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Panorama Raus aufs Meer – und dann den Notruf wählen
Nachrichten Panorama Raus aufs Meer – und dann den Notruf wählen
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20:06 09.12.2016
Von Marina Kormbaki
4700 Menschen starben 2016 bislang bei der Überfahrt über das Mittelmeer oder werden vermisst. In keinem anderen Jahr hat die Mittelmeerpassage derart viele Todesopfer gefordert. Ein Grund ist die Profitgier der Schleuser. Quelle: Getty
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Kapitän Alessio Morelli ist seit mehr als zwei Jahrzehnten bei der italienischen Küstenwache. Er hat erlebt, wie sich in den Neunzigerjahren Albaner in Schrottschiffen nach Italien flüchteten, er half den griechischen Kollegen bei der Rettung schiffbrüchiger Syrer, und zahllose Male steuerte er mit frierenden Afrikanern an Bord den Hafen von Lampedusa an.

"Fragen Sie bloß nicht, was mein erfreulichster Einsatz war", sagt Morelli in der Kommandobrücke seines Patrouillenschiffes in der sizilianischen Küstenstadt Catania. Regen rinnt in langen Fäden die Fenster hinab, in der Dunkelheit zeichnen sich die mächtigen Umrisse des Ätnas ab. Kapitän Morelli, ein kleiner, drahtiger Mann mit traurigen Augen, presst die Lippen zusammen. Er sagt: "Was wir jetzt erleben, übertrifft alles."

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Die Zahlen geben Kapitän Morelli recht. Seit Jahresbeginn haben mehr als 173 000 Menschen aus Afrika die Küsten Italiens erreicht – mehr als in allen zurückliegenden Jahren. Allein im Oktober zählte die Küstenwache 27 500 Migranten – so viele wie in keinem Monat zuvor. Die meisten der Geretteten stammen aus Nigeria, Eritrea und der Elfenbeinküste. Der Migrationsdruck kommt also aus Afrika.

Alessio Morelli, Kapitän der italienischen Küstenwache, ist seit Jahren zuständig für die Rettung von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer. Quelle: Kormbaki

Die steigenden Flüchtlingszahlen auf der zentralen Mittelmeerroute sind nicht die Folge der mit dem EU-Türkei-Abkommen Ende März dieses Jahres weitgehend geschlossenen östlichen Mittelmeerroute, die über die Türkei nach Griechenland führt. Es hat keine Verlagerung der Flucht­route für Syrer, Iraker und Afghanen über Nordafrika nach Europa stattgefunden, da sind sich die Grenzschützer Europas sicher.

Deutlich gestiegen ist in diesem Jahr allerdings auch die Zahl der Toten und Vermissten auf der zentralen Mittelmeerroute von Libyen nach Italien, auf inzwischen etwa 4700. Einer von 37 Migranten stirbt bei der Überfahrt nach Italien. Kapitän Morelli zeigt Videoaufnahmen von Helfern, die auf schwankenden Booten vergebliche Wiederbelebungsversuche unternehmen. Von leblosen Körpern, die in vollgelaufenen Booten treiben. Von Gliedmaßen, an Land gespült.

Wenige Stunden nach dem Besuch bei der Küstenwache von Catania ertrinken offenbar 135 Menschen vor der libyschen Küste. Doch die Medien nehmen kaum Notiz von der Meldung. Diesseits des Mittelmeeres schreckt das Sterben nicht mehr auf – und jenseits des Mittelmeeres schreckt es nicht ab: Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration warten 276 000 Menschen in Libyen auf eine Gelegenheit zur Überfahrt.

Italien wird zum Einwanderungsland

Italien war einst ein Auswanderungsland. Millionen flohen vor der Armut in Kalabrien und Sizilien nach Amerika und Nordeuropa – aus jenen Gegenden also, in denen jetzt besonders viele Flüchtlingslager stehen. Italien wird zum Einwanderungsland. Zu einem Einwanderungsland wider Willen, muss man wohl ergänzen, was auch an der europäischen Politik liegt.

