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Politik Bayern-Politiker nennt Grüne “Kiffer-Partei”
Nachrichten Politik Bayern-Politiker nennt Grüne “Kiffer-Partei”
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09:55 03.09.2019
Hubert Aiwanger, Wirtschaftsminister und Landesvorsitzender der Freien Wähler in Bayern, begrüßt beim Politischen Frühschoppen Gillamoos die Besucher. Quelle: Matthias Balk/dpa
Berlin

Das Bier fließt in Strömen, und die landeseigene und bundesdeutsche Politikprominenz haut ordentlich auf den Putz. „Auf dem Gillamoos“, dem Volksfest im bayerischen Abensberg, ist es ein bisschen wie beim politischen Aschermittwoch – wer am kräftigsten austeilt, gewinnt.

Diesmal ganz vorne mit dabei: Hubert Aiwanger, Chef der Freien Wähler in Bayern. Politiker der Grünen nannte Aiwanger in seiner Rede „Großstadt-Ökologen“ und Mitglieder einer „Kifferpartei“. „Die haben häufig noch nie eine echte Sau gesehen, höchstens ein Marzipanschweinchen“, ätzte der bayerische Wirtschaftsminister. Schließlich verstieg er sich noch zu der Aussage, alle rot-grünen Politiker seien „Deutschland-Vernichter“.

Hubert Aiwanger, Wirtschaftsminister und Landesvorsitzender der Freien Wähler in Bayern. Quelle: Matthias Balk/dpa

Die so angegriffenen Grünen ignorierten den Chef der Freien Wähler und attackierten stattdessen lieber die CSU: Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter witzelte in Richtung Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) über seine Anreise: „Die Züge waren voll. Wir konnten die Fahrt also in vollen Zügen genießen.“ Die bayerische Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze nahm sich den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) zur Brust: „Er ergrünt, ohne rot zu werden“, sagte sie mit Blick auf Söders ökologische Bemühungen.

Kühnert beginnt mit einem Heimatwitz

Seine Premiere in der bayerischen Provinz und in einem Bierzelt feierte Juso-Bundeschef Kevin Kühnert. Er versuchte es zunächst mit Humor: „Es ist montags, kurz nach zehn. Menschen treffen sich zum Feiern und zum Biertrinken. Manche haben Klamotten an, die anderswo im Land für ein bisschen sonderbar gehalten würden. Das ist wie ein normaler Montag bei uns in der Berliner U-Bahn. Danke, dass ihr mir dieses Heimatgefühl vermitteln könnt.“ Dann wurde er aber schnell ernst. Mit Blick auf die Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg mahnte er, es dürfe nicht hingenommen werden, dass „ordentliche Neonazis in diesem Land wieder für Parlamente kandidieren und gewählt werden“. Sie machten keinen Hehl daraus, dass sie Sommercamps von Neonazigruppen besuchten, und hätten kein Problem mit alten Fotos, auf denen sie mit Hitlergruß posieren.

Nach Ostwahlen: Spitzenpolitiker fetzen sich beim Gillamoos

„Wenn das mit Schulterzucken zur Kenntnis genommen wird, weil Nazi in Deutschland immer erst bei Hitlerbart und Gaskammern anfängt, und wir gleichzeitig eine Parteivorsitzende ein halbes Jahr durchs Land jagen, weil sie mal „Bätschi“ in eine Kamera gesagt hat, dann ist was aus dem Lot geraten“, so Kühnert.

Söder fordert Bekenntnis von der SPD

Noch krasser formulierte es Thüringens Linke-Ministerpräsident Bodo Ramelow, dessen Partei herbe Verluste hinnehmen musste: „Auschwitz ist nicht aus dem Nichts gekommen“, mahnte er mit Blick auf den Erfolg der AfD die Landtagswahlen. Es sei zudem ein interessantes Phänomen, „dass eine von westdeutschen Professoren gegründete Partei mit westdeutschem Führungspersonal nun die ostdeutsche Seele streichelt“.

Markus Söder wiederum nahm vor allem die SPD ins Visier: Die Partei müsse endlich erklären, wie es mit der großen Koalition in Berlin weitergehen solle. Über die Chefsuche der Sozialdemokraten spottete er: „Es bewerben sich so viele um den Vorsitz, fast mehr als bei ‚Deutschland sucht den Superstar‘.“ Mit sich ist der CSU-Chef hingegen höchst zufrieden: „Ich finde, Bayern ist ein echtes Superland. Nicht alles ist perfekt, außer meiner Frau.“

Von Christian Burmeister/RND

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