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Panorama Wer rettet die Rente?
Nachrichten Panorama Wer rettet die Rente?
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20:06 12.08.2016
Das klassische Rentensystem ist ein Auslaufmodell. Immer höhere Beiträge in jungen Jahren, Rente, die im Alter nicht zum Überleben reichen wird – die Generationengerechtigkeit ist längst nicht mehr gegeben. Quelle: Fotolia
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Vor genau dreißig Jahren hat sich Norbert Blüm einen Besen und einen großen Eimer Leim besorgt und an einer Litfaßsäule ein Plakat angeschlagen. Mit dem Satz darauf, der für immer mit seinem Namen verbunden sein wird: "Denn eins ist sicher: Die Rente." Bald darauf hing das Plakat überall in Deutschland. Die Bundesregierung hatte 15 000 Exemplare drucken lassen. Es war ein Versprechen an die Bürgerinnen und Bürger, von dem schon damals manche glaubten, dass es nicht zu halten sein würde.

Heute herrscht beim Thema Altersversorgung vor allem Verunsicherung. Schon die "Renteninformation", die die Deutsche Rentenversicherung einmal im Jahr an alle ihre Mitglieder verschickt, löst bei Millionen Versicherten eher Zukunftsangst als Zuversicht aus. Daran kann  auch der jüngst beschlossene, deutliche Anstieg der Renten nichts ändern.

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Kaum eine Angst ist so weit verbreitet wie die vor der Altersarmut. Vor wenigen Monaten schreckte der Westdeutsche Rundfunk seine Zuschauer mit der Berechnung auf, dass bereits im Jahr 2030 jedem zweiten Bundesbürger eine gesetzliche Rente unterhalb der Armutsgrenze drohe. Die Zahlen waren umstritten, doch die Reaktionen zeigen, wie tief das Misstrauen gegenüber der gesetzlichen Rente mittlerweile sitzt: Jeder dritte Erwerbstätige fürchtet sich einer Umfrage des Instituts YouGov zufolge vor Altersarmut. Fast sechs von zehn Erwerbstätigen sagen, das Thema Altersvorsorge mache ihnen heute mehr Angst als früher.

Immer weniger Junge, immer mehr Alte

Sind wir alle hysterisch? Sind unsere Ansprüche an einen angemessenen Lebensstandard im Alter zu hoch? Oder ist es nur eine Frage der Zeit, bis die wenigen Jungen die Rente der Alten nicht mehr erwirtschaften können? Sicher ist, dass die gesetzliche Rente künftig kaum noch für ein sorgloses Leben reichen wird. Das Rentenniveau liegt heute bei 48 Prozent. Bis 2030 könnte es auf 43 Prozent sinken, trotz Rente mit 67 und trotz eines Steuerzuschusses von zuletzt stolzen 84 Milliarden Euro.

Die Gründe dafür sind lange bekannt. Die Bevölkerung wird immer älter. 1964 kamen in Deutschland 1,4 Millionen Kinder auf die Welt, ein historischer Höchststand. Seitdem gehen die Zahlen kontinuierlich zurück. 2014 wurden nur rund halb so viele Babys geboren, nämlich 715 000. Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung der Deutschen immer weiter. Vor 30 Jahren lag sie bei 77,7 Jahren für Frauen und 70,9 Jahren für Männer. Heute liegt sie bei 83,4 und 78,4 Jahren. Das heißt: Immer weniger Junge zahlen in die Kasse ein, die den Lebensunterhalt von immer mehr Alten sichern soll.

Um die Jüngeren nicht durch explodierende Beiträge zu überfordern, sinkt deshalb das Rentenniveau. So beschloss es die rot-grüne Bundesregierung um die Jahrtausendwende. Private Vorsorge sollte die "Versorgungslücke" der Menschen schließen. Deshalb entwickelte Rot-Grün eine Zusatzversicherung, die durch Zuschüsse und Steuervorteile staatlich intensiv gefördert wird: die Riester-Rente.

Quelle: Deutsche Rentenversicherung / Statista

Das Produkt ist allerdings kein Erfolg. Von ­53 Millionen gesetzlich Rentenversicherten haben nur 16 Millionen einen Riester-Vertrag. Knapp ein Fünftel der Anleger zahlt schon gar nichts mehr ein, hat seinen Vertrag stillgelegt. Nur gut jeder Zweite schöpft die staatliche Förderung voll aus. Die Gründe sind vielfältig: Riester gilt ist renditeschwach, bürokratisch und teuer. Ausgerechnet Geringverdiener werden dadurch  von der privaten Altersvorsorge abgeschreckt – dabei hätten gerade sie die Zulagen angesichts des sinkenden Rentenniveaus am nötigsten.

