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Panorama Passauer Armbrust-Fall: Opfer wurden mit K.o.-Tropfen betäubt
Nachrichten Panorama Passauer Armbrust-Fall: Opfer wurden mit K.o.-Tropfen betäubt
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14:29 13.08.2019
Drei der fünf Leichen wurden in einer Passauer Pension gefunden. Quelle: Lino Mirgeler/dpa
Passau

Im Passauer Armbrust-Fall gehen die Ermittler davon aus, dass zwei der Opfer mit K.o.-Tropfen betäubt worden sind, bevor sie von einer 30 Jahre alten Frau aus Rheinland-Pfalz mit einer Armbrust getötet wurden. Das sagte der Passauer Oberstaatsanwalt Walter Feiler am Montag mit Blick auf den Ermittlungsabschluss der Polizei.

Nachdem die Frau den Erkenntnissen zufolge einen 53-jährigen Mann und eine 33-Jährige als ihre Begleiter in einer Pension in Passau getötet hatte, richtete sie sich mit einer Armbrust. Mitarbeiter einer Pension hatten die drei am 11. Mai tot auf deren Zimmer gefunden. Der Mann war Kopf einer obskuren Gruppe, in der er Frauen um sich scharte.

Ermittler gehen von Tötung mit Einverständnis aus

Die Ermittler gehen davon aus, dass die 30-Jährige ihre Begleiter mit deren Einverständnis tötete. Die drei Personen in Passau sowie zwei weitere Frauen, die in einer Wohnung im niedersächsischen Wittingen tot gefunden worden waren, gehörten nach Angaben von Feiler zu einer Gruppe, die sich als „Welterneuerer und Welterschaffer“ gesehen hatte, und der Meinung war, schon mehrfach wiedergeboren worden zu sein. Sie hätten das „Dasein“ verlassen, „um an anderem Ort oder zu anderer Zeit eine neue Welt oder ein neues System zu erschaffen“. Alle fünf Tote stammen aus Rheinland-Pfalz.

Die in Wittingen tot gefundenen 19 und 35 Jahre alten Frauen sind Feiler zufolge wohl an einer Vergiftung gestorben. Genaueres wisse man noch nicht. „Es deutet manches darauf hin, dass die beiden freiwillig und ohne Beteiligung dritter aus dem Leben geschieden sind“, sagte er. Feiler verwies auf die ermittelnde Staatsanwaltschaft in Hildesheim, die sich auf Nachfrage bedeckt hielt.

Der Mann hatte sexuelle Kontakte zu mehreren Frauen der Gruppe

Die tot aufgefundenen Frauen waren mit vier bis fünf weiteren Frauen Mitglied der Gruppe gewesen, die sich um den 53-Jährigen scharte, wie Staatsanwalt Feiler weiter erklärte. Der Mann habe laut einer Aussteigerin sexuelle Kontakte zu den Frauen gehabt und sich um sie gekümmert. Zeugen hätten den 53-Jährigen als dominant und manipulativ beschrieben, er sei als Kampfsporttrainer und Psychologe tätig gewesen. Ob er wirklich eine Ausbildung als Psychologe hatte, ist den Ermittlern nicht bekannt. Die Aussteigerin kommt wie der 53-Jährige aus einer Ortschaft in Rheinland-Pfalz und sei an einem sicheren Ort.

Die Staatsanwaltschaft Passau prüft den Bericht der Kriminalpolizei und will klären, ob noch Fragen offen sind. Sollte man sich den Ermittlungen der Kriminalpolizei anschließen, werde die Staatsanwaltschaft das Verfahren einstellen, sagte Feiler. Denn es gebe keinen lebenden Täter mehr.

RND/dpa

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