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Panorama Pastor schenkt seiner Frau einen Lamborghini und löst Empörung aus
Nachrichten Panorama Pastor schenkt seiner Frau einen Lamborghini und löst Empörung aus
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19:54 17.12.2018
Pastor John Gray mit US-Präsident Donald Trump bei einem Treffen von Geistlichen im Weißen Haus. Quelle: imago
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Houston

Ein Pastor aus Houston kauft seiner Ehefrau zum achten Hochzeitstag einen Lamborghini. 200.000 Dollar, SUV-Modell. Er stellt ein Video online, das zeigt, wie er mit seiner Frau den Festsaal verlässt und sie vor Freude auf den Boden sackt, als sie das Auto erblickt. „You light my fire. Let this Lamborghini light your fire, baby!” („Du entfachst mein Feuer, lass diesen Lamborghini dein Feuer entfachen, Baby!“) sagt er dazu.

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So sehr sich John Grays Ehefrau Aventer über das Geschenk freute, so sehr eckt es an anderen Stellen an. Als Pastor solle er sich in Demut üben und nicht mit Luxusgütern prahlen, kommentierten Nutzer das 16-sekündige Video. Inzwischen wurde das Video gelöscht – und damit auch die kritischen Kommentare.

Gott habe ihm geholfen, den Traum seiner Frau zu erfüllen

John Gray geht inzwischen in die Offensive und verteidigt sein Geschenk. Gott habe ihm geholfen, den Traum seiner Frau zu erfüllen, schreibt er auf Instagram.

In einem weiteren Video rechtfertigt er sich 23 Minuten lang. Nicht ein Pastor habe das Auto gekauft, sondern ein Ehemann. Das Auto wäre ein Traum seiner Ehefrau gewesen. Und er sei dankbar, ihr diesen Traum erfüllen zu können. Wer hart arbeite und Steuern zahle, solle auch kaufen dürfen, was er sich leisten könne.

Fernsehshows und Buchverkäufe finanzierten Lamborghini

Die Frage, woher das Geld stamme, beantwortete Gray auch: Durch Fernsehsendungen, Buchverkäufe und Investments hätte er das Auto kaufen können.

Gray, aktuell für die Greenville’s Redemption Church tätig, predigte auch schon an der Lakewood Church in Greenville, die von Joel Osteen gegründet wurde. Auch der ist als sogenannter Wohlstandsprediger bekannt, Osteen beispielsweise lebt in einer 10,5 Millionen Dollar teuren Villa.

Ein weiterer, Jesse Dulantis, rief seine Follower im Frühjahr zu Spenden auf, damit er sich einen 54 Millionen Dollar teuren Privatjet kaufen könne, um zu seinen Terminen zu kommen.

„Mit 200.000 Dollar hättest du ein paar armen Familien helfen können.“

Doch auch im Fall John Gray lassen Kritiker nicht lange auf sich warten. „Mit 200.000 Dollar hättest du ein paar armen Familien helfen können. Just saying“, kommentiert ein Nutzer. „Leute, wacht auf. Hört auf, Männern Geld zu geben, die damit reich werden, falschen Gospel zu lehren“, findet ein anderer. „Ich glaube, dieser Pastor ist auf den falschen Weg gekommen“, schreibt ein Mann.

Viele kritisieren das Verhalten, weil selbst arme Menschen immer wieder darum gebeten werden für die Kirchengemeinde zu spenden. Statt das Geld für ein Auto auszugeben, hätte er ein Zeichen setzen können.

Einige allerdings verteidigen das Verhalten auch: „Es wird immer als Problem dargestellt, wenn ein Geistlicher etwas schönes besitzt. Soll er in einer Hütte ohne fließend Wasser leben, nur weil er Pastor ist?“, schreibt eine Frau.

Von RND/msk