Die derzeitige Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) tut ihr Übriges, um private Zusatzversicherungen unattraktiv zu machen. Das gilt für alle Produkte, nicht nur für Riester-Versicherungen. Wer etwa vor zwei Jahren eine klassische Lebensversicherung abschloss, bekam noch einen Garantiezins von 1,25 Prozent. Ab 2017 werden es nur noch 0,9 Prozent sein.

Angesichts dieser Zahlen ist es kein Wunder, dass mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen in Deutschland keine neuen Verträge für die Altersvorsorge abschließen will, wie eine Studie im Auftrag des Versicherungskonzerns AXA ergab. Irgendwie absichern müssen sie sich trotzdem. Aber wie?

Private Vorsorge verpflichtend machen

Dass private Zusatzversicherungen durchaus funktionieren können, zeigt ein Blick in andere Staaten. In Schweden etwa fließt verpflichtend ein geringer Prozentsatz des Gehalts in einen staatlich betriebenen Fonds, der am Kapitalmarkt aktiv ist. Alternativ können die Versicherten auch in einen von 850 privaten Fonds investieren. Die Rendite soll die auch in Skandinavien spürbaren demografischen Auswirkungen abfedern. Das Modell gilt als Erfolg.

Ist eine Pflicht zur privaten Vorsorge also die Lösung? Noch mehr Eingriffe von staatlicher Seite, noch mehr Pflichten? Die OECD, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, empfiehlt es. Auch hierzulande kommt der Vorschlag immer wieder auf. "Wir müssen das ergänzende Vorsorgesparen verpflichtend für alle machen. Es war ein Fehler, das nicht schon bei der Einführung der Riester-Rente beschlossen zu haben", sagt etwa der ehemalige Bundesarbeitsminister Walter Riester, nach dem die Zusatzversicherung benannt ist.

Auch Clemens Fuest, Direktor des Wirtschaftsforschungsinstituts ifo, spricht sich für eine Vorsorgepflicht aus. "Es wäre sinnvoll, jedermann zu verpflichten, private Altersvorsorge zu betreiben", sagt er. "Staatliche Zuschüsse sollten aber nur diejenigen erhalten, deren Einkommen so niedrig ist, dass verpflichtendes Sparen ohne Hilfen nicht zumutbar ist."

Modernisierer mit begrenztem ­Erfolg: Der ehemalige ­Arbeitsminister Walter Riester. Quelle: dpa

Fuest will, dass alle Erwerbstätigen, die es sich leisten können, eine "angemessene Altersversorgung" nachweisen müssen – entweder durch die umlagefinanzierte gesetzliche Rentenversicherung oder, wenn die zu niedrig ist, ergänzend durch Altersersparnis. Es wäre ein radikaler Umbau des Rentensystems – und geht damit über alles hinaus, was politisch derzeit diskutiert wird.

Doch eine persönliche Vorsorgepflicht findet auch in der Politik immer mehr Anhänger. Zuletzt schlugen drei hessische Landesminister einen staatlichen Fonds nach skandinavischem Vorbild vor, in den zunächst einmal jeder Arbeitnehmer standardmäßig einzahlen würde und zusätzliche Förderung erhielte. Will man das nicht, müsste man aktiv widersprechen. "Sanften Zwang", nennen das die schwarz-grünen Politiker.

Ein staatlicher Fonds wäre einfach, verständlich und günstig, argumentieren sie. Verbraucherschützer können sich mit der Idee anfreunden, auch Wirtschaftsforschungsinstitute wie das DIW stehen einem staatlichen Fonds nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber. Die Versicherungswirtschaft ist hingegen aufgeschreckt. Ein staatlicher Fonds könnte ihnen Kunden streitig machen, fürchten sie.

Skepsis gegenüber privater Vorsorgeangebote

Das von der Deutschen Bank betriebene Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) warnt vor der Gefahr, das Geld der Versicherten könne zweckentfremdet werden und verweist auf die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage, die zu dem Ergebnis kam, dass mehr als die Hälfte der Deutschen einen Staatsfonds ablehnt.

