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15:52 05.04.2019
Einsatzfahrzeuge der Polizei (Symbolfoto) Quelle: imago/Deutzmann
Berlin

Ermittlungserfolg für die deutschen Behörden: Wie die Generalbundesanwaltschaft Berlin und die Polizei Berlin am Freitag mitteilen, ist im Zuge bundesweiter rechtsextremer Drohbriefe ein Tatverdächtiger ermittelt worden.

Demnach stellten Ermittler des LKA Berlin und des LKA Schleswig-Holstein bei der Durchsuchung einer Wohnung in Schleswig-Holstein Beweismittel sicher. Nähere Informationen erteilten die Behörden im Land zunächst nicht. Polizei und Staatsanwaltschaft verwiesen auf die Zuständigkeit der Staatsanwaltschaft in Berlin.

Der NDR und das "Hamburger Abendblatt" berichteten unterdessen, der Verdächtige komme aus Halstenbek im Kreis Pinneberg. Auch dazu äußerten sich die Behörden im Norden nicht.

Tatverdächtiger soll psychisch labiler Deutscher sein

Nach Informationen des NDR soll der der Mann 31 Jahre alt sein und die deutsche Staatsangehörigkeit haben. Er soll der Polizei oder dem Verfassungsschutz bereits einschlägig bekannt sein. Laut dem ARD- Hauptstadtstudio soll es eine Kette von Indizien sein, die die Polizei zu ihm führte. Der Verdächtige soll psychisch labil sein.

Medieninformationen zufolge soll es sich bei dem Verdächtigen um einen 31-Jährigen handeln, der Polizei und Verfassungsschutz in Schleswig-Holstein bereits einschlägig bekannt ist. So soll der Mann bereits 2007 mit einem Freund einen Sprengstoff-Anschlag auf das Apfelfest in Rellingen geplant haben. Bereits vor der Festnahme durch ein Spezialeinsatzkommando war das Duo durch eine Vielzahl von Straftaten auffällig geworden – unter anderem wegen Bedrohung, Körperverletzung, Brandstiftungen an Autos, einem Buttersäureanschlag und der Sprengung eines Zigarettenautomaten.

Der heute 31-Jährige wurde 2008 zu einer dreieinhalbjährigen Jugendstrafe verurteilt und saß bis Dezember 2013 in einer Psychiatrischen Einrichtung (Kreis Ostholstein). Nach seiner Freilassung kam es in Rellingen erneut zu einer Vielzahl von Sachbeschädigungen und Bränden, die auf das Konto des Mannes gingen. Der "Feuerteufel von Rellingen" wurde auf frischer Tat festgenommen und später zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, die er bis 2018 verbüßte. Bereits nach der ersten Festnahme 2007 war bei dem jungen Mann eine schwere Persönlichkeitsstörung diagnostiziert worden.

31-Jähriger nicht in Untersuchungshaft

Der Tatverdächtige wurde nicht festgenommen. Es gehe um einen "Anfangsverdacht" in einem sehr großen Ermittlungskomplex mit mehr als 200 Mails, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Weder das Alter noch die Staatsangehörigkeit des Verdächtigen wurden mitgeteilt. Es gehe um die Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten, hieß es weiter.

Sollten die Ermittler eindeutige Beweise erlangen, muss sich der Verdächtige wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten vor Gericht verantworten. Das Strafmaß im Fall einer Verurteilung beträgt bis zu drei Jahren Gefängnis.

Lesen Sie auch: Bombendrohungen in Landgerichten: Absender ist als „Vielschreiber“ bekannt

Es bestehe der Verdacht, dass der Beschuldigte „Verfasser verschiedener Drohschreiben an Gerichte und andere Einrichtungen in Hamburg, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Brandenburg sein könnte“.

Fälle unter anderem in Rendsburg und Flensburg

In den unter anderem mit „Nationalsozialistische Offensive“ unterzeichneten E-Mails von April 2018 bis heute seien aus „offensichtlich rechtsextremistischer Motivation heraus Bombenanschläge auf die angeschriebenen Gerichte beziehungsweise Einrichtungen angekündigt worden“. In Rendsburg musste nach einer Droh-Mail das Rathaus geräumt werden.

Auch das Flensburg Rathaus war im März betroffen.

Fotostrecke: Übersicht über Bombendrohungen 2019 in Schleswig-Holstein

Hier finden Sie nähere Informationen zu den Bombendrohungen 2019 in Schleswig-Holstein. 

Die Auswertung der sichergestellten Beweismittel werde ergeben, ob sich der Tatverdacht gegen den Beschuldigten erhärten lasse und ob er für weitere der derzeit mehr als 200 Drohschreiben verantwortlich sein könnte, die mittlerweile Gegenstand des Ermittlungskomplexes seien, schreiben die Behörden weiter.

Lesen Sie auch: Serie von rechtsextremen Drohmails – auch an Helene Fischer

Von KN-online

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