Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Panorama Purzel und die Frutarier
Nachrichten Panorama Purzel und die Frutarier
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:23 23.12.2015
Von Uwe Janssen
Zur Freude aller auf dem Vormarsch: Der handmodellierte vegane Weihnachtsbraten. Quelle: Elliot Harmon / CC BY SA 2.0

Weihnachten! Immer noch ein Renner im deutschen Festtagskalender. Statistisch geben sich die meisten Deutschen kurz vor dem Jahresende ungebrochen dem traditionellen mehrtägigen Spektakelreigen mit Feiern, Futtern, Anstoßen und Geschenkeaustauschen hin, manche sind infolge von Geschenkevertauschen später mit Geschenkeumtauschen befasst, manche auch mit Geschenkeumtaufen oder Geschenkeumlaufen, wenn es mal wieder ein orientierungsloses Kleintier sein sollte, bei dem der Name Purzel schon zum Lieferumfang gehört.

Essenstechnisch spielt sich das Weihnachtsfest irgendwo zwischen aufgetellerten großen Tieren im Stück und Würstchen mit Kartoffelsalat ab. Wegen aktueller Ernährungstrends variieren manche Traditionen, ohne die Anbindung an das Fest zu verlieren. Bereits seit Anfang Dezember sind fimoerfahrene Veganerkinder mit dem Tofumodell der Weihnachtsgans beschäftigt.

Ernährungstrends berücksichtigen

Gemäßigte Frutarier fangen Heiligabend mit dem hemmungslosen Verzehr von Apfel, Nuss und Mandelkern an und bestehen am zweiten Weihnachtstag zu 50 Prozent aus ungesättigten Fettsäuren, was ihnen mitunter einen glänzenden Teint verleiht.

Hardcore-Frutarier warten gemäß ihren ethischen Grundsätzen unter dem Baum, bis ein Apfel herunterfällt, was je nach Sorte sechs bis zehn Monate dauern kann. Wenn es zu kalt wird, kann man Frutarier nachts in die Garage tragen und am nächsten Morgen wieder unter den Baum stellen.

Strategische Streitplanung

Fester Bestandteil des Weihnachtsfests ist der Familienstreit. Manche bevorzugen spontane Zoffimprovisation, andere haben eine klare Strategie, wen sie an welchem Tag aus welchen Gründen in die Pfanne hauen wollen. Bei guter Planung sind Parallelstreitigkeiten durchaus möglich.

Ein Generalstreit mit allen Beteiligten inklusive Androhung von Enterbung und Abreise sollte erst am zweiten Feiertag angezettelt werden, weil sonst zu viel Essen übrig bleibt. Schlägereien sind zu vermeiden, die Tischdecken sind schließlich nur einmal im Jahr so weiß.

Am 28. Dezember ist dann alles wieder in Ordnung, man einigt sich auf ein Unentschieden, geht Handstaubsauger umtauschen. Oder Purzel. Oder wie er jetzt heißt. Frohes Fest! 

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Panorama Kirche in der Krise - Wir unsichtbaren Christen

Am Heiligabend ist sie vergessen, die Krise der Kirchen. Die Gotteshäuser sind voll, Kerzenlicht, Krippenspiel und frohe Botschaft berühren Gläubige wie Gelegenheitsbesucher. Aber dann gibt es noch die anderen Christen. Die, die nie da sind. Und doch der Kirche die Treue halten. Für alle Fälle?

Reinhard Urschel 23.12.2015
Panorama Die Sehnsucht nach Stille - Ruhe, bitte!

Kaum irgendwann ist die Sehnsucht nach Stille größer als in der betriebsamen Weihnachtszeit. In einer immer urbaneren Welt, in der sich Geräusche zu einem fortwährenden Grundrauschen verdichten, bleiben kaum noch Orte zum Innehalten. Wenn die Stille doch unverhofft einkehrt, ertragen wir sie kaum.

Daniel Behrendt 23.12.2015
Panorama Imre Grimms Wunschzettel - Gute Vorsätze fürs neue Jahr

Das Ende ist nah – zumindest das Ende von 2015. Ein guter Zeitpunkt, dem neuen Jahr mal ein paar gute Vorsätze vorzuschlagen. Man wird sich ja wohl noch etwas wünschen dürfen!

Imre Grimm 23.12.2015