Die Skepsis gegenüber privater Vorsorge sitzt nach wie vor tief. Gewerkschaften und Sozialverbände fordern deshalb, wieder die gesetzliche Rente zu stärken. "Es hat sich mehr als deutlich gezeigt, dass man den Lücken, die in der gesetzlichen Rente gerissen worden sind, mit privater Vorsorge nicht hinterher sparen kann", sagt Annelie Buntenbach, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

Die Politik müsse dringend umsteuern und die "Talfahrt des Rentenniveaus" stoppen. Dies sei im Rahmen des gesetzten Beitragssatzes von bis zu 22 Prozent bis 2030 machbar: "Dafür müssten die Beiträge nicht höher, sondern nur früher angehoben werden als sowieso vorgesehen."

Quelle: Statistisches Bundesamt

Klingt plausibel. Klingt aber auch so, als ob es mit der vielbeschworenen Generationengerechtigkeit dann endgültig vorbei sei. Vor höheren Beiträgen für die gesetzliche Rente warnt nicht zuletzt das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Allein das Rentenniveau auf dem heutigen Niveau zu fixieren, würde einer Berechnung des Instituts zufolge die Rentenausgaben im Jahr 2029 um 28 Milliarden Euro in die Höhe treiben. Das Arbeitsministerium schätzt die Zusatzkosten derzeit auf "nur" 27,8 Milliarden Euro.

Eine andere Möglichkeit wäre es, das Renteneintrittsalter weiter anzuheben. Auch dieser Vorschlag hat Anhänger. Finanzminister Wolfgang Schäuble brachte etwa kürzlich die Rente mit 70 in Gespräch. Die arbeitgebernahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) sprach sich für eine generelle Koppelung des Renteneintrittsalters an die Entwicklung der Lebenserwartung aus. Was das bedeuten könnte, hat ebenfalls das IW ausgerechnet. In 25 Jahren läge das Renteneintrittsalter dann bei 73 Jahren.

Mit den Gewerkschaften ist das nicht zu machen. "Ein höheres Renteneintrittsalter würde die Probleme noch weiter verschärfen – schon heute müssen viele Beschäftigte, die es nicht gesund und in Arbeit bis 65, geschweige denn bis 67 schaffen, hohe Abschläge für ihre Rente in Kauf nehmen", sagt DGB-Vorstandsmitglied Buntenbach. "Die Jungen müssten die Zeche gleich zweimal zahlen: Sie müssten länger arbeiten und sie wären vom sinkenden Rentenniveau betroffen. Dann, wenn die heute jungen Menschen die Rente brauchen, würde sie nicht mehr zum Leben reichen."

Kleine Korrekturen statt großem Umbau

Die Fronten sind also verhärtet. Das spürt auch die Politik. Ein großer Wurf in der Rentenpolitik ist von der Großen Koalition vor der Bundestagswahl im kommenden Jahr nicht zu erwarten. Derzeit streiten sich Union und SPD um die Einführung einer Mindestrente, die auch Geringverdienern im Alter zumindest ein Leben über Sozialhilfeniveau ermöglichen soll.

Das Projekt wurde zwar bereits in den Koalitionsverhandlungen vor drei Jahren verabredet, die Umsetzung stockt jedoch. Die SPD würde die Mindestrente gern umsetzen, der Wirtschaftsflügel der Union drückt jedoch auf die Bremse. "Die Mindestrente ist nicht finanzierbar", sagte etwa Hans Michelbach, Chef der CSU-Wirtschaftsvereinigung. Eine Lösung ist noch nicht in Sicht.

Auch sonst macht die Bundesregierung in der Rentenfrage eher Trippelschritte. Zuletzt einigte man sich auf die Einführung einer sogenannten "Flexi-Rente". Wer mit 63 Jahren in Teilrente geht, soll künftig mehr hinzuverdienen können und höhere Ansprüche aus der gesetzlichen Rente erwerben. Eine große Rentenreform sieht anders aus.

In absehbarer Zukunft dürfte es daher bei kleineren Korrekturen bleiben. Vielleicht werden einige Vorschläge teilweise umgesetzt, vielleicht zahlen künftig auch Beamte und Selbstständige in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Aber einen grundlegenden Systemwechsel fordert niemand. Vielleicht, weil tief im Inneren doch so etwas wie ein Urvertrauen da ist. Immerhin ist die Deutsche Rentenversicherung eine sehr beständige Institution. In den Jahren ihres Bestehens hat sie noch immer ausgezahlt – daran haben Weltkriege, Hyperinflation, Teilung und Währungsreformen nichts geändert.

