Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Panorama Suche nach Rebecca erneut ohne Ergebnis
Nachrichten Panorama Suche nach Rebecca erneut ohne Ergebnis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:18 08.03.2019
Eine Hundertschaft der Berliner Polizei durchsucht ein Waldstück nach der vermissten Rebecca. Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB
Berlin

Mit einer zweiten groß angelegten Suchaktion am Freitag hatte die Berliner Polizei gehofft, die Leiche der verschwundenen Rebecca zu finden. Doch der Einsatz in dem Waldgebiet bei dem Ort Kummersdorf, 50 Kilometer südöstlich von Berlin, blieb erneut ohne Erfolg. Schon am Donnerstag hatte die Hundertschaft das Gebiet durchkämmt. Am Abend wurde die Suche vorerst beendet. Am Samstag will die Polizei weiter suchen. Ob das am gleichen Ort geschieht, stand zunächst nicht fest.

Zwölf Suchhunde im Einsatz

Zweieinhalb Wochen ist es her, dass die 15-jährige Berliner Schülerin Rebecca verschwand. Die Polizei hat keine Hoffnung mehr, sie lebend zu finden. Die Einsatzkräfte waren auch am Freitag mit Stöcken und Schaufeln ausgerüstet und liefen in langen Reihen nebeneinander durch den Kiefernwald. Auch zwölf Suchhunde aus Berlin, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern waren bei der Suchaktion dabei – sechs Leichenspürhunde und sechs Suchhunde für lebende Menschen.

Die Polizei Berlin hielt die Öffentlichkeit auch auf Twitter auf Stand. „Sobald neue Erkenntnisse vorliegen, werden wir Medienvertretende & Öffentlichkeit informieren“, hieß es. Die Kriminalpolizei geht davon aus, dass Rebecca getötet wurde. Sie will die Leiche finden, um bei den Ermittlungen gegen den verdächtigen Schwager des Mädchens weiterzukommen.

Mehr als 300 neue Hinweise im Fall Rebecca

Auch die mehr als 300 Hinweise, die nach einer ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ am Mittwochabend bei den Ermittlern zum Fall Rebecca eingingen, würden von Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt weiter geprüft. Die Gesamtzahl der Hinweise lag damit am Donnerstag bei rund 700.

Ob es neue Erkenntnisse gebe, teile die ermittelnde Mordkommission jedoch erst mit, wenn Auswirkungen auf die Ermittlungen ausgeschlossen werden könnten, sagte der Sprecher.

Kripo geht davon aus, dass Rebecca getötet wurde

Rebecca war am 18. Februar in den frühen Morgenstunden aus dem Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers verschwunden. Die Kriminalpolizei geht davon aus, dass sie getötet wurde.

Dringend tatverdächtig ist der Schwager von Rebecca. Der 27-jährige Deutsche war demnach zur mutmaßlichen Tatzeit allein mit ihr im Haus. Nach Ansicht der Ermittler hatte Rebecca zum Zeitpunkt ihrer mutmaßlichen Tötung das Haus nicht verlassen. Dies ergebe sich vor allem aus dem Telefonverhalten Rebeccas und den Router-Daten in dem Haus, sagte ein Mitarbeiter des Landeskriminalamts in der ZDF-Sendung.

Die Ermittler befassen sich vor allem auch mit zwei Autofahrten des Schwagers. Auf der Autobahn 12 zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) war das Auto, das der 27-Jährige nutzte, von einem Kennzeichen-Erfassungssystem der Polizei registriert worden. „Zu beiden Fahrten kann er keine Angaben machen“, hatte Kriminalhauptkommissar Michael Hoffmann, Leiter der zuständigen 3. Mordkommission, gesagt.

Fall Rebecca: Fahrten des Schwagers nach Brandenburg passen nicht zu dessen Version

Die Fahrten passten nicht zu der Version, die der Schwager erzählt habe. Es gebe Widersprüche in den Aussagen des Mannes. „Es ist ein Fall, der betroffen macht“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Donnerstabend im Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB).

Die Eltern und Schwestern von Rebecca halten den Schwager für unschuldig. „Die ganze Nummer hängt mit einer anderen Sache zusammen, die ich aber nicht sagen darf“, sagte Rebeccas Vater dem Sender RTL am Mittwoch. Er bat seinen Schwiegersohn: „Florian, rede einfach! Klär das, damit die ganze Suche in die andere Richtung geht, und zwar in die richtige. Wir müssen Becky finden.“

Von RND/dpa