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Panorama Schritt für Schritt
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21:02 15.04.2016
Von Uwe Janssen
Unerbittlich: Schrittzähler sind das schlechte Gewissen am Arm und im Smartphone und zählen vor allem, wie viel Schritte man nicht gemacht hat. Quelle: Christopher Michel / CC BY 2.0
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Eine gute Sache, so ein Schrittzähler. Er zählt einfach die Schritte. Das ist toll. Und er ist unsichtbar. Vorbei die Zeiten, als sich nur reiche Menschen hauptberufliche Schrittzähler leisten konnten, die neben einem herliefen und in Echtzeit laut "vierundzwanzig, fünfundzwanzig ..." riefen, woraus später der sogenannte Liveticker hervorging.

Die Fußkugel bei Sträflingen war ein Vorläufer der heutigen Schrittzähler, allerdings ohne Anzeige und Speicherkarte. Heute sind Schrittzähler digital, kaum zu sehen, im Smartphone zählen sie alles, was theoretisch ein Schritt sein könnte. Das ist technisch ein Schritt nach vorn, aber es ist auch ein schlechtes Gewissen in der Hosentasche.

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Für Sitzende eine Monatsration

Denn der Schrittzähler belegt vor allem, wie viele Schritte man nicht gemacht hat. 10 000 sollen es sein. Am Tag. 10 000 Schritte sind für Menschen in sitzenden Tätigkeiten, zu denen unter anderem Büroarbeit, Autofahren und aktive Strafgefangenheit gehört, eine Monatsration.

Sitzend Tätige neigen dazu, sich zu beschwindeln, Fußbewegungen unter dem Schreibtisch mitzuzählen oder den Herzschrittmacher anteilig in die Fußschrittzahl einzurechnen. Wie kommt man also auf 10 000 Schritte, obwohl man überhaupt keine Zeit hat?

Schon der Umbau des Büros kann viel bewirken. Die Lauffaulen müssen sich von ihrer Maßgabe "Jeder Gang macht krank" verabschieden. Der Drucker im Nebenraum/Nebengebäude/Nachbarort kann schon viel bewirken, um auch während der Arbeitszeit sein Schrittkonto zu erhöhen.

Verkehrsregeln für Laufbüros

Effektiver ist es, Bürostuhl und Bürotisch zu trennen. Nur fünf Meter reichen schon. Wenn man für jede E-Mail aufstehen muss, kommt auf dem Schrittzähler ein schönes Sümmchen zusammen. Man kann diese Dosis erhöhen, indem man für jeden Absatz, jeden Satz oder jedes Wort aufsteht, fünf Meter zu seinem Rechner oder Laptop läuft und sich wieder hinsetzt. Ergebnis: entweder Fitness oder kurze E-Mails. Win-win.

Man müsste allerdings in solchen Laufbüros verbindliche Verkehrsregeln einführen (rechts vor links, Frau vor Mann, Chef vor Azubi, Gleichstellungsbeauftragte vor allen), damit es nicht zu unschönen Zusammenstößen kommt und die Schrittbilanz im Krankenhaus wieder in die Knie geht. In die Knie gehen zählt übrigens auch nicht.

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Imre Grimm 15.04.2016
Deutsche Presse-Agentur dpa 15.04.2016
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