Von Julian Heissler

Die richtige Anlage für alle Lebenslagen

Lebensversicherung: Vorsorge mit Vorsicht

Wie funktioniert es?
Die Lebensversicherung ist Sparplan und Versicherung in einem: Der Versicherungskonzern investiert die Beiträge über einen gewissen Zeitraum und sichert gleichzeitig den Todesfall ab. Es gibt zwei Lebensversicherungsvarianten: Bei der klassischen Kapitallebensversicherung steht am Ende mindestens eine konservativ gerechnete Summe, die nicht verloren gehen kann. Bei der zweiten Variante investiert der Konzern auch in Fonds. Das ist riskanter. Am Ende kann ein höherer Ertrag stehen – aber auch ein hoher Verlust.
Welche Vorteile gibt es?
Die Lebensversicherung ist bequem und berechenbar – zumindest in der klassischen, kapitalgedeckten Form. Man gibt sein Geld weg und lässt den Konzern machen. Am Ende steht ein garantierter Ertrag.
Welche Nachteile gibt es?
Die Verbraucherzentrale Hamburg hält Lebensversicherungen für teuer und unflexibel. Bei fondsgebundenen Versicherungen besteht zudem die Gefahr, dass die Kosten sehr hoch sind.
Für wen lohnt es sich?
Derzeit für niemanden. Die Nullzinspolitik der EZB hat den Garantiezins so niedrig gesenkt, dass die Lebensversicherung kaum noch Vorteile bietet. Wer jedoch noch einen alten Vertrag mit einem Garantiezins von 3 Prozent oder mehr hat, darf sich freuen.

Riester-Rente: Der Staat spart mit

Wie funktioniert es?
Beim Riestern gibt es unterschiedliche Produkte, etwa die klassische Rentenversicherung oder Fonds- und Banksparpläne. Alle haben gemeinsam, dass sie staatlich gefördert werden – durch Zulagen und Steuervorteile
Welche Vorteile gibt es?
Diese Zulagen können durchaus ordentlich ausfallen, vor allem für Versicherte mit Kindern. Auch ist Riester sicher. Am Ende der Ansparphase kann nicht weniger im Topf sein, als man über die Jahre eingezahlt hat plus die Zulagen des Staates. Das gilt nicht nur für die Rentenversicherung, sondern auch für die verschiedenen Sparpläne.
Welche Nachteile gibt es?
Riestern ist unflexibel. Am Ende der Ansparphase kann man sich maximal 30 Prozent des Kapitals auszahlen lassen. Den Rest muss man für die Rente nutzen. Auch kann man einen Vertrag nicht einfach kündigen. Tut man es doch, müssen sämtliche Steuervorteile und Zulagen zurückgezahlt werden. Hinzu kommen hohe Gebühren.
Für wen lohnt es sich?
Studien haben ergeben, dass vor allem Menschen mit höherem Einkommen Riester nutzen und von der Förderung profitieren. "Sozialpolitisch ist Riester gescheitert, aber im Einzelfall kann es eine gute Geldanlage sein", sagt Doris Kappes, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Hamburg. Sie empfiehlt vor allem die Sparpläne, von der Rentenversicherung rät sie eher ab.

Privatversicherung: Reift wie alter Wein

Wie funktioniert es?
Prinzipiell wie die Lebensversicherung. Am Ende der Einzahlzeit kann der Versicherte jedoch wählen, ob er eine Einmalzahlung erhalten möchte oder ob die Rente monatlich für den Rest des Lebens ausgezahlt werden soll. Auch hier gibt es die klassische und die fondsgebundene Variante.
Welche Vorteile gibt es?
Die private Rentenversicherung ist ein einfaches, berechenbares Produkt.
Welche Nachteile gibt es?
Die Gene müssen sehr gut sein. Es gibt Berechnungen, denen zufolge der Versicherte stolze 100 Jahre alt werden muss, damit man bei der monatlichen Ausschüttung mehr herausbekommt als man in den Jahrzehnten vorher eingezahlt hat.
Für wen lohnt es sich?
Für Menschen, die sehr, sehr alt werden. Ansonsten gelten die gleichen Nachteile wie bei der Lebensversicherung. Deshalb wird die private Rentenversicherung von der Verbraucherzentrale Hamburg nicht empfohlen.

