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Panorama Ebola-Verdacht: Behörden geben Entwarnung
Nachrichten Panorama Ebola-Verdacht: Behörden geben Entwarnung
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19:15 12.12.2018
Unter anderem der ABC-Trupp und der Gerätewagen mit Dekontaminationsmitteln ist in Hannover im Einsatz. Quelle: Christian Elsner
Hannover

Entwarnung: Der Ebola-Verdacht bei einer kranken Frau im Stadtteil Burg hat sich am Mittwochabend „nicht bestätigt“, teilte die Regionsverwaltung gegen 18 Uhr mit. Die Patientin hatte am Vormittag den Rettungsdienst alarmiert, aufgrund der Symptome hatten die Helfer Seuchenalarm ausgelöst, das Landesgesundheitsamt bestätigte den Ebola-Verdacht auf Anfrage der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“.

Nach HAZ-Informationen lebt in der Wohnung eine fünfköpfige Familie mit drei kleinen Kindern. Unter anderem aufgrund der Symptome und der Tatsache, dass die kranke Mutter kurz zuvor in Kamerun Urlaub gemacht hatte, veranlasste eine Ärztin daraufhin einen Blut-Schnelltest auf Ebola.

Experten prüfen Ebola-Verdacht

Die Analyse im Hochsicherheitslabor des Landesgesundheitsamtes nahm anschließend rund vier Stunden in Anspruch. „Das Verfahren ist der normale Reaktionsablauf bei solch einer Vermutung“, sagt Regionssprecherin Sonja Wendt. Die Wahrscheinlichkeit auf die hochansteckende Seuche Ebola bezeichnete die Sprecherin allerdings bereits am Nachmittag als gering.

Ein Notarzt und zwei Sanitäter in Schutzanzügen kümmerten sich bis 18 Uhr um die Frau in der Wohnung im dritten Stock des Hauses. Auch ein Gerätewagen der Feuerwehr mit Dekontaminationsmaterial war vorsorglich alarmiert worden, konnte aber nach kurzer Zeit wieder abrücken. Der Rettungsdienst entschied sich mittags gegen einen aufwändigen Transport der Frau in ein Krankenhaus, da ihr Gesundheitszustand stabil ist. „Sie konnte deshalb vorerst in ihrer Wohnung bleiben“, sagt Sprecherin Wendt. Am Abend wurde die Frau wegen des Infekts aber dennoch in ein Krankenhaus zur weiteren Behandlung gebracht.

Die übrigen Mieter waren nicht vom Einsatz betroffen, sie konnten ihre Wohnungen problemlos betreten und verlassen. Allerdings übte ein Familienvater auch Kritik am Verhalten der Einsatzkräfte. „Wir waren absolut in Sorge“, sagt Hasan Karagöz mit Blick auf seine zweieinhalb Jahre alte Tochter. Er wohnt direkt unter der betroffenen Wohnung und erfuhr aus den Medien vom Verdachtsfall. „Niemand hat uns etwas gesagt.“ Dass um ihn zahlreiche Personen in gefährlich aussehenden Schutzanzügen zu sehen waren, habe die Ängste zusätzlich verstärkt.

Die beiden Rettungskräfte, die am Morgen in die Wohnung gerufen wurden, mussten nicht in Quarantäne. Laut Feuerwehr gehöre zum Standardprozedere bei jedem Einsatz, einen ausreichenden Abstand zum Patienten zu halten. Ebola wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Derzeit ist die Seuche Ebola im Kongo verbreitet: Dort sind mit Stand vom Mittwoch 500 Fälle des oft tödlichen Virus registriert. Für Kamerun gibt es laut Auswärtigem Amt zurzeit keine Ebola-Warnung.

Die übrigen Mieter waren nicht vom Einsatz betroffen, sie konnten ihre Wohnungen problemlos betreten und verlassen. Allerdings übte ein Familienvater auch Kritik am Verhalten der Einsatzkräfte. „Wir waren absolut in Sorge“, sagte Hasan Karagöz mit Blick auf seine zweieinhalb Jahre alte Tochter. Er wohnt direkt unter der betroffenen Wohnung und erfuhr aus den Medien vom Verdachtsfall. „Niemand hat uns etwas gesagt.“ Dass um ihn zahlreiche Personen in gefährlich aussehenden Schutzanzügen zu sehen waren, habe die Ängste zusätzlich verstärkt. Anwohnerin Sigrid Schur wiederum ist erleichtert, dass sich der Ebola-Verdacht nicht bestätigte: „So etwas kennt man sonst nur aus dem Fernsehen“, sagte die 56-Jährige. Daher sei es umso besser, dass die Feuerwehr zwar erst groß auffahre, dann aber Entwarnung geben könne.

Keine Ebola-Warnung in Kamerun

Derzeit ist die Seuche Ebola im Kongo verbreitet: Dort sind mit Stand vom Mittwoch 500 Fälle des oft tödlichen Virus registriert. Für Kamerun gibt es laut Auswärtigem Amt zurzeit keine Ebola-Warnung. Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein mit Blutungen einhergehendes Fieber aus. Die Erkrankung kann in schlimmsten Fall zum Tode führen.

Von RND/HAZ

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