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Panorama Trump auf Hotelsuche in Hamburg
Nachrichten Panorama Trump auf Hotelsuche in Hamburg
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17:48 10.04.2017
Kein Platz für Trump: Ein schwerbewaffneter Polizist vor dem Hotel Vierjahreszeiten in Hamburg. Quelle: dpa
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Hamburg

Er hätte sich wie zu Hause gefühlt: Riesige Fernsehschirme an den Wänden, vollbestückte Bar, Klimaanlage – in der Präsidentensuite des Hamburger Hotels Vier Jahreszeiten hätte es Donald Trump sicher problemlos ausgehalten. Angeblich wird es dazu aber nicht kommen. Das „Hamburger Abendblatt“ will erfahren haben, dass das Luxushotel an der Alster dem prominentesten Teilnehmer des G20-Gipfels im Juli eine Absage erteilt hat. Die Aufregung ist beträchtlich, die Faktenlage dürftig. Denn der Kommentar des Fünfsternehauses lautet vornehm: kein Kommentar.

Auskünfte über Gäste gebe es grundsätzlich nicht, erklärt Hotel-Sprecherin Jana Lang. „Diskretion ist bei uns oberstes Gebot, ganz gleich, ob es sich um Prominente oder Lieschen Müller handelt“, sagt sie. Und lässt dann immerhin durchblicken, dass während des Gipfels „eine Delegation bei uns untergebracht ist“. Welche das sein wird, bleibt der Phantasie überlassen, bis das Event vorüber ist. Oder bis doch irgendwie durchsickert, wer den Zuschlag für das Quartier an der Binnenalster bekommen hat – so geschehen beim Besuch von US-Außenminister John Kerry im Dezember. „Irgendwann war bekannt geworden, dass er bei uns wohnt, und dann wurde er natürlich auch fotografiert und angesprochen“, schildert Lang.

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Wird das Berliner „Adlon“ sein Ausweichquartier?

Vor ungewohnte Herausforderungen würde ein Gast vom Kaliber Trump die Hotelmannschaft aber nicht stellen. „Ohne großspurig klingen zu wollen, kann ich sagen, dass wir mit hochrangigen und sehr prominenten Gästen viel Erfahrung haben, auf so etwas ist das Team eingestellt“, sagt die Sprecherin. Gleiches gilt für das Hotel Adlon in Berlin, das laut „Abendblatt“ derzeit als Alternativunterkunft für den US-Präsidenten gehandelt wird. Einzelheiten seiner Unterbringung wird sein Stab aber wohlweislich so geheim wie möglich halten, denn mit ein paar Paparazzi-Attacken wie bei Kerry wäre es bei Trump möglicherweise nicht getan.

Wer also im Juli aus der Präsidentensuite an der Alster auf die Anti-Gipfel-Demonstranten hinunterblicken wird, bleibt vorerst weiter offen – hoffen wir um des lieben Weltfriedens willen, dass man dort den amerikanischen Präsidenten nicht zugunsten des russischen ausgeladen hat.

Von Stefanie Gollasch