Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Politik Außenminister Maas bietet deutsche Hilfe gegen Feuer im Amazonas an
Nachrichten Politik Außenminister Maas bietet deutsche Hilfe gegen Feuer im Amazonas an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:08 29.08.2019
Löscharbeiten im Amazonas: Außenminister Heiko Maas (SPD) bietet nun Hilfe aus Deutschland an. Quelle: Vinicius Mendonza/Ibama/dpa
Berlin

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat deutsche Hilfe zur Bekämpfung der Feuer im Amazonas-Gebiet angeboten. „Wenn wochenlang der Regenwald brennt, dann kann uns das nicht kalt lassen“, sagte Maas dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Deutschland steht bereit, Hilfe und Unterstützung zu leisten, um die Brände zu bekämpfen.“

Regenwaldbrände in Südamerika: Macron ruft "Notfall" aus

Maas sieht die Weltgemeinschaft in der Pflicht, Hilfe zu leisten. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Brände die grüne Lunge der Welt zerstören“, sagte der Außenminister. „Der Schutz des einzigartigen Naturerbes Amazonas ist eine internationale Aufgabe, die uns alle angeht.“

Brasilien verbittet sich Ratschläge aus dem Ausland

Angesichts der besorgten Reaktionen auf die verheerenden Waldbrände im Amazonas-Gebiet hatte sich Brasiliens Staatsführung zuvor Ratschläge aus dem Ausland verbeten. „Die brasilianische Regierung ist weiterhin offen für einen Dialog, der auf objektiven Daten und gegenseitigem Respekt beruht", schrieb Präsident Jair Bolsonaro am Donnerstag auf Twitter. „Der Vorschlag des französischen Präsidenten, die Probleme des Amazonas auf dem G7-Gipfel zu diskutieren, ohne die Länder der Region zu beteiligen, lässt aber auf eine kolonialistische Denkweise schließen."

Zuvor hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron angekündigt, das Thema auf die Agenda des Gipfels der führenden Industrienationen in Biarritz zu setzen. „Unser Haus brennt. Wortwörtlich", schrieb Macron am Donnerstagabend auf Twitter zu einem Foto des brennenden Regenwalds. Die Brände bedeuteten eine internationale Krise, erklärte Macron. Er rief die Regierungschefs der G7-Länder auf, «diesen Notfall» als ersten Punkt beim Gipfeltreffen ab Samstag zu besprechen.

„Ich bedaure, dass Präsident Macron versucht, eine interne Angelegenheit Brasiliens und anderer Länder der Amazonasregion zum eigenen politischen Vorteil zu instrumentalisieren", schrieb Bolsonaro weiter. „Der sensationalistische Ton, mit dem er sich auf den Amazonas bezieht, löst das Problem nicht."

Hofreiter unterstützt Macron

Der Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Anton Hofreiter, unterstützte Macron hingegen ausdrücklich. „Es ist absolut richtig, dass Präsident Macron die fürchterlichen Brände im Amazons auf die Tagesordnung setzen will, und es ist bestürzend, dass unsere Bundesregierung dieser Tragödie so tatenlos gegenüber steht“, sagte er dem RND. „Die Zerstörung der grünen Lunge unseres Planeten ist keine inner-brasilianische Angelegenheit mehr. Der Schutz dieser einzigartigen Wälder ist für unser Weltklima von fundamentaler Bedeutung.“ Kanzlerin Angela Merkel müsse sich jetzt voll hinter Macron stellen, damit die internationale Gemeinschaft mit Druck und Unterstützung die Krise im Amazonas lindere.

Von der Kanzlerin forderte Hofreiter auch eine Kehrtwende mit Blick auf den Amazonas und das Mercosur-Abkommen. Merkel habe zwar immer wieder beteuert, dass ihr der Klimaschutz wichtig sei, habe dann aber trotzdem die absolut eindeutigen Warnungen hunderter Wissenschaftler und Aktivisten in den Wind geschlagen und sich dafür eingesetzt, dass das Mercosur-Freihandelsabkommen mit Brasilien schnell abgeschlossen werde, so der Grünen-Politiker. „Das hat die Vernichtungsspirale des Amazonas weiter angeheizt, und jetzt wird abgeholzt und abgebrannt, um Platz für Soja und Export-Rinder zu schaffen. Es darf nicht sein, dass der Klimaschutz so rücksichtslos für die Profite von Unternehmen geopfert wird.“

Mehr lesen: Macron vor G7-Gipfel über Amazonas-Brände: „Unser Haus brennt. Wortwörtlich“

Von Gordon Repinski, Markus Decker/RND

Beim Umgang mit einer von rechten Gruppierungen geführten „Feindesliste“ hält Schleswig-Holstein an seiner zurückhaltenden Linie fest. Knapp 25.000 Einträge sind verzeichnet. Wie viele davon auf Schleswig-Holstein entfallen, wollte das Ministerium auf Nachfrage nicht sagen.

23.08.2019

Beim G7-Gipfel in Biarritz liegt allerlei Konfliktstoff an. Wesentlich verantwortlich dafür ist der Gast aus Washington: US-Präsident Donald Trump.

29.08.2019

Der Schuldspruch gegen Alaa S. wegen des Totschlags an Daniel H. löst sehr unterschiedliche Reaktionen aus. Eine Dokumentation.

23.08.2019