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Politik Charles M. Huber tritt aus der CDU aus
Nachrichten Politik Charles M. Huber tritt aus der CDU aus
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16:41 08.08.2019
Charles M. Huber saß von 2013 bis 2017 für die CDU im Bundestag. Bekannt wurde er zuvor als TV-Kommissar bei "Der Alte" im ZDF. Quelle: Jörg Carstensen
Berlin

Viele kennen ihn aus dem Bundestag, wohl noch mehr aus dem TV: Der frühere Fernsehkommissar und Ex-Bundestagsabgeordnete Charles M. Huber tritt nach der Diskussion über die Aussagen des Aufsichtsratschef von Schalke 04, Clemens Tönnies, aus der CDU aus. Das kündigte der früher als Kommissar Henry Johnson in der ZDF-Krimiserie “Der Alte” ermittelnde 62-Jährige via Facebook an. Als Grund nennt er Äußerungen des Afrika-Beauftragten der Kanzlerin, Günter Nooke (CDU), die seiner Auffassung nach eine rassistisch motivierte Kommunikation von Tönnies relativieren.

Huber schrieb, er habe sich auch im Bundestag immer darum bemüht, die Länder Afrikas und Deutschland kulturell und wirtschaftlich näher zu bringen. Und weiter: “Auf Grund der Tatsache, das der Afrika- Beauftragte der Kanzlerin rassistisch motivierte Kommunikation eines Fussballaufsichtsratsvorsitzenden Toennis bei Schalke 04 relativiert und dadurch gezielt unterstützt , möchte ich hiermit meinen Austritt aus der CDU bekanntgeben."

Liebe Freunde, ich habe für den #Bundestag kandidiert um Deutschland und afrikanische Länder kulturell und...

Gepostet von Charles M. Huber am Mittwoch, 7. August 2019

Tönnies hatte beim Tag des Handwerks in Paderborn Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. “Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren”, sagte Tönnies. Nooke hatte hierauf zwar die Wortwahl des Fußballmanagers verurteilt, aber auch gefordert, eine ehrliche Debatte zu führen: “Die von Tönnies angesprochenen Probleme wie das Verschwinden des Regenwalds und das Bevölkerungswachstum auf dem afrikanischen Kontinent sind real und darüber muss gesprochen und gegebenenfalls kontrovers diskutiert werden”, hatte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) gesagt.

“Flankenschutz für eine rassistische Äußerung ist inakzeptabel”, so Huber. Nooke habe gewusst, zu welchem Zeitpunkt er so etwas sagt und setze sich vor dem Hintergrund der Tönnies-Aussage mit in das Boot. "Das geht nicht und ist nicht verantwortungsvoll.” Es sei seine Aufgabe, sich um das Verhältnis mit Afrika zu kümmern und nicht als Innenpolitiker aufzutreten. Solche Ressentiments zu verschlimmern sei brandgefährlich.

CDU Hessen weißt Rassismus-Vorwurf zurück

“Die CDU lässt Rassismus zu, das kann ich nicht weiter hinnehmen”, sagte Huber der “Welt” über seine Motive und zeigte sich besorgt über einen zunehmenden Rassismus in Deutschland seit der Flüchtlingskrise. “In der öffentlichen Wahrnehmung ist dadurch jeder zum Flüchtling geworden - auch die, die wie ich in Deutschland geboren wurden, auch die gut Integrierten.” Die Erfahrungswelt von Schwarzen werde in Deutschland komplett negiert.

Der Generalsekretär der CDU Hessen, Manfred Pentz, bedauerte die Entscheidung Hubers. “Ich persönlich appelliere immer dafür, sich an einer innerparteilichen Diskussion zu beteiligen und konstruktiv einen Lösungsweg zu finden.” Ein Rückzug sei seines Erachtens nicht der richtige Ansatz. “Den Vorwurf, dass unsere Partei Rassismus dulde, weise ich mit Nachdruck zurück.”

Huber saß für den Wahlkreis Darmstadt von 2013 bis 2017 für die CDU im Bundestag und setzte sich besonders für die Belange Afrikas ein. Er ist Sohn eines senegalesischen Diplomaten und einer Deutschen. Zuvor hatte die “Hessenschau” am Donnerstag hierüber berichtet.

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