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Politik Brokdorf wird komplett heruntergefahren
Nachrichten Politik Brokdorf wird komplett heruntergefahren
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09:18 11.04.2012
Das AKW Brokdorf bleibt vorerst abgeschaltet. Foto: Kay Nietfeld/Archiv
Brokdorf/Kiel

Die ursprünglich für August geplante mehrwöchige Revision werde vorgezogen, teilte das für die Atomaufsicht zuständige Justizministerium am Dienstag in Kiel mit. Darauf habe die Behörde sich nach einem von ihr anberaumten Fachgespräch mit dem Konzern Eon als Kraftwerksbetreiber verständigt. Im Rahmen dieser Revision werden auch alle im Reaktordruckbehälter befindlichen Brennelemente überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht.

Bei einer Inspektion im Abklingbecken waren abgebrochene Rückhaltefedern gefunden worden. Die Niederhaltefedern an Brennelementen sollen verhindern, dass sich die Brennstäbe im Betrieb abheben und im Falle einer Schnellabschaltung verhaken. Da im Reaktor Brennelemente der gleichen Charge sind, muss geklärt werden, ob an diesen auch Schäden sind.

Trotz Ausfalls des 1400-Megawatt-Kraftwerks hat es nach Angaben des Netzbetreibers TenneT noch keine Versorgungsprobleme gegeben. Bislang sei es in Norddeutschland zu keinen Engpässen bei der Stromversorgung gekommen, sagte TenneT-Sprecher Alexander Greß. "Hamburg und Schleswig-Holstein sind weiterhin gut versorgt." Auch ohne Brokdorf sei das Stromnetz stabil. Bei starken Schwankungen durch die Windenergie werde es durch Zuschaltung kleinerer Kraftwerke stabilisiert.

Staatssekretär Michael Dölp sagte nach dem Fachgespräch mit Eon: "Die schleswig-holsteinische Atomaufsicht hat immer den Standpunkt "Sicherheit vor Wirtschaftlichkeit" vertreten." Er begrüße daher sehr, dass auch der Betreiber Eon Sicherheitsbelangen Vorrang vor etwaigen wirtschaftlichen Interessen eingeräumt habe. "Dies spricht für die Sicherheitskultur des Eon-Konzerns", lobte Dölp.

dpa