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Nachrichten Politik Assad schwört Rache nach Moschee-Anschlag mit 50 Toten
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19:32 22.03.2013
Von Deutsche Presse-Agentur dpa
Die Zahl der Menschen, die in der Imam-Moschee zusammen mit dem Attentäter starben, stieg auf 49. Quelle: SANA
Damaskus

Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den Anschlag in New York scharf. Zu der Tat, die auch bei vielen syrischen Oppositionellen Empörung auslöste, bekannte sich zunächst niemand. Das syrische Außenministerium machte die Terrororganisation Al-Kaida und ihre Verbündeten verantwortlich.

Unter den Opfern war auch der regimetreue sunnitische Kleriker Scheich Mohammed al-Buti. Der bekannte Scheich hatte mehrfach gegen Rebellen gewettert, die ihren Kampf gegen das syrische Regime als "Heiligen Krieg" bezeichnen. Noch in seiner letzten Freitagspredigt hatte er erklärt, diese Muslime verstünden den wahren Charakter des Islams nicht: "Man hat diese Leute einer kompletten Gehirnwäsche unterzogen."

Assad, der für Samstag einen Trauertag für die Opfer des Anschlags ausrief, erklärte am Freitag in einem von den Staatsmedien veröffentlichten Beileidsschreiben an die Familie des Scheichs: "Wir werden Deine Ideen weiter verfolgen und wir werden uns gegen die Ungerechten wehren, die andere zu Ungläubigen erklären, so lange, bis wir das Land von ihnen gesäubert haben."

Das Nationale Koordinierungskomitee für demokratischen Wandel sprach von einem "verabscheuungswürdigen Terrorakt, der durch nichts zu rechtfertigen sei". Eine Moschee solle ein Ort des Friedens sein, wo nicht das Blut unschuldiger Zivilisten vergossen wird, hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung der als gemäßigt geltenden Oppositionsgruppe. Ein Bekennerschreiben lag zunächst nicht vor. Bislang haben sich Islamisten in Syrien normalerweise zu ihren Anschlagen bekannt.

Der Selbstmordattentäter hatte während einer Lesung von Al-Buti in dem Gotteshaus im Stadtteil Al-Masra seinen Sprengstoffgürtel gezündet. 42 Menschen starben bei der Explosion, mindestens sieben weitere erlagen in der Nacht ihren schweren Verletzungen. Etwa 80 Menschen wurden verletzt in umliegende Krankenhäuser gebracht.  

Auch ein Sprecher der von Deserteuren gegründeten Freien Syrischen Armee (FSA) verurteilte den Anschlag, der "nichts mit den Zielen der Revolution zu tun" habe. Islamistische Brigaden, allen voran die Al-Nusra-Front, hatten in der Vergangenheit mehrere Selbstmordanschläge auf Armee-Stützpunkte verübt. Die FSA vermutet jedoch, dass hinter dem Anschlag der mit Assad verbündete Iran steckt. Ihr Sprecher Fahd al-Masri sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Wenn die Al-Nusra-Front oder eine andere Brigade die Absicht gehabt hätte, Al-Buti zu töten, dann hätten sie es jederzeit an einem anderen Ort getan und nicht in einer Moschee."

Eine andere Theorie vertrat der syrische Oppositionschef Muas al-Chatib, der das Selbstmordattentat als "Verbrechen" bezeichnete. Er mutmaßte, das Regime habe den Anschlag geplant, um Al-Buti loszuwerden, da dieser dabei gewesen sei, seine Haltung zu dem Konflikt zu ändern.

Tausende von Menschen folgten nach dem Freitagsgebet in verschiedenen Städten einem Aufruf zu landesweiten Protesten gegen das Regime. Sie standen unter dem Motto "Eure chemischen Waffen werden die Freiheit nicht verhindern können". Bislang ist allerdings nicht zweifelsfrei geklärt, ob im syrischen Bürgerkrieg bisher chemische Kampfstoffe eingesetzt wurden oder nicht.

Der UN-Menschenrechtsrat verurteilte das Assad-Regime erneut scharf. Das Regime führe systematische Angriffe auf die Bevölkerung durch, so der Rat in einer am Freitag in Genf verabschiedeten Resolution. Der Rat verurteilte die "andauernden, weit verbreiteten und systematischen schweren Verletzungen der Menschenrechte und Grundfreiheiten durch die syrischen Behörden und regierungsnahen Milizen, wie etwa den Beschuss von bewohnten Gebieten mit ballistischen Raketen". Die von arabischen Staaten ausgearbeitete Resolution kritisiert zudem Angriffe auf Kinder, sexuelle Gewalt und gezielte Angriffe auf medizinisches Personal und internationale Helfer.

Am Freitag zählten die Regimegegner bei Gefechten und Angriffen der Regierungstruppen mehr als 100 Tote. Am Vortag waren nach Informationen der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter mehr als 250 Menschen ums Leben gekommen.

dpa

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