Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Politik AfD bei EU-Wahl: Im Westen einstellig, im Osten teilweise stärkste Kraft
Nachrichten Politik AfD bei EU-Wahl: Im Westen einstellig, im Osten teilweise stärkste Kraft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:07 27.05.2019
Jörg Meuthen, AfD-Spitzenkandidat für die Europawahl 2019. Quelle: Christoph Soeder/dpa
Berlin

Bei der Europawahl zeichnet sich in Ostdeutschland ein Triumph mit starken Zugewinnen für die AfD ab. Während das gesamtdeutsche Ergebnis der Partei hinter ihren Wert von der Bundestagswahl vor zwei Jahren zurückfällt und bundesweit bei knapp 11 Prozent liegt, gewinnt die AfD in Ostdeutschland teilweise stark hinzu.

In Sachsen und Brandenburg zeichnete sich am Abend ab, dass die AfD sogar vor der CDU lag und stärkste Kraft werden kann. In Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern war es dagegen umgekehrt und die Union führte mit klarem Abstand – vor der zweitplatzierten AfD.

Die Europawahl galt auch als Stimmungstest für die im Herbst anstehenden Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen.

Die ehemalige Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, zeigte sich angesichts der Ergebnisse in Ostdeutschland besorgt. „Das ist zwar nicht wirklich überraschend, aber bedrückend“, sagte sie dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Ich hoffe, dass die Wahlbeteiligung bei den Landtagswahlen im Herbst höher und das AfD-Ergebnis damit geringer ausfällt.“

Auch könne man hoffen, dass viele ostdeutsche Wähler die Europawahl als Protestwahl betrachtet hätten und bei den Landtagswahlen möglicherweise stärker die denkbaren Folgen in den Blick nähmen, so Birthler.

Lesen Sie auch: AfD kann Wähler trotz FPÖ-Skandal halten – und scheitert doch an Europa

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Christian Hirte (CDU), sagte dem RND: „Wenn man die Wahl als Protest bewertet, gilt es zugleich einzugestehen, dass es Unzufriedenheit gibt mit der Politik in Berlin und Brüssel.“ Zur Wahrheit gehöre „wohl auch, dass sich viele Bürger im ländlichen Osten von der Politik nicht repräsentiert fühlen“, sagte Hirte.

Nachdem die AfD in Sachsen schon bei der Bundestagswahl 2017 auf Platz 1 im Freistaat landete, lag sie nach Auszählung von etwa der Hälfte der Stimmbezirke klar vor der CDU. In Brandenburg führte die AfD nach Auszählung von 15 der 18 Kreise vor der CDU. In Thüringen lag die CDU nach Mitternacht knapp vor der AfD, ebenso in Sachsen-Anhalt.

Etwas deutlicher war in Mecklenburg-Vorpommern der CDU-Vorsprung vor der AfD: Nach Auszählung von etwa der Hälfte der Wahlbezirke kommen die Christdemokraten auf 25,2 Prozent der Stimmen. Die AfD kommt auf 19,8 Prozent.

Mehr zum Thema Europawahl 2019

Liveticker: Grüne mit historischem Wahlsieg

Sammler: Die dubiosen Pannen des Europawahltages

Analyse: AfD kann Wähler trotz FPÖ-Skandal halten – und scheitert doch an Europa

Analyse: „Kein gutes Zeugnis“: Kramp-Karrenbauer und Söder hadern mit Wahlergebnis

Analyse: Mäßiges FDP-Ergebnis: Plötzlich gibt sich Lindner selbstkritisch

Ergebnis: Europawahl 2019: Alle Prognosen und Hochrechnungen

Analyse: Gabriel zum SPD-Desaster: „Alles und alle auf den Prüfstand“

Analyse: Die Grünen haben mal wieder gewonnen

Trend: So lustig sind die fiktiven Politiker-Statements zum Wahlausgang

Pressestimmen: „Wähler nahmen ihr Schicksal in die Hand“

Reaktionen: Das sind die lustigsten Kommentare zur Europawahl

Kommentar: Die Etablierten verlieren, die Demokratie gewinnt

Von Markus Decker/RND

Nach der Europawahl knöpft sich die Junge Union die CDU vor. Die habe Inhalte wie den Klimaschutz nicht aufgegriffen. Und bei der Kommunikation versagt. Ein Beispiel dafür: die Antwort auf den Youtuber Rezo.

27.05.2019

Der große Rechtsruck blieb aus, aber in einigen Staaten wurden Populisten stärkste Kraft – auch in Frankreich und Italien. In Großbritannien gewinnt die Brexit-Partei von Nigel Farage. Und während die Grünen insgesamt profitieren, schrumpfen sie ausgerechnet in Schweden. Die spannendsten Ergebnisse im Ländervergleich.

27.05.2019

Die Grünen gelten seit jeher auch als Europapartei. Bei der Europawahl hatten sie deshalb wenig zu befürchten. Das Ergebnis übertrifft allerdings noch die Erwartungen – auch bei der Bürgerschaftswahl in Bremen.

27.05.2019