Zwar appellierte Italiens bisherige Regierung immerzu an den Rest Europas, dem Land Flüchtlinge abzunehmen, wie die EU es vor gut einem Jahr beschlossen hat. Doch die Umverteilung der Migranten kommt nicht voran, die meisten EU-Länder weigern sich. Andere, darunter Deutschland, sind zögerlich. So hat die Bundesregierung bisher rund 200 Eritreer aus Italien nach Deutschland bringen lassen, obwohl sie dem Land erklärtermaßen pro Monat 500 Migranten abnehmen möchte.

Italien verfügt über kaum Erfahrung und Instrumente zur Integration von jährlich Zehntausenden Migranten. Schulen und öffentliche Verwaltung leiden unter Sparmaßnahmen. Angesichts einer Jugendarbeitslosenquote von fast 40 Prozent ist der Arbeitsmarkt weitgehend dicht für die meist jungen Flüchtlinge. Ihre Unterbringung und Versorgung überfordert den tief verschuldeten italienischen Staat zusätzlich.

Ankunft im Ungewissen: Die "Topaz Responder", ein Schiff der maltesischen Nichtregierungsorganisation Moas hat mehr als 400 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer geborgen und bringt sie in den Hafen Vibo Valentia unweit von Sizilien. Quelle: afp

"Italien wird im nächsten Jahr nicht wieder 170 000 Migranten aufnehmen können", hatte der bisherige Premier Matteo Renzi vor Kurzem erst wiederholt und forderte Hilfe und finanzielles Entgegenkommen vonseiten der EU. Andernfalls, so Renzi, werde Italien gegen den gemeinsamen Haushaltsentwurf der EU stimmen.

Die ungelöste Migrationsfrage verleiht dem ohnehin schon dicken, schwer zu entwirrenden Krisen-Knäuel Italiens gefährliche Sprengkraft. Die weiterhin hohe Arbeitslosigkeit, die drohende Bankenkrise, die Belastungen nach den verheerenden Erdbeben und die Regierungskrise in Rom sind keine gute Grundlage für Solidarität mit den Migranten.

Zwar hat sich die Bevölkerung bisher sehr hilfsbereit gegenüber den Neuankömmlingen gezeigt. Doch viele halfen wohl auch in der Erwartung, dass der Rest Europas bald einspringt. Eine bisher vergebliche Hoffnung. Italiens Politiker beklagen beinah täglich die Untätigkeit Europas.

Bilder für die Untätigkeit Europas

Wer ein Bild für diese sucht, findet es im Büroraum des Flüchtlingslagers Mideo, im Landesinneren Siziliens. Dutzende blaue Ordner sind im Regal von Sebastiano Maccarone aufgereiht, dem Direktor des Lagers. Darin sind die Anträge Hunderter Flüchtlinge auf Umsiedlung in Europa abgeheftet. "Die Zahl der Anträge auf Umverteilung und die von den EU-Ländern angebotenen Plätze klaffen weit auseinander", sagt Maccarone, ein beleibter Mann mit zurückgegelten Locken. Die Wand in seinem Rücken zieren Dutzende Fotos mit lächelnden Afrikanern. Dazwischen hängen Kinderzeichnungen von Schiffen, Meer und Menschen.

Vor Maccarones Bürotür kauert Abdullah Sheriff, ein stiller 19-Jähriger mit roter Schirmmütze. Seit acht Monaten ist er nun schon in dem Lager, das einst ein Stützpunkt der US-Armee war. Auch er hat einen Antrag auf Umsiedlung gestellt, aber als Liberianer hat er keine Aussicht auf Erfolg.

Wie es für ihn weitergehen soll? Zu dieser Frage fällt ihm nichts ein. Tränen steigen ihm in die Augen. Er weiß nur, dass er nicht zurück kann – nicht zurück nach Liberia, von wo aus seine Familie ihn mit großen Erwartungen in die Ferne schickte; und auch nicht zurück nach Libyen, wo er, so schildert er es, unter unmenschlichen Bedingungen in einer Textilfabrik nahe Tripolis arbeitete und statt eines Lohns von seinem Chef ein Freiticket nach Europa erhielt. Für eines jener grauen Schlauchboote, zusammengepfercht mit 140 anderen.

