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Panorama Post aus der Speichelstadt
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19:56 28.10.2016
Von Uwe Janssen
Aufatmen bei der Elbphilatelie: Das neue Wertzeichen soll nun doch pünktlich fertig werden. Quelle: dpa
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Früher klang Philatelie wie die kleine stolze Schwester der gehobenen Geisteswissenschaften. Heute klingt Philatelie wie etwas Schlimmes mit Randgruppen. Dabei geht es doch um die schönste Sache der Welt. Briefmarken! Naja, vielleicht die zweitschönste. Gut, sagen wir Top 100. In Gegenden ohne Stromanschluss.

Das Briefmarkensammeln ist, man kann sagen, in der Postmoderne. Früher ein Hobby wie geleckt, heute fühlt sich der Freund des Beförderungswertzeichens abgestempelt. Als kataloganaloger Sammelalbino.

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Einschleimen ohne Rückschein

Aber Briefmarken gesammelt hat doch jeder mal. Naja, jeder Zweite. Gut, sagen wir, jeder Hundertste. In Gegenden ohne Spaßanschluss. Dem Briefmarkensammeln ging der unschöne Ruf voraus, das As im Ärmel des nicht zustellbaren Partygängers in der anbrechenden Restabendplanung zu sein.

In der Chiffrierung der entscheidenden "Darf ich"-Frage war "meine Briefmarkensammlung zeigen" zwar umwegiger als "da mal anfassen", aber galanter und somit zielführender. Ein Einschleimen ohne Rückschein. Geriet der Markenmann dabei nicht gerade an einen Jungphilatelistinnenabschied, war die tatsächliche Sammlung relativ egal.

Wie viele Frauen haben sich wohl mit der blauen 50-Pfennig-Motivmarke des gelangweilt blickenden Bundespräsidenten Gustav Heinemann rumkriegen lassen? Es werden weniger gewesen sein als bei Wilhelm Pieck, der interessiert-angetörnt von seiner grünen DDR-Marke schaut. Es war nicht alles schlecht.

Elbphilatelie zum Schnäppchenpreis

Heute sehen die meisten Briefe leider so aus, als ob man oben rechts alte Straßenbahnfahrscheine draufgeklebt hätte. Aber nun keimt Hoffnung auf. Denn es soll eine Briefmarke mit dem Motiv der Hamburger Elbphilharmonie geben.

Die Marke ist seit sieben Jahren im Bau, zwischenzeitlich gab es Probleme mit dem Kleber, in der Zackenfertigung ist es in den Docks der Hamburger Elbphilatelie mehrfach zu Arbeitsniederlegungen gekommen.

Das Wertzeichen soll voraussichtlich zur voraussichtlichen Eröffnung der Elbphilharmonie Anfang 2017 fertig sein und wird konsequenterweise herausgegeben vom Bundesfinanzministerium. Kosten der Briefmarke: 1,45 Euro. Noch.

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