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Panorama Poldi & Schweini
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19:56 26.08.2016
Von Imre Grimm
Wie Pech & Schwefel: Poldi & Schweini
Zwei wie Pech & Schwefel: Poldi & Schweini haben ihre Nationalmannschaftsschuhe fast gleichzeitig an den Nagel gehängt. Wie hätte es auch anders sein können. Ein Rückblick mit Tränchen im Auge. Quelle: dpa / Archiv
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In Ohio ist neulich ein Mann nur 15 Stunden nach seiner Frau gestorben, nach 70 Jahren Ehe. Daran musste ich kurz denken, als Lukas Podolski von der Nationalmannschaft zurücktrat, 15 Tage nach Bastian Schweinsteiger. Es muss Liebe sein. Wo du hingehst, da will auch ich hingehen. Wo du bist, da will auch ich sein.

Das hatte sich Schweinsteigers Gattin Ana Ivanovic sicher anders vorgestellt. Aber nun sitzt halt der Poldi in der Küche herum, isst Cornflakes und fragt, was es zum Abendessen gibt ("Du, Trainer, können wir Pommes machen?"). Poldi & Schweini gibt's eben nur im Paket. Denn wir wissen ja: "Doppelpass alleine? Vergiss es!" (Podolski).

Wie Räuber & Gendarm

Wenn Poldi friert, zieht Schweini eine Jacke an. Wenn Schweini hustet, wird Poldi krank. Wenn Schweini spielt, sitzt Poldi auf der Bank. Poldi & Schweini – das ist wie Ernie & Bert, wie Sodom & Gomorrha, wie Keks & Schokolade, wie Ach & Krach, wie Feuer & Flamme, wie Hopfen & Malz, wie Geduld & Spucke, wie Hängen & Würgen, wie Hülle & Fülle, wie Jux & Tollerei, wie Nektar & Ambrosius, wie Pauken & Trompeten, wie Räuber & Gendarm, wie Stumpf & Stiel, wie Treu & Redlichkeit, wie Zins & Zinseszins, wie Zahlemann & Söhne.

Der Schweini ist irgendwann erwachsen geworden. Aber der Poldi grinst immer noch wie ein Spielplatzgangster, der gerade aus allen Fahrrädern die Luft gelassen hat, chrchrchrchr. Der ist halt kein Mann großer Worte ("Ich denke nicht vorm Tor – das mach ich nie!")

Manchmal gewinnt der Bessere

Wir erinnern uns an den ausführlichen Bericht nach der Geburt seines Sohnes Louis: "Nabelschnur durchgeschnitten, Fotos gemacht, Familie angerufen, geheult." Punkt. Poldi, die alte Plaudertasche. Nach gleichem Muster dürfte er auch seine Nationalmannschaftskarriere abhaken ("Aufgewärmt, 129 Spiele gemacht, Jogi angerufen, gegangen").

Insofern: Nicht lange trauern. Es ist ja nicht kompliziert, oder, Poldi? "Nö. Rein das Ding – und ab nach Hause. Wir müssen jetzt einfach die Köpfe hochkrempeln. 80 Prozent von uns kraulen sich auch mal an den Eiern. Reste-rampe? Das hat man ja gesehen, was diese Resterampe im Leiste ist zu standen. So ist halt Fußball, manchmal gewinnt der Bessere." Genau. Und manchmal geht er.

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