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Panorama Mutter nimmt Sohn (11) zum Einbruch mit
Nachrichten Panorama Mutter nimmt Sohn (11) zum Einbruch mit
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21:25 03.01.2019
Kurioser Einbruch in Mecklenburg-Vorpommern. Quelle: imago/Eibner
Demmin

Da staunten selbst erfahrene Beamte nicht schlecht: In der Nacht zu Donnerstag beobachtete ein Anwohner in Demmin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) einen Einbruch an einem Kiosk in seiner Straße. Der Zeuge verständigte die Polizei. Um 0.50 Uhr nahmen die Ordnungshüter drei tatverdächtige Personen fest: einen 35-jährigen Mann und eine 41-jährige Frau mit ihrem Sohn (11). Das Trio hatte die Tür aufgebrochen und befand sich bereits in einem Vorraum. Sie hatten Einbruchswerkzeug dabei. Was genau sie in dem Kiosk wollten, ist nicht ganz klar. „Über die Motive wissen wir noch nichts“, sagt die Sprecherin Kathrin Jähner von der zuständigen Polizeiinspektion Neubrandenburg. Möglicherweise sei der Diebstahl von Alkohol das Ziel gewesen.

Der Junge ist noch keine 14 Jahre alt und daher nicht strafmündig. Die Beamten gaben ihn nach Absprache mit dem Kindernotdienst des Jugendamtes noch in der Nacht in die Obhut seiner Mutter. Er soll noch eine 15-jährige Schwester haben. Die Frau und ihr Sohn waren vorher noch nicht polizeilich aufgefallen. Anders ihr 35-jähriger Begleiter. Der Mann ist für die Beamten des Polizeireviers der Kleinstadt so etwas wie ein alter Bekannter. Warum ihn Mutter und Kind bei dem Einbruch begleiteten, wisse man noch nicht, so Polizeisprecherin Jähner. Er ist nicht der Vater der Kinder und hat auch eine andere Meldeadresse.

Ganz sicher werde sich in den kommenden Tagen das Jugendamt für den Jungen und seine Mutter interessieren, heißt es bei den Ermittlern. Eine Mutter, die ihr Kind zu einem Einbruch mitnimmt, müsse sich die Frage gefallen lassen, ob sie ihren Erziehungspflichten ausreichend nachkomme. Der Landkreis, zu dem die Behörde gehört, hält sich offiziell zurück. Aus „kriminellen Handlungen“ könne „keine Ableitung auf das Erziehungsvermögen von Eltern oder Elternteilen gezogen werden“, teilt Landkreissprecherin Heidrun Pergande mit. Die genauen Umstände des Vorfalls würden nun geprüft. Die Polizei gibt den Sachschaden, der bei dem Einbruch entstand, mit 200 Euro an.

Von RND/Gerald Kleine Wördemann

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