Pal Erik Teigen ist eigentlich Polizist in Norwegen. Einige Wochen im Jahr macht er mit bei der EU-Mission "Triton" und rettet Flüchtlinge im Mittelmeer. Quelle: Kormbaki

Natürlich erreichte Abdullah Sheriff die italienische Küste nicht in diesem überfüllten, mit wenig Treibstoff ausgestatteten Boot. Zu langen Überfahrten sind die zusammengeklebten Luftkissen chinesischer Produktion nicht imstande. Die Boote treiben meist einige Stunden 20, 30 Kilometer vor der libyschen Küste. Ein Flüchtling, dem die Schlepper ein Satellitentelefon mitgegeben haben, setzt den Notruf ab, sobald internationales Gewässer erreicht ist. Die Nummer ist eingespeichert.

Immer häufiger sind es aber auch Freunde oder Angehörige der Bootsflüchtlinge, die aus den Niederlanden, Deutschland oder Italien den Notfall auf hoher See melden, und die italienische Küstenwache schickt Hilfe. Zum Beispiel die "Siem Pilot", ein norwegisches Versorgerschiff für Bohrinseln, das zurzeit im Dienst der EU-Rettungsmission "Triton" steht.

Kapitän Pal Erik Teigen ist eigentlich Polizist, er leitet die Notrufzentrale in einer Kleinstand nördlich von Oslo. Einige Wochen im Jahr aber patrouilliert er im Mittelmeer. Fast 30 000 Menschen hat die "Siem Pilot" bereits gerettet, fast 100 Tote hat sie geborgen. Kapitän Teigen, ein groß gewachsener Mann mit kahlem Haupt, klingt besorgt, als er sagt: "Die Schleuser sind immer stärker profitgetrieben. Noch vor zwei Jahren waren ihre Boote aus dickem schwarzen Kunststoff, heute ist die graue Hülle dünn. Und sie drängen mehr als doppelt so viele Menschen auf die Boote."

100 000 Euro Profit pro Boot

Im Gegensatz zu den Flüchtlingen, die aus der Türkei nach Griechenland übersetzen, tragen die afrikanischen Flüchtlinge bei der Überfahrt keine Schwimmwesten. Dabei können die wenigsten von ihnen schwimmen. Die Westen nehmen zu viel wertvollen Platz weg, so das Kalkül der Schleuser. Im schmalen, mit Holzplanken ausgelegten Innenraum der Boote liegen die Menschen während der Fahrt teils aufeinander, die meisten drängen sich auf dem Außenring. "Drogenschmuggler legen Wert darauf, dass ihre Ware unbeschädigt ans Ziel kommt. Menschenschmugglern ist das egal", sagt ein Europol-Beamter.

Und noch einen Unterschied gebe es zwischen diesen beiden Geschäftsfeldern. Während der Drogenmarkt stagniere, sei die Schleuserkriminalität ein wachsender Markt. Nach Angaben von Grenzschützern kostet die Überfahrt 800 bis 1000 Euro pro Person. Pro Boot verdienen die Schleuser also 100 000 Euro und mehr.

Dabei sind nicht sie es, die die Migranten nach Italien bringen. Den längsten Teil der Überfahrt lassen sie sich von Rettungsschiffen wie der "Siem Pilot" abnehmen. Die Schiffbrüchigen zurück nach Libyen zu bringen kommt für die Retter nicht infrage. Rechtlich nicht, moralisch auch nicht. Viel zu gefährlich ist es in dem Bürgerkriegsland, für Flüchtlinge und für Helfer.

Die Fluchtrouten über das Mittelmeer Quelle: RND

Die Europäer tun zurzeit viel dafür, dass sich das ändert. Sie suchen den Kontakt zu den verbliebenen Resten der einstigen staatlichen Grenzbehörde, schulen libysche Beamte im Küstenschutz und in der Seenotrettung. Doch von einer Zusammenarbeit kann noch nicht die Rede sein. Oft scheitert schon die Kontaktaufnahme zu den Libyern. Rivalisierende Milizen stürzen das Land immer tiefer in Chaos und Armut. Wo Arbeit, Recht und Ordnung fehlen, können Schleuser unbehelligt operieren.

Sie treiben die Migranten aufs Meer hinaus und überlassen sie dort ihrem Schicksal – oder eben den privaten und den offiziellen Hilfsmissionen aus Europa. Das zynische Kalkül der Schleuser stürzt die Europäer in ein Dilemma. Ihre Hilfsbereitschaft im Mittelmeer ist womöglich mit ein Grund dafür, dass die Schleuser die Boote jetzt so vollstopfen mit Verzweifelten.

"Aber was wäre die Alternative?", fragt Kapitän Teigen, ohne auszusprechen, was als Antwort naheläge. Stattdessen bekräftigt er: "Unsere Aufgabe ist es, Menschen zu retten."

Hilfe für Flüchtlinge auf dem Mittelmeer

Mission Mittelmeer: Professionelle und viele freiwillige Helfer wie die maltesische Organisation Moas sind auf See und an Land unterwegs, um Geflüchteten zu helfen und Leben zu retten. Quelle: afp

Vor den Küsten Südeuropas ereignen sich Tag für Tag Dramen. Professionelle und auch viele freiwillige Helfer sind im Einsatz, und beide Gruppen sind ihrerseits auf Unterstützung angewiesen. Ihre Hilfsappelle richten sich meist an Regierungen, aber auch Spenden von Privatpersonen sind bei vielen Organisationen sehr willkommen.

Private Hilfsmissionen vor der libyschen Küste sind beispielsweise die deutsche Mission "SOS Mediterranée", die mit der "MS Aquarius" auf Patrouillenfahrten unterwegs ist (sosmediterranee.org). Eine weitere deutsche Mission ziviler Seenotrettung ist die "Sea-Watch" (sea-watch.org). Zu den professionellsten unter den privaten Helfern zählt zudem die maltesische Mission "Moas", die auf ihrer Website moas.eu ebenfalls um Spenden bittet.

Seit Mai ist auch Ärzte ohne Grenzen wieder auf dem Mittelmeer im Einsatz. Mit drei Schiffen retten Teams aus Ärzten, Logistikern und anderen Experten Flüchtlinge vor dem Ertrinken und leisten an Bord Erste Hilfe (aerzte-ohne-grenzen.de). Zu den wichtigsten Akteuren an Land zählt das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen. Das UNHCR ist auf Sizilien und griechischen Inseln tätig und bittet um Geldspenden für Hilfsgüter wie Schlafsäcke, Wasserflaschen und Hygienesets (www.uno-fluechtlingshilfe.de/spenden-mittelmeer-nothilfe.html).

Interview mit Bürgermeister Manolis Vournous

Manolis Vournous ist seit 2014 parteiloser Bürgermeister der Insel Chios. Quelle: privat

Herr Vournous, uns erreichen kaum noch Meldungen von Flüchtlingen, die in Schlauchbooten von der Türkei auf griechische Inseln übersetzen. Kommen überhaupt noch Migranten auf Ihrer Insel Chios an?
Ja, gewiss. Allein im vergangenen Monat waren es Hunderte. Zwar ist die Lage nicht mit jener vom Jahresanfang zu vergleichen, als täglich Hunderte eintrafen. Aber das EU-Türkei-Abkommen hat keineswegs den Zuzug stoppen können.

Ist das Abkommen aus Ihrer Sicht gescheitert?
Das Abkommen hat die Zivilisation Europas um viele Jahre zurückgeworfen. Es hat aus den Inseln der Ostägäis Gefängnisse gemacht. Die Führung Europas hat nicht den Mut, sich und ihren Bürgern offen einzugestehen, dass sie Menschen in Haft hält, bis über ihr Asylverfahren entschieden ist. Unschuldige Menschen können sich auf europäischem Boden nicht frei bewegen. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass dies im Jahr 2016 europäische Realität sein würde.

In Brüssel heißt es, die griechischen Asylbehörden verhinderten die Umsetzung des Abkommens, das eine rasche Rückführung der Migranten in die Türkei vorsieht.
Fest steht: Die staatlichen Behörden zeichnen sich durch große Unfähigkeit aus. Es fehlt an Koordination und Personal. Aber die Verantwortung dafür, dass die Menschen hier bei uns festsitzen, tragen auch die EU-Mitgliedsstaaten. Die EU-Asylbehörde EASO ist massiv unterbesetzt, die EU-Staaten schicken viel zu wenig Experten zur Bearbeitung der Asylanträge nach Chios.

Sind alle Flüchtlinge auf dem Hotspot der Insel untergebracht?
Nein, der Hotspot hat nur 1600 Plätze. Die sind alle belegt. Wir bieten weiteren 800 Menschen Unterkunft in einem Camp am Hafen. Aber auch das reicht nicht aus. Wir haben etwa 4400 Flüchtlinge auf der Insel. Die Leute zelten am Strand.

Wie ist das Verhältnis zwischen den Einheimischen und den Geflüchteten?
Natürlich sind die Bürger von Chios bereit, Menschen in Not zu helfen. Aber diese Notlage dauert nun schon zwei Jahre, der wirtschaftliche Schaden für Chios ist gewaltig. Die Unfähigkeit der griechischen Regierung und die Heuchelei der Europäischen Union tragen nun dazu bei, dass die Hilfsbereitschaft in Frust umschlägt – nicht in Frust gegenüber den Flüchtlingen, aber gegenüber Athen und Brüssel. Nichts wurde von europäischer oder staatlicher Seite unternommen, um die Folgen für die Menschen vor Ort abzufedern, weder wirtschaftlich noch politisch. Nicht einmal eine Informationsbroschüre hat man uns geschickt.

Es war auch schon von gewalttätigen Auseinandersetzungen zu lesen.
Der Widerstand wächst gewaltig, auf beiden Seiten. Die Flüchtlinge leben unter sehr schwierigen Bedingungen, und die Einheimischen können nicht mitansehen, wie aus ihrer Heimat ein Gefängnis wird. Ein Grund für aufkommende Probleme ist das Verhalten der von Athen aus befehligten Polizei. Sie geht nicht mit der gebotenen Konsequenz der Kleinkriminalität auf der Insel nach. Eine sehr kleine Minderheit der Flüchtlinge klaut Lebensmittel. Dass der Staat hier nicht einschreitet, stärkt nur das allgemeine Misstrauen gegen Staat und Flüchtlinge – und es ist ein idealer Nährboden für Rassismus. Trotz der absehbaren Spannungen zwischen Einheimischen und Flüchtlingen haben wir weder aus Athen noch aus Brüssel auch nur einen einzigen Euro erhalten für Kampagnen gegen rechts. Derweil ist es schwer nachzuvollziehen, ob die für den Hotspot auf der Insel und für Nichtregierungsorganisationen bestimmten Gelder tatsächlich sachgerecht eingesetzt werden.

Wann immer der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan damit droht, Flüchtlinge nach Europa weiterreisen zu lassen, geht eine Schockwelle durch Europa. Wie wirken Erdogans Drohungen auf Sie?
Wir sind ganz nah dran an der Quelle dieser Schockwellen. Natürlich beunruhigt uns das. Erdogan droht mit Menschen, das widerspricht all unseren Werten. Europa kann seine Sicherheit nicht in die Hände eines ausländischen Staatsmannes legen. Es muss sich selbst helfen, und vielleicht tragen die Schockwellen ja zur Findung neuer Lösungen bei.

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