährige Wall unten. Es habe einen Unterdruck und Abgase in der Luft gegeben.

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Das letzte Bild: Dieses Foto Zeigt Peter Madsen und Kim Wall an Bord der Nautilus beim Auslaufen aus dem Hafen Kopenhagen am 10. August 2017. Quelle: dpa

Ein Polizeisprecher sagte der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau, Madsen habe tatsächlich nicht selbst gesagt, dass die Frau an Kohlenmonoxidvergiftung starb. Er habe das als Möglichkeit dargestellt, nicht aber als Tatsache. Die endgültige Todesursache kenne die Polizei nicht.

Madsen hatte seine Aussage bei der Polizei mehrmals geändert, zwischenzeitlich auch behauptet, der Frau sei ein schwerer Lukendeckel auf den Kopf gefallen. Davon fand die Polizei an ihrem Schädel aber keine Spuren.

Der Prozess startet am 8. März

Dem 46 Jahre alten, in Dänemark bekannten Erfinder wird vorgeworfen, er habe die Journalistin Mitte August an Bord seines selbstgebauten U-Bootes getötet und die Leiche sexuell missbraucht. Madsen weist das zurück und stellt den Tod der Frau als Unfall dar. Inzwischen hat er allerdings eingeräumt, die Leiche zerteilt und in Stücken über Bord geworfen zu haben. Der Prozess beginnt am 8. März.

Von dpa/RND

01.11.2017