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Panorama Missbrauchsfall Lügde: Führen Behördenfehler zu milderem Urteil?
Nachrichten Panorama Missbrauchsfall Lügde: Führen Behördenfehler zu milderem Urteil?
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11:53 07.03.2019
Polizeibeamte der Spurensicherung stehen vor der abgesperrten Parzelle des mutmaßlichen Täters auf dem Campingplatz Eichwald in Lügde. Quelle: dpa
Köln

Im Missbrauchsfall von Lügde hat der Anwalt Roman von Alvensleben bei „Stern TV“ die zuständigen Ämter massiv für ihr spätes Eingreifen kritisiert: „Ich halte das für ein Versagen der Behörden. Da muss man ganz klar sagen. Ich vertrete ein junges Mädchen, dem dieses ganze Leid hätte erspart werden können, wenn da vernünftig und aufmerksam gearbeitet worden wäre“, sagte von Alvensleben. Der Anwalt vertritt das Mädchen, dessen Mutter den Missbrauch zur Anzeige gebracht hatte, die schließlich zur Festnahme von Andreas V. führte.

Jahrelang soll der 56-Jährige auf einem Campingplatz in Lügde-Elbrinxen Kinder missbraucht und die Taten gefilmt haben. Obwohl bei den zuständigen Behörden mehrfach Hinweise auf die Taten von besorgten Eltern eingegangen sollen, wurde zunächst nichts unternommen.

Innenminister spricht von „Polizeiversagen“

Polizei und Behörden räumten Versäumnisse in dem Fall ein, NRW-Inneminister Herbert Reul sprach sogar von „Polizeiversagen“. Nachdem bekannt wurde, dass der Leiter des Jugendamts Hameln-Pyrmont die Akte des Tatverdächtigen manipuliert und einen Vermerk nachträglich eingefügt hatte, verschwand in einer Detmolder Polizeibehörde ein Koffer mit Beweismitteln. 155 CDs und DVDs, die in der Parzelle von Andreas V. sichergestellt worden waren, waren einfach weg.

„Man hätte in dieser Sache ein bisschen akribischer suchen sollen“

Die Serie der Panne setzte sich fort. Obwohl der Tatort von Ermittlern bereits mehrere Male durchsucht worden war, fand ein Polizeihund 83 Tage nach der ersten Durchsuchung weiteres Beweismaterial. Ein Spürhund aus Sachsen hatte dabei in einer Sesselritze einen USB-Stick gefunden. Auch eine Sim-Karte fand das Tier von Polizeihundeführer Jörg Siebert. „Also durch diese – ich sage mal – Müllhalde ist bereits eine Hundertschaft durch und hat das kontrolliert. Und da geht man normalerweise davon aus, dass man da mit dem Hund nichts mehr findet. Normalerweise“, sagte Siebert zu Stern TV. „Ich möchte den Kollegen da jetzt nichts vorwerfen. Ich denke schon, dass da ein paar Sachen schiefgelaufen sind. Dass man in dieser Sache ein bisschen akribischer hätte suchen sollen.“

Anwalt Alvensleben befürchtet, dass die Pannen der Behörden dem mutmaßlichen Täter zugutekommen und dass ein mögliches Urteil gegen Andreas V. milder ausfallen könne: „Es spielt dem Beschuldigten in die Karten und kann dazu führen, dass beispielsweise eine vorzeitige Haftentlassung möglich ist.“

Von RND/mat

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