Sparpläne: Im Prinzip einfach

Wie funktioniert es?
Bei einem Banksparplan gibt man sein Geld für einen vereinbarten Zeitraum zu einem festgelegten Zinssatz einer Bank. Bei einem Fondssparplan investiert man in Fonds, die zum Beispiel am Aktienmarkt aktiv sind. Das kann höhere Erträge bringen, birgt aber auch Risiken.
Welche Vorteile gibt es?
Banksparpläne gelten als einfach, sicher und überschaubar. Man muss sich nicht gleich für Jahrzehnte festlegen, sondern kann sein Geld zunächst für eine begrenzte Zeit anlegen. Auch gibt es bei manchen Instituten noch anständige Zinsen von mehr als 2 Prozent.
Welche Nachteile gibt es?
Wer sich für einen Fondssparplan entscheidet, muss mit dem Risiko leben, dass sich das eingesetzte Kapital auch verringern kann. Sogenannte Indexfonds orientieren sich an einem Index wie dem Dax und streuen damit das Risiko. Außerdem sind hier die Gebühren relativ niedrig.
Für wen lohnt es sich?
"Für alle möglichen Leute", sagt Doris Kappes von der Verbraucherzentrale Hamburg. Jüngere Anleger könnten sich durch die flexiblen Laufzeiten erst mal orientieren, ältere Anleger können auch später im Leben noch einsteigen.

Sofortrente: Nur für Langlebige

Wie funktioniert es?
Prinzipiell wie eine private Rentenversicherung ohne Ansparphase. Der Versicherte zahlt nicht über Jahre und Jahrzehnte ein, sondern überweist dem Versicherungskonzern einmalig einen großen Batzen Geld und bekommt dafür eine monatliche Auszahlung bis ans Lebensende.
Welche Vorteile gibt es?
Wie die private Rentenversicherung ist die Sofortrente ein einfaches und berechenbares Produkt.
Welche Nachteile gibt es?
Ebenfalls wie bei der privaten Rentenversicherung lohnt es sich nur, wenn der Versicherte sich auf ein sehr hohes Lebensalter freuen darf.
Für wen lohnt es sich?
Die Verbraucherzentrale Hamburg rät von Sofortrenten ab. Sollte man überraschend zu viel Geld kommen, sei es für die Altersversorgung besser, es selbst zu verwalten – etwa über einen Auszahlplan. Alles andere koste nur hohe Gebühren und berge das Risiko, einen großen Teil des Geldes nicht ausgezahlt zu bekommen.

Betriebsrente: Chef und Staat helfen

Wie funktioniert es?
Wie die Riester-Rente handelt es sich um eine staatlich geförderte Altersvorsorge. Arbeitnehmer können einen Teil ihres Gehaltes in die Betriebsrente einbringen. Auf diesen Anteil zahlen sie dann keine Steuern und Sozialabgaben. Oft gibt der Arbeitgeber noch etwas dazu.
Welche Vorteile gibt es?
Die Steuerbefreiung der Beiträge zu Betriebsrenten.
Welche Nachteile gibt es?
Die Freistellung des Beitrags von Sozialabgaben kann dafür sorgen, dass die gesetzliche Rente der Versicherten sinkt. Im Alter müssen gesetzlich Krankenversicherte zudem Beiträge auf die Erträge der Betriebsrente zahlen. Hinzu kommen noch Steuern. Nimmt man das alles zusammen, kann der Abschluss einer Betriebsrente dafür sorgen, dass man im Alter weniger in der Tasche hat, als wenn man mit einem ungeförderten Produkt gespart hätte.
Für wen lohnt es sich?
Vor allem für Arbeitnehmer, die mehr verdienen, als die Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 6200 Euro monatlich in westdeutschen Bundesländern und 5400 Euro monatlich in ostdeutschen Bundesländern. Bei ihnen wirkt sich die Minderung der gesetzlichen Rente durch die Befreiung von Sozialabgaben für Betriebsrentenbeiträge nicht aus. Ansonsten kann sich eine Betriebsrente lohnen, wenn der Arbeitgeber sie ordentlich fördert. Bei Zulagen ab etwa 30 Prozent werden die Nachteile im Alter ausgeglichen.

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