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Panorama Frau verbrüht sich in heißen Hexenkessel
Nachrichten Panorama Frau verbrüht sich in heißen Hexenkessel
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17:33 05.02.2018
Das närrische Treiben ist bereits in vollem Gang. Quelle: dpa
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Eppingen

Nach schweren Verletzungen einer jungen Frau bei einem Fastnachtsumzug in Baden-Württemberg ermittelt die Polizei wegen schwerer Körperverletzung und unterlassener Hilfeleistung. Eine 18-Jährige verbrühte sich die Beine durch einen mit heißem Wasser gefüllten Hexenkessel. Dabei sollte das Ganze wohl eigentlich nur ein Scherz sein: Nach Polizeiangaben hatte eine Hexe aus einer am Umzug teilnehmen Zunft die Zuschauerin hochgehoben und über den dampfenden Kessel gehalten, den eine andere Hexe zuvor geöffnet hatte.

Was dann genau passierte, ist noch immer nicht ganz klar: Die Polizei geht davon aus, dass die Beine der Frau bis zu den Knien in das heiße Wasser gerieten, wie ein Sprecher sagte. Inzwischen sprächen Zeugen jedoch auch davon, dass die Frau möglicherweise nicht durch das Wasser, sondern durch aufsteigenden Dampf oder Spritzwasser verbrüht wurde. Die Frau musste in eine Spezialklinik gebracht werden.

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Wie ein Sprecher am Montag sagte, hat die Polizei Ermittlungen gegen sechs Personen aufgenommen. Der Kessel hatte demnach über einer offenen Feuerstelle auf einem Wagen gestanden, der von mehreren Menschen gezogen wurde. Diese seien nach dem Vorfall einfach weitergegangen, ohne sich um die Verletzte zu kümmern. Derzeit werde noch geklärt, ob ein solches offenes Feuer beim Faschingsumzug überhaupt erlaubt gewesen sei.

Das Hexenkostüm hat Tradition

Wie der Verein „Hexenzunft Eppingen“ auf seiner Website schreibt, findet der Nachtumzug seit 2003 am Samstag vor dem „Fasnetswochenende“ statt.

Bei dem Umzug, bei dem Hunderte Menschen mitmachen, verkleiden sich die Teilnehmer als Hexen. Die Zunft veröffentlichte am Wochenende bei Facebook zahlreiche Bilder des Umzugs - allerdings ohne auf den Vorfall einzugehen. Von zahlreichen Nutzern gab es dafür Kritik.

„So etwas darf nicht passieren“, hatte Eppingens Oberbürgermeister Klaus Holaschke (parteilos) am Wochenende der „Heilbronner Stimme»“ gesagt. Der Vorfall sollte am Montag im Rathaus aufgearbeitet werden.

Von dpa / RND