Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Panorama „Wollen Sie den Toten sehen?“: Polizist holt dreiste Gaffer aus Autos
Nachrichten Panorama „Wollen Sie den Toten sehen?“: Polizist holt dreiste Gaffer aus Autos
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:36 22.05.2019
Bei Unfällen setzt die Feuerwehr inzwischen zum Teil solche Sichtschutzplanen gegen Gaffer ein. Quelle: picture alliance / Klaus-Dietmar
Nürnberg

Bei einem tödlichen Verkehrsunfall am Dienstagmittag auf der Autobahn 6 bei Nürnberg ist einem Beamten der Kragen geplatzt: Auf der Gegenfahrbahn bildete sich ein Stau durch Schaulustige, Autofahrer filmten das Geschehen. Der Polizist ging auf die Gaffer los und schrie unter anderem einen Lkw-Fahrer an: „Wenn du jetzt nicht dein Handy aus der Hand legst, komme ich zu dir rüber. Leg das Handy weg! Was glaubst du denn, wer du bist?“

Mehr zum Thema: Fotos von Verletzten, Prügel für Einsatzkräfte: Das sind die schlimmsten Gaffer-Vorfälle

Die Szene wird von einem Kamerateam begleitet. Auch als der Beamte einen tschechischen Transporterfahrer zur Rede stellt, laufen die Kameras mit. Das Verhalten des Fahrers, er filmt die Arbeiten am Unfallort mit seinem Handy, bringt den Beamten in Rage. Auf englisch sagt er zum Fahrer: „Kommen Sie, ich zeige Ihnen etwas. Wollen Sie den Toten sehen? Ein paar Fotos machen? Wenn Sie wollen, können Sie ihm kurz ,Hallo’ sagen. Das kostet Sie 128,50 Euro, weil Sie das hier fotografieren. Schämen Sie sich!“ Auch drei Junge Leute in einem Auto spricht der Beamte an: „Du kannst auch gerne aussteigen und die Leichen anschauen. Wollen Sie?“

Polizei stellt nach tödlichem Unfall Gaffer zur Rede

Nach einem tödlichen Unfall auf der A6 zwischen Roth und dem Kreuz Nürnberg-Süd hat die Polizei mehrere Gaffer zur Rede gestellt – und mit der Leiche des getöteten Lkw-Fahrers konfrontiert. |fme

Gepostet von BR Franken am Dienstag, 21. Mai 2019

„Es ist ein tragisches Ereignis und kein Spaß“

Die Wut über seine Machtlosigkeit ist dem Polizisten anzumerken. „Es ist erschreckend, mit wie wenig Empfinden die Leute mit der Lage umgehen.“ Die Strafe von 128,50 Euro hätten nach Ansicht des Beamten keinen Lerneffekt, deshalb hätte er seinen Weg gewählt, um die Gaffer zu belehren. „Es ist eine Möglichkeit, die Leute mit ihrem Verhalten zu konfrontieren“, so der Polizist. „Man merkt, dass den Leuten dann bewusst wird, dass das hier ein tragisches Ereignis ist und kein Spaß.“

Mehr zum Thema: Gaffer (50) filmt eingeklemmtes Unfallopfer mit dem Handy

Bei dem Unfall hatte ein 47-jähriger Lkw-Fahrer offenbar das Stauende zwischen der Ausfahrt Roth und dem Autobahnkreuz Nürnberg-Süd übersehen und konnte sein Fahrzeug nicht mehr rechtzeitig bremsen. Gegen 11.20 Uhr kollidierte der Lkw mit einem Sattelzug. Ein herbeigerufener Rettungshubschrauber konnte für den 47-Jährigen nichts mehr tun. Er verstarb noch an der Unfallstelle.

Von RND/mat

Ein mit Strass besetzter Bademantel, ein Kostüm und Schmuckstücke: Andenken an Film-Ikone Marilyn Monroe werden in Los Angeles versteigert. Allerdings kommen auch noch Besitztümer anderer Hollywood-Größen unter den Hammer.

22.05.2019

In Kassel hat ein Mann einen auf dem Boden sitzenden Bettler brutal attackiert und verletzt. Der Angreifer stand offenbar unter Drogen.

22.05.2019

Nach der Geburt von Sechslingen in Polen freuen sich die Ärzte. Den Neugeborenen gehe es erstaunlich gut. Während sie im Brutkasten in Krakau liegen, müssen die Eltern zu Hause etwas umplanen: Sie hatten mit einem Kind weniger gerechnet.

22.05.2019