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Panorama Vokuhila: Vorne kurz, hinten sanft verwuschelt
Nachrichten Panorama Vokuhila: Vorne kurz, hinten sanft verwuschelt
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17:39 23.05.2019
Entschieden romantisch: Der Vokuhila ist 2019 weniger extrem, leicht verwuschelt – und erstaunlich kleidsam. Quelle: Wella
Hannover

Na, das nennt sich doch mal Auswahl: Wer sich zum Sommerbeginn auch haarmäßig einen guten Schnitt machen möchte, findet überall Anregungen. Auf der Straße, in Modemagazinen, im Netz – etwa auf der Website friseur.com. Da gibt es Styles für kurzes, langes oder mittellanges Haar – und die Top 15 für trendige Vokuhila-Frisuren.

Vokuhila? Bei der Erinnerung an diese Vorne-kurz-hinten-lang-Frisur, die in den Siebziger- und Achtzigerjahren eine Weile als das Nonplusultra der Friseurkunst galt, werden manche Menschen nostalgisch: Nena! Limahl! Andre Agassi! Eine Weile trat sogar David Bowie mit diesem Schnitt auf.

Andere macht der Blick zurück eher fassungslos: Man denkt an gut bezahlte, schlecht frisierte Fußballer. Und von denen gab es schon zu damaliger Zeit viele. Sehr viele. Aber wie das so ist: Irgendwann wurde auch diese haarige Mode von der nächsten abgelöst.

Der Vokuhila der Achtziger in seiner ganzen Pracht: Andre Agassi mit blondierten Strähnchen und Stirnband. Quelle: dpa/Archiv

Vor ein paar Jahren nun tauchte die amerikanische Musikerin Beth Ditto mit einem neuen alten Haarschnitt auf – vorne kurz, hinten lang. Die Überraschung war groß, die Begeisterung auch.

Nicht nur ausgemachte Fans der schwergewichtigen Sängerin und Karl-Lagerfeld-Muse fanden: Das sieht ja richtig gut aus – ähnlich wie bei den Modellen mit Vokuhila-Look, die Designer Jean Paul Gaultier in den vergangenen Jahren immer mal wieder über den Laufsteg geschickt hat. Die wirkten meist aufregend-androgyn – waren manchmal allerdings ähnlich stark blondiert wie früher Hansa-Rostock-Innenverteidiger und Vorzeige-Vokuhilist Mike Werner.

So blond muss in diesem Sommer nicht sein, wer den Vokuhila tragen möchte. „Man sollte das nicht mit der Haarmode der Achtzigerjahre gleichsetzen“, sagt Antonio Wei­nitschke, Artdirector beim Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks. Der Schnitt sei heute längst nicht mehr so extrem wie vor Jahrzehnten.

Der Original-Vokuhila war zumeist Männersache

Damals, erinnert der Friseurmeister aus Aachen, war die ausgeprägte Variante besonders beliebt: vorne ein borstiger Igelschnitt, hinten ganz lang, dazu oft auffällig gefärbt oder gesträhnt. Heute falle der Schnitt softer aus, und die Farbverläufe seien weicher. Außerdem trägt man den Vokuhila sanft verwuschelt. Das wirkt beinahe romantisch – und deutlich feiner als der Look der Achtziger.

Dass der Schnitt gerade im Trend liegt, überrascht Weinitschke nicht: In Großbritannien und den Niederlanden sei der schon eine Weile in Mode und jetzt endgültig in Deutschland angekommen. Im Unterschied zum Original-Vokuhila, der zumeist Männersache war, hätten heute vor allem Frauen Lust auf die Frisur.

Ein bisschen „Wham!“ geht immer: Die neuen, softeren Vokuhila-Varianten sind durchaus unisextauglich. Quelle: Mario Naegler

Wobei der Schnitt unisextauglich ist. Er passt, sagt der Artdirector, für alle, die „den Wunsch nach mehr Volumen auf dem Kopf“ haben. Außerdem könne nahezu jeder die Frisur tragen – egal ob festes oder feines Haar, ob ovale oder runde Gesichtsform. Nur für eine lange Gesichtsform fände er den Schnitt nicht so günstig.

Auffallend ist, dass gerade junge Frauen den Look zu mögen scheinen. Es ist ein bisschen wie bei der Kleidermode, die die Trends der Sechziger-, Siebziger- oder Achtzigerjahre aufgreift: Menschen, die bereits das Original mitgemacht haben, empfinden selten Spaß daran, auch beim Comeback mitzutun.

Zumal nicht jede Frau, die früher Leggings in Neonfarben getragen und ihre Igelborsten beherzt nach oben gegelt hat, mit diesem Style 30 Jahre später wieder punkten könnte. Außer vielleicht auf der großen MacGyver-Party.

Von Martina